Veröffentlicht am 14 Dezember 2007. Tags: FDP, Guidomobil, Hohlspiegel, Journalist
Zu den noch immer besten Rubriken im Spiegel zählt zweifellos der „Hohlspiegel“. Es gibt wohl kaum einen Leser, der sich am Spiegel-Montag nicht zuerst diesem Sammelsurium an skurrilen Eskapaden aus der Welt der Print-Publikationen widmet. Bei uns im texterblog heißt diese Rubrik, in der solche Entdeckungen gemacht werden könnten, ganz profan „Fundtext“. Doch die folgende texterblog-Entdeckung hätte sicherlich gute Chance, auch einen Eintrag im „Hohlspiegel“ zu gewinnen.
Wir nehmen das unter Journalisten bekannte Medienmagazin „journalist“: Nach sanftem Relaunch befindet es sich heute wirklich auf einem guten Wege, nicht mehr nur noch über sich selbst und einen kleinen Kreis an Interessenten zu berichten. Aber das ist ein anderes Thema. Wie in jedem anderen Medium wird in der Dezember-Ausgabe auf die wichtigsten Mediengeschehnisse des ausgehenden Jahres 2007 zurückgeblickt.

Und was entdecken wir dort: In die recht spannende Aufstellung hat sich plötzlich ein neues Medium eingeschlichen, das zumindest ich bislang als „Medium“ nicht unbedingt wahrgenommen habe: Die FDP. Nicht anders ist dieser Absatz zu verstehen, dass das das Videoportal YouTube „als Medienpartner unter anderem das ZDF und die FDP gewonnen“ hat.
Wenn Guido morgen sein berühmtes Guidomobil von 2002 wieder zurückkaufen würde, hätte dies sicherlich großen, wenn auch zweifelhaften Medienwert. Aber dass man seiner Partei dann gleich die Rolle eines Medienpartners zustehen sollte, das wäre wohl auch diesem Medienprofi sicherlich etwas zu viel.
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Veröffentlicht am 13 Dezember 2007. Tags: Berlin, Internet, SPD, WLAN
Zu einem eigentlich ganz wundervollen Leitantrag hat sich die Berliner SPD durchgerungen. So soll ein WLAN-Funknetz in ganz Berlin installiert werden. Und das Ganze sogar für kostenlos. Der Grund: Berlin würde mit einem Schlag zum größten Internet-Hotspot dieser Republik werden — zum Nutzen von Berlinern und Touris. Und natürlich soll — so Parteisprecher Hönemann — auch die IKT-Weiterentwicklung unterstützt werden.
Die Frage jetzt ist vielmehr, was man davon halten soll. Denn bevor jetzt alle ins Jubeln kommen ob dieser Berliner Vorreiter: Plötzlich alles kostenlos, nachdem der rosa Riese und seine englischen Partner-Kontrahenten solch — zumindest für die eigenen Kassen — schöne Punkte mühsam und kostenintensiv aufgebaut haben. Ob das mit diesen doch für die IKT-Weiterentwicklung in Berlin nicht ganz unwichtigen Firmen wohl möglich ist? Also alles doch nur Leitantrag-Gedöse ohne Chance auf Realisierung? Man darf gespannt sein, wie weit und wie ehrlich sich die Berliner Regierungspartei sich dieses Thema auf ihre (Partei-)Fahnen geschrieben hat.
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Veröffentlicht am 09 Dezember 2007. Tags: Lesen, Tanzen, Text, typotheque, WWW
Text kann man schreiben, man kann ihn lesen — und man kann ihn tanzen. Dass das möglich ist, zeigt uns der Dance Writer von typotheque:
DanceWriter converts text to a simple dance moves. Create your own choreography by typing a message. You can also share it with your friends, and send them your animated emails.
Das Ganze ist durchaus lesbar — auch wenn so mancher Buchstabe nach einem Mix aus Schattenboxen und Yoga anmutet, und (ab einem gewissen Alter) zur Nachahmung nicht empfohlen wird.
Doch neben dem DanceWriter hat typotheque einige andere Dinge im Angebot, die guten Text in durchaus schönen Lichte strahlen lassen: Erwähnt seien hier vor allem der Font „Greta Text“ mit dem interessanten Feature der verschiedenen „Grades“, der den Tonwertzuwachs im Druck ausgleicht, oder das Typo-Sketchbook 2008, das neben einem Jahreskalender auch ein hübsches Notiz– und Skizzenbuch ist.
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Veröffentlicht am 28 November 2007. Tags: Musik, oSkope, Songza, Suchmaschine
Es ist gerade mal zwei Wochen her, dass ich auf dieses nette Tool für eine visuelle Bildersuche aus Zürich gestoßen bin, über das ich hier geschrieben habe. Jetzt schreibe ich schon wieder über eine Suchmaschine — und was für eine!
Alles fing eigentlich damit an, dass ich beim Surfen Arbeiten mal wieder im Netz nach der passenden Musik gesucht habe. Natürlich nach etwas kostenlosem — und bitte nicht so kompliziert wie iTunes und Konsorten. Und dann traf ich auf dieses wunderhübsche wie einfache Exemplar: Songza
Songza ist für mich die genialste Musik-Suchmaschine, die ich derzeit kenne. Schon das Interface erinnert in seiner Schlichtheit an den berühmten Suchmaschinen-Giganten, der ebenfalls seine Startseite von allem anderen frei räumte. Auch der Such-Ablauf ist easy: Einfach Song oder Band in das Suchfeld eingeben, aus den Ergebnissen die passende Musik auswählen und Song weitersenden, bewerten oder abspielen — auch noch ohne Ladezeiten!
Dieses Interface sollte sich wirklich jeder Website-Designer als kleine Anregung in seinem Gedächtnis parken und es beim nächsten Projekt wie Kai aus der Kiste präsentieren. Sein Gegenüber wird Augen machen!
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Veröffentlicht am 04 November 2007. Tags: oSkope, Suchmaschine, visuell
Eine richtig nette Spielerei kommt jetzt aus Zürich, wo Tüfler sich jetzt eine ganz andere Art von Suchmaschine ausgedacht haben: oSkope. Mit dieser wird nicht mehr nach Begriffen gesucht, vielmehr dreht sich alles um die visuelle Suche.
Dabei funktioniert dies ganz simpel: Einfach unter Amazon, eBay, flickr oder youtube die gewünschte Bildersammlung auswählen, schon fliegen bis zu 160 Thumbnails auf die Seite. Schrittweise lässt sich jetzt die Suche thematisch noch weiter eingrenzen — sowohl länderspezifisch als auch thematisch. Ein Klick auf das erschienene Bild, schon lassen sich weitere Informationen zum Buch-, DVD– oder CD-Cover abrufen.
Eine wirklich hübsche Form der intuitiven Suche. Wenn jetzt die Macher dem Ganzen noch etwas Tempo verpassen, damit die Suche etwas schneller verläuft, dann wird oSkope sicherlich einige Freunde finden.
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Veröffentlicht am 02 November 2007. Tags: Journalist, Main-Post, Pressekodex, Presserat, Redaktion, Verhaltenskodex
Wie gehe ich als Zeitung mit PR-Angeboten um? Wie berichte ich in Beiträgen über Firmenjubiläen, über Geschäftseröffnungen? Wie vermeide ich eine Einflussnahme von Unternehmen und Agenturen auf den Journalismus? Die Mediengruppe Main-Post in Würzburg hat jetzt den Redaktionen ihrer Zeitungen einen Verhaltenskodex verpasst, der deutlich über den Pressekodex des Presserates hinausgeht. 44 Seiten journalistische Leitlinien, auf denen klar und eindeutig die ethischen Grundsätze und Richtlinien definiert sind. Und dies in einer Klarheit, die sich sehr an amerikanischen Vorbildern wie New York Times und Washington Post orientieren. Kein Wunder, dass bereits der Begriff „Watergate-Regeln“ die Runde macht. Wie heißt es doch gleich zu Anfang der Präambel: „Unabhängiger, kritischer Journalismus beruht auf Freiheit und Verantwortung.“ Vorbildlich und danke!
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