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Was will mir nur die Bahn sagen?

Diese Frage fand ich doch mehr als berech­tigt. Denn eigent­lich sollte man doch wis­sen dür­fen, was ein Pro­dukt kos­tet, bevor man es bucht, oder? Fan­gen wir der Reihe nach von vorne an. Ges­tern brauchte ich ein Ticket von Ber­lin nach Dan­zig — und zwar einen Nacht­zug. Also gab ich in die Bahn.de–Maske brav Ber­lin nach Dan­zig mit den pas­sen­den Daten an. Mich über­raschte anfangs nicht, dass es hieß „Preis­aus­kunft nicht mög­lich“. In jedem „nor­ma­len“ Unter­neh­men würde man spä­ter die Anfrage stel­len kön­nen — und die pas­sende Ant­wort erhal­ten. Also klickte ich wei­ter und wei­ter, gab als Reser­vie­rungs­op­tion „Bett in 2-​​Personen-​​Abteil mit Dusche/​WC“ ein, loggte mich dar­auf­hin ein und war­tete die ganze Zeit auf den Hin­weis „hier Ihre Preis­an­frage stel­len und abschicken“.

Zum Schluss drückte ich auf „Buchen“. Jetzt musste doch wohl der Hin­weis mit der Preis­an­frage kom­men. Nein, falsch gera­ten. „Vie­len Dank für Ihre Buchung, die wir hier­mit bestä­ti­gen“ oder so ähnlich lan­dete erst in der Online-​​Maske und kurz danach in mei­nem E-​​Mail-​​Postfach. Ich war ver­blüfft. Hatte ich eine reale Buchung ohne Preis­wis­sen durch­ge­führt? Was würde denn pas­sie­ren, wenn der spä­ter abge­buchte Preis mir zu hoch wäre? Ob ich dann die Buchung wie­der rück­gän­gig machen kann? Fra­gen über Fra­gen, mit denen sich Juris­ten oder das Bahn­Blog sicher­lich lie­bend gerne her­um­schla­gen. Aber Normalbürger?

Über­set­zen wir das doch mal auf den täg­li­chen Lebensmittel-​​Konsum: Du gehst in einen Laden, kaufst eine Kiste Bier, bezahlst nicht, da der Preis fehlt, schleppst die Kiste nach Hause, wo dir dann kurz vor dem ers­ten „Plopp“ mit­ge­teilt wird, dass diese Kiste 6,99 Euro kos­tet. Du sagst dir „viel zu teuer“, ver­zich­test auf das „Plopp“ und stellst statt­des­sen die Kiste ins Supermarkt-​​Regal wie­der zurück. Und das soll nor­mal sein?

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Geschrieben von

Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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4 Kommentare zu “Was will mir nur die Bahn sagen?”

  1. Felix E. sagt:

    Ich hatte ges­tern das glei­che Pro­blem auf die­ser Stre­cke. Preis­aus­kunft nicht mög­lich, aber buchen könnte man. „Der Preis wird dann im Ser­vice­cen­ter ermit­telt“. Auf sowas lass ich mich natür­lich nicht ein also geh ich zum Bahn­hof und lass mir den Preis aus­rech­nen. Ich bekomme alle Preise auf­ge­schrie­ben, 44 Euro für die Fahr­karte, Sit­platz, Lie­ge­wa­gen und unter ande­rem ein Schlaf­wa­gen­ab­teil zu zweit für 42 Euro. Jetzt mache ich den dum­men Feh­ler, nicht gleich zu buchen. Son­dern gehe nach Hause und bespe­che das ganze mit mei­ner Freun­din, wir beschlie­ßen das Schlaf­wa­gen­ab­teil zu buchen.
    Also geh ich noch­mal zum Bahn­hof, nehme den Zet­tel von vor­hin mit, ich möchte das jetzt buchen. Die Dame am Ser­vice­schal­ter kann jetzt die­sen Preis nicht mehr fin­den. Nach lan­gem Hin und Her fin­det sie ein Schlaf­wa­gen­ab­teil für 60 Euro statt 42. Okay ich nehme das, frag aber noch­mal nach, ob es der rich­tige Zug ist. Es gibt schließ­lich zwei Züge und ich möchte nicht den, der um 5 Uhr mor­gens ankommt. Sie druckt mit freund­li­cher­weise gleich eine Fahr­t­aus­kunft, ja es ist der rich­tige Zug. Also kaufe ich die Fahr­kar­ten. Nach Ver­las­sen des Bahn­ho­fes schau ich noch­mal drauf, die Reser­vie­rung ist nicht für den Zug, der auf der Fahr­t­aus­kunft steht, son­dern für den, der um 5 Uhr ankommt. Also geh ich zurück, schon etwas genervt, lege bei­des vor und bitte um Ände­rung. Die Bahn­an­ge­stellte sucht wie­der sehr lange in ihrem Com­pu­ter und teilt mir dann mit, daß der Zug gar kei­nen Schlaf­wa­gen hat. Ich frage nach, warum ihre Kol­le­gin denn dann einen Preis für den Schlaf­wa­gen aus­rech­nen konnte und warum der Zug im Inter­net mit Schlaf­wa­gen drin­steht? Sie wird pam­pig und erklärt mir, daß sie das ja schließ­lich nicht zum Spaß macht. Jetzt bin ich rich­tig sauer und ver­lange, daß sie das Ticket zurück­nimmt. Okay kein Pro­blem. Ich gehen nach Hause, setze mich an mei­nen Rech­ner und habe nach zehn Minu­ten ein Flug­ti­cket.
    Das Thema Bahn hat sich für mich erst­mal erledigt.

  2. Mensch sagt:

    Ist schon recht komisch die Sache. Ver­su­che schon seit eini­gen Tagen mir Karlsruhe-​​Lörrach-​​OnlineTicket (kein Nacht­zug, ganz nor­mal ICE am Tag) aus­zu­dru­cken — „Preis­aus­kunft nicht mög­lich“. Heute beim Bahn­hof aus dem Auto­ma­ten — kein Pro­blem! Hat es zufäl­lig was mit Ostern zu tun?
    Wie sieht das über­haupt Gesetz­mä­ßig aus? So viel ich weis, muss doch in jedem Laden an/​vor jeder Ware ein Preis ste­hen. Bei Bahn.de nicht?

  3. Frusti sagt:

    Und wir sin­gen alle mit:

    Es gibt NIE, NIE, NIE eine Preis­aus­kunft
    Es gibt NIE, NIE, NIE einen Preis
    Keine Info, bei KEINER Reise!
    Mit der Bahn da machste was mit!

    P.S. Sin­gen hilft nicht, aber ich habe bei der Bahn NOCH NIE online eine Preis­aus­kunft gefunden.

  4. f.feuerstein sagt:

    habe die glei­chen aben­teuer erlebt und nehme seit­dem alter­na­ti­ven:
    flie­gen oder pkw. auf den ‚ser­vice‘ die­ses ver­eins kann ich gut ver­zich­ten. zur nach­ah­mung empfohlen!!

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