Blinde Redakteure

Bild liebt Berlin

Man kann ja wirklich nicht behaupten, dass die berühmte Zeitung mit den 4 Buchstaben ihren Umzug von der Küste Hamburg nach Berlin nicht deutlich machen würde. Kaum jemand kann den Plakaten an Bushäuschen entkommen, auf denen mit Bildern unansehlicher Currywurste – selbst für Nicht-Vegetarier – und ähnlichen typischen Hauptstadtsymbolen für „Bild liebt Berlin“ geworben wird. Aber warum sie jetzt an ihrem zentralen Gebäude auch noch allen Journalisten unbedingt den Ausblick nimmt, verstehe ich nicht ganz. Will sie damit verdeutlichen, dass die Redakteure doch noch im Herzen Hamburger geblieben sind? Dass man sie besser vor der Berliner Wirklichkeit weggesperrt werden sollten? Dass sie sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren sollten, ohne auch nur einen Blick nach außen zu wagen? Fragen über Fragen, die blinde Redakteure auf jeden Fall kaum beantworten können.

3 Gedanken zu „Blinde Redakteure“

  1. Wenn man sich die Mühe macht, diese Zeitung aufzuschlagen, stellt man schnell fest, dass die Journalisten mit geschlossenen Augen schreiben.

    Mal ehrlich, eine Zeitung, sofern man sie so nennen möchte, die darauf aus ist, die Meinung eines anderen zu beeinflussen, sollte sich zumindest die Zeit nehmen, auf Rechtschreibung und Grammatik zu achten.

  2. @Silberseele: Vollkommen richtig. Und allein ein Blick in den berühmten Bildblog zeigt, dass diese Redakteure es mit der Genauigkeit nicht immer ganz genau nehmen. Aber dies auch schon vor dem Umzug.

    @Tim: O.k., Tim. Du hast natürlich recht. Es sind noch ein paar Kilometer bis zur Küste. Aber wenn man an der Elbchaussee sitzt und einen Blick auf die vorbeiziehenden Tanker wirft, dann fühlt man sich der Küste auf jeden Fall deutlich näher als hier in Berlin an der Spree. Oder?

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