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Presseakademie will keine Presse

Aus dem Leben eines Kor­re­spon­den­ten oder: Der kür­zeste Tagungs­be­such des Jah­res 2009

Die Deut­sche Pres­se­aka­de­mie ver­an­stal­tet regel­mä­ßig Semi­nare und Kon­fe­ren­zen. Dazu ver­sen­det sie dann ganz pro­fes­sio­nell Medi­en­in­for­ma­tio­nen. Auch an das PR-​​Journal und seine Kor­re­spon­den­ten natür­lich. Als die Ankün­di­gung zur Tagung Online-​​Kommunikation kommt, dachte sich der Ber­li­ner Kor­re­spon­dent — der sich auch noch ganz zufäl­lig mit dem Thema beruf­lich aus­ein­an­der­setzt -, dass er über die­sen Event doch für das größte PR-​​Portal Deutsch­lands berich­ten könnte. Gesagt getan — zumin­dest fast. Die Vor­ar­beit lief her­vor­ra­gend: Der Kon­takt über den Aka­de­mie­lei­ter war ein­fach, seine Pres­se­che­fin rea­gierte schnell und bot viel­fäl­tige Infor­ma­tio­nen an. Es schien also ein wun­der­schö­ner Tag zu werden.

Dann kam der Tag heute: Der Kor­re­spon­dent war gut vor­be­rei­tet, hatte sei­nen Anzug ange­legt, quälte sich durch den Ber­li­ner Regen zum Ver­an­stal­tungs­ort, sprang fro­hen Mutes die Trep­pen in den 1. Stock hin­auf und stand vor der Anmel­dung. „Ihr Name“, fragte die erste Emp­fangs­dame. „Domi­nik Rui­sin­ger vom PR-​​Journal“. Jetzt wurde es kom­pli­ziert. Denn die­ser Name war unter den aus­ge­leg­ten Namens­schild­chen ein­fach nicht zu ende­cken. „Ich bin über das PR-​​Journal ange­mel­det und hatte dies mit dem Aka­de­mie­lei­ter und Ihrer Pres­se­ab­tei­lung abge­stimmt.“ Trotz­dem ward der Name ein­fach nicht gefun­den. „Einen Moment bitte“, meinte die Dame.

Eine Minute spä­ter kam die zweite Emp­fangs­dame — die­ses Mal blond statt schwarz. Wie­der erklärte der Kor­re­spon­dent die Situa­tion. „Sie sind nicht auf der Liste“, meine die blonde Emp­fangs­dame. „Und Presse wol­len wir hier nicht.

„Okay, dachte sich der plötz­lich uner­wünschte Kor­re­spon­dent ziem­lich ver­wun­dert: Ich will meine Bericht­er­stat­tung ja nicht auf­drän­gen — und ver­ließ den Ort. „Pres­se­aka­de­mie ohne Presse“, schoss ihm durch den Kopf, als er um kurz nach 17 Uhr wie­der durch den Nie­sel­re­gen zur S-​​Bahn lief. Dabei musste er selbst ein wenig schmun­zeln. Viel­leicht sollte die Pres­se­aka­de­mie im Vor­feld ein­fach einen inter­nen Work­shop zum Thema „Interne Kom­mu­ni­ka­tion“ oder wahl­weise „Presse– und Medi­en­ar­beit“ bzw. „Umgang mit Jour­na­lis­ten“ ver­an­stal­ten. Dann klappt es beim nächs­ten Mal sicher bes­ser — auch mit dem Korrespondenten.

Update: Trotz allem Ärger gibt es auch gute Nach­rich­ten. So hat der Kor­re­spon­dent hohe Ach­tung davor, dass sich inzwi­schen alle Ver­ant­wort­li­che beim PR-​​Journal per­sön­lich ent­schul­digt haben. Das ver­stärkt sein Gefühl, dass es beim nächs­ten Mal wirk­lich bes­ser klap­pen kann. 

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Geschrieben von

Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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2 Kommentare zu “Presseakademie will keine Presse”

  1. Oliver Jorzik sagt:

    Wie war das mit dem Schus­ter und den schlech­ten Soh­len? Aber ich meine, man muss auch ver­zei­hen kön­nen. Und für die reser­vierte Zeit hast du bestimmt wie immer eine gute Verwendung.

  2. Aber klar doch: Ver­zei­hen kann jeder, die Rauch­schwa­den ver­tei­len sich auch schon über der Stadt. Aber so geht es wirk­lich nicht. Spre­chen wir nicht immer in der PR vom sorg­fäl­ti­gen Auf­bau von Bezie­hun­gen zu Jour­na­lis­ten? Beim nächs­ten Mal klappt’s sicher­lich bes­ser — hof­fen wir es mal.

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