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Richtigstellung: Also doch mit 10% mehr!

Die Ariel Ver­brau­cher­be­ra­tung hat schnell rea­giert und uns ein State­ment zukom­men las­sen, das die „10% mehr oder weni­ger“ ins rechte Licht rückt. Lesen sie selbst:

Lie­ber Andreas Schö­ning,
Lie­ber Domi­nik Ruisinger,

vie­len Dank für Ihre Anfrage. Der Ariel-10%-Irrtum geis­tert schon ein paar Tage durchs Web und durch die Mail­bo­xen. Lei­der han­delt es sich dabei um eine Falsch­mel­dung. Auch der Autor der Prä­sen­ta­tion, die alles ein­mal los­ge­tre­ten hat, dis­tan­ziert sich heute von sei­nem Ver­gleich. Denn die­ser stimmt so nicht.

Was ist nun passiert?

Der Autor der Prä­sen­ta­tion hat das neue Pro­dukt nicht wie behaup­tet mit dem direk­ten Vor­gän­ger ver­gli­chen. Die aktu­elle Packung von 2009 hat 1,4 Liter Inhalt = 20 Wasch­la­dun­gen. Der direkte Vor­gän­ger von 2008 hat 1,26 Liter Inhalt = 18 Wasch­la­dun­gen. In der neuen Ariel Packung sind also tat­säch­lich 10% mehr drin und man kann damit auch 10% mehr Wäschen waschen. Zum Ver­gleich her­an­ge­zo­gen hat der Autor aber ver­se­hent­lich eine rund vier (!) Jahre alte Packung aus einer frü­he­ren Pro­dukt­ge­ne­ra­tion. (Durch die in den Bil­dern gezeig­ten Pro­duk­ti­ons­codes las­sen sich die Fla­schen ein­deu­tig datieren.)

Soll­ten Sie noch wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Sache wün­schen, schrei­ben Sie uns doch ein­fach eine E-​​Mail. Wir wür­den uns freuen, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Ihre ARIEL Verbraucherberatung

texterblog.de sagt herz­li­chen Dank an das Hause Proc­ter & Gam­ble für die Antwort:

Liebe Ariel Verbraucherberatung,

herz­li­chen Dank für die Rich­tig­stel­lung. Erstaun­lich, dass so man­cher Ver­brau­cher vier Jahre alte Fla­schen in sei­nem Haus­halt hat — aber viel­leicht spricht das ja für die Ergie­big­keit Ihres Produkts ;-)

Wir hof­fen, mit unse­ren Updates und Ihrem State­ment die Sache nun ins rich­tige Licht gerückt zu haben. Soll­ten Sie dar­über­hin­aus noch Fra­gen an uns haben, wür­den wir uns eben­falls freuen, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben.

Für die ent­stan­de­nen Unan­nehm­lich­kei­ten auf­grund unse­res Arti­kels möch­ten wir uns gerne entschuldigen!

Ihr texterblog.de

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Geschrieben von

Berater, Texter, Redenschreiber und Ranchverwalter. Und seit 1993 in der Kommunikationsbranche zu Hause.

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13 Kommentare zu “Richtigstellung: Also doch mit 10% mehr!”

  1. Herr Olsen sagt:

    Auch ein Blog­ger ist offen­sicht­lich nicht davor gefeit, einer Ente auf­zu­sit­zen.
    Viel­leicht dem­nächst vor­her sel­ber mal recherchieren? (-;

  2. @Herr Olsen: Um es mit Wil­liam Haz­litts Wor­ten zu sagen: „Es ist gut, daß nie­mand feh­ler­frei ist, denn er würde kei­nen ein­zi­gen Freund in der Welt haben.“ Aber Sie haben schon recht. Ein biss­chen Recher­che hat noch nie­man­dem gescha­det ;-) Vie­len Dank für’s Mit­le­sen und Kommentieren!

  3. René Hesse sagt:

    Das zeigt doch nur, das Ariel die Inhalts­menge über die letz­ten 4 Jahre redu­ziert hat, nur um jetzt mal wie­der drauf­zu­dru­cken es sein mehr drin. Mich hätte ehr inter­es­siert, warum die Menge von 1,5l auf 1,26l redu­ziert wurde und wie sich das im Preis aus­ge­wirkt hat?

  4. @René Hesse: Das zu erfah­ren ist durch­aus inter­es­sant, wenn­gleich auch Ariel – wie wohl alle ande­ren Pro­dukte – einer gewis­sen Teue­rung unter­lie­gen. Wir haben zu Ihrer Frage eine Anfrage an Ariel geschickt, und wenn wir hierzu eine Ant­wort erhal­ten, kön­nen Sie diese auf dem tex­ter­blog lesen!

  5. mac sagt:

    Schöne Geschichte. Neben­bei auch eine Story bzgl. Glaub­wür­dig­keit von Informationen.

  6. Dominik sagt:

    @mac. Sehe ich genauso. Vor allem ist es ein span­nen­des Lehr­stück über Infor­ma­tio­nen, die im Netz sich bewe­gen, über Glaub­wür­dig­keit und Nicht-​​Glaubwürdigkeit und vor allem auch über Dinge, die man auf die­sem Wege her­aus­fin­det: Zum Bei­spiel dass P&G die Ariel-​​Flaschen in den letz­ten Jah­ren ein­fach mal schrump­fen lie­ßen. Denn das ist auf Basis der jet­zi­gen Infor­ma­tio­nen eindeutig.

  7. Dr. Sorglos sagt:

    Sehr auf­schluß­reich! Nur lei­der mit fadem Nach­ge­schmack. Wie konnte der Inhalt von 1,5 Liter auf 1,26 Liter inner­halb von 3 Jah­ren schrump­fen, OHNE daß dies einem Ver­brau­cher gebüh­rend kom­mu­ni­ziert wor­den ist? Oder auf­ge­fal­len ist? Hat da Ariel klamm heim­lich den Inhalt ver­rin­gert, um uns jetzt seine ach so gran­diose Groß­zü­gig­keit ange­dei­hen zu las­sen? Nach dem Motto: Tue Gutes dann rede dar­über, tue Schlech­tes, dann sei lie­ber still und leise? Vor­bild­li­che Geschäfts­prak­tik. Inter­es­sant auch, daß sich „Pro­dukt­neue­run­gen“ die P&G als nen­nens­wert erach­tet (anschei­nend wird hier stark selek­tiert!) immer nur auf die direkte Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tion bezie­hen. Hier wird noch ein fatale Annahme deut­lich: Ver­brau­cher haben KEIN Erin­ne­rungs­ver­mö­gen. Was vor 3 oder 4 Jah­ren war, inter­es­siert bei P&G nie­man­den. Alles was zählt sind die Ver­kaufs­zah­len von heute, und um diese zu pus­hen, na da kön­nen wir doch auch mal eine kleine Not­lüge groß und gut sicht­bar (eben wer­be­wirk­sam) auf die Fla­schen eti­ket­tie­ren. Las­sen wir doch mal „fünfe“ gerade sein. Hier erschließt sich auch schön das Wort Eti­ket­ten­schwin­del. Schö­nen Dank an P&G für die­ses Lehr­stück.
    1.P.S.:
    Wahr­schein­lich wird dann noch jemand von P&G den „Men­gen­schwund“ mit erhöh­ter Hokuspokus-​​Ergiebigkeit recht­fer­ti­gen.. haha.. dass ich nicht lache. Wer nur halb­wegs im Chemie-​​Grundkurs auf­ge­passt hat, weiß wel­chen Anteil am Volu­men die sim­ple und extrem bil­lige „Zutat“ WASSER hat, und das bei nahezu allen Che­mie­pro­duk­ten für den Haus­ge­brauch, spe­zi­ell wenn sie aus der Wasch­mit­tel– und Rei­ni­gungs­in­dus­trie stam­men. Prima.
    2.P.S.:
    Aber der Ober­ham­mer ist (erschre­ckend!), dass sich die „P&G Ver­brau­cher­be­ra­tung“ auch noch traut uns zu erläu­tern, dass doch vor 4 Jah­ren die Packung eben ein­fach mehr Inhalt hatte, die „letzte Pro­dukt­ge­ne­ra­tion“ aber eben wahr­heits­ge­mäß WENIGER Inhalt hatte. Na dann ist ja alles im grü­nen Bereich, Mr. & Mrs. Ariel. Warum die Aufregung?! ?

  8. Fritz sagt:

    Stand denn auf der direk­ten Vorgänger-​​Flasche eigent­lich dann informativer-​​weise „jetzt mit 10% weni­ger Inhalt“?

  9. Dominik sagt:

    @Fritz: Ist mir per­sön­lich defi­ni­tiv nicht bekannt. Dabei wäre dies auf jeden Fall die kor­rekte Vor­ge­hens­weise gewe­sen. Aber wel­ches Unter­neh­men ist für solch ehr­li­che Knie­fälle denn fähig?

  10. Steffen sagt:

    Ich fasse das mal zusam­men:
    delta T = 4 Jahre
    delta Pro­dukt­ge­ne­ra­tion >=2
    delta V = –0,1 Liter
    Anzahl der Wasch­vor­gänge: 20 (unverändert)

    Grob gesagt ist das Pro­dukt nach nur 4 Jah­ren andau­ern­der Ver­bes­se­rung gut 6% effek­ti­ver.
    Bravo, das hat sich wirk­lich gelohnt!

    Fehlt noch der (infla­ti­ons­be­rei­nigte) Preisvergleich…

  11. Tokmaster sagt:

    Ich habe eine direkte Anfrage bei Ariel gestellt und fol­gende Rück­mel­dung erhalten:

    Vie­len Dank für Ihre Nach­richt zu unse­rem Ariel. Gern neh­men wir zu der von Ihnen erwähn­ten Prä­sen­tra­tion im Inter­net Stellung.

    Die gesamte Prä­sen­ta­tion beruht auf der Annahme, dass es sich bei den bei­den gezeig­ten ARIEL-​​Flaschen um das neue Ariel und die unmit­tel­bare Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tion han­delt — was nicht stimmt. Ariel braucht also keine neue Mathe­ma­tik – viel­mehr ist ein direk­ter Ver­gleich der bei­den Pro­dukte aus den fol­gen­den Grün­den nicht fair und nicht objektiv:

    Zwi­schen den in der Prä­sen­ta­tion ver­gli­che­nen Ariel Fla­schen lie­gen meh­rere Pro­dukt­ge­ne­ra­tio­nen.
    Das gezeigte alte Pro­dukt wurde gemäß Pro­duk­ti­ons­code im Jahr 2005 her­ge­stellt, das neue Pro­dukt stammt aus 2009. Die Angabe „+10% mehr Inhalt“ auf dem in der Prä­sen­ta­tion gezeig­ten neuen Pro­dukt bezieht sich auf des­sen direk­ten Vor­gän­ger aus dem Jahr 2008 und da wie­derum auf die Men­gen­an­gabe in Litern und nicht auf die Wasch­la­dun­gen.
    Unsere Pro­dukte wer­den lau­fend opti­miert, um Ver­brau­cher­an­sprü­chen noch gerech­ter zu werden.

    Im Ver­gleich zu dem Pro­dukt aus dem Jahre 2005 weist das neue ARIEL flüs­sig Voll­wasch­mit­tel eine über die fünf Jahre ste­tig ver­bes­serte For­mel auf, die ein opti­mier­tes Wasch­er­geb­nis bei nied­ri­ge­rer Dosie­rung pro Wasch­gang ermög­licht. Dies ist anhand der Dosie­rungs­emp­feh­lun­gen auf der Rück­seite der Pro­dukte ersichtlich.

    Unsere lau­fen­den Pro­duk­t­op­ti­mie­run­gen zei­gen sich auch in den Ergeb­nis­sen von Stif­tung Waren­test. Mit der Gesamt­note 2,1 belegt Ariel Com­pact den ers­ten Platz im aktu­el­len Vollwaschmittel-​​Test der Stif­tung Waren­test. Ariel Color & Style Com­pact ist bereits Sie­ger bei Stif­tung Waren­test unter den Color­wasch­mit­teln (Heft 2/​2007). Ariel ist somit die ein­zige Wasch­mit­tel­marke, die bei Stif­tung Waren­test sowohl im Color– als auch im Voll­wasch­mit­tel­be­reich Test­sie­ger ist.

    Wir hof­fen, dass wir mit unse­rer Ant­wort die­ses Miss­ver­ständ­nis auf­klä­ren kön­nen und wür­den uns freuen, Sie wie­der als zufrie­dene ARIEL Ver­wen­de­rIn­nen begrü­ßen zu dür­fen. Wir wür­den uns außer­dem freuen, wenn Sie die­ses State­ment an all jene Per­so­nen schi­cken, von denen Sie die Prä­sen­ta­tion erhal­ten haben.

    Gerne ste­hen wir Ihnen wei­ter­hin für etwaige Fra­gen zur Verfügung!

    Wir wün­schen Ihnen einen schö­nen Tag!

  12. @Tokmaster So ähnlich hatte uns P&G ja auch geant­wor­tet – und hatte das Thema damit für erle­digt betrach­tet. Aller­dings brachte dann kurze Zeit spä­ter ein Arti­kel der Stif­tung Waren­test neue Fra­gen auf, über die wir auf texterblog.de berich­te­ten. Und hierzu gibt es wohl noch keine Aus­rede aus­rei­chende Ant­wort aus Schwal­bach. Leider.

  13. Patricia sagt:

    Inter­es­sante Ent­wick­lung und wirk­lich erfreu­lich, dass Ariel dar­auf auch rea­giert. Das ken­nen wir ja auch anders. Trotz­dem ist eine Recher­che auf die schnelle Art nur denen mög­lich, die so alte Ariel-​​Produkte zuhause auf­be­wah­ren. Alle, die dies nicht tun, müs­sen schon erheb­lich mehr Recher­che­ar­beit leis­ten und sind unter Umstän­den dann auch nur auf den Her­stel­ler angewiesen.

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