Archiv | 2010

Das Ende der Privatsphäre

Uebermorgen.TV hat sich Gedan­ken über unsere Pri­vat­sphäre von mor­gen gemacht — nein, natür­lich über­mor­gen. Und her­aus­ge­kom­men sind Gedan­ken, die mich hof­fen las­sen, dass diese Vision so nicht voll­kom­men zutrifft.

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Happy Digital Christmas

Wie wär’s wohl gewe­sen, wenn es Face­book, Twit­ter & Co vor 2000 Jah­ren schon gege­ben hätte?
texterblog.de wünscht allen ein fro­hes Weih­nachts­fest, ganz ana­log – mit Ruhe, Besinn­lich­keit und Entspannung!

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Der PR-​​Volontär und das Sozialamt: Eine nicht-​​weihnachtliche Geschichte

Als Dozent an ver­schie­de­nen Hoch­schu­len und bei pri­va­ten Aus­bil­dungs­trä­gern habe ich das große Glück, mich regel­mä­ßig mit dem PR-​​Nachwuchs über seine Bedürf­nisse aus­tau­schen zu kön­nen, über Erwar­tun­gen, Pro­bleme, Kri­tik­punkte,  Anfor­de­run­gen und über typi­sche Berufs­fra­gen wie den rich­ti­gen Ein­tritt in den Job. Dabei steht die Suche nach einem pas­sen­den Volon­ta­riat oder einem Trainee-​​Programm stets ganz oben auf der Wunschliste.

Diese würde es durch­aus geben, so mein­ten meine Gesprächs­part­ner, aber meist zu extrem mie­sen Kon­di­tio­nen: 700 Euro pro Monat für ein Agen­tur­vo­lon­ta­riat in Ham­burg, 800 Euro in Mün­chen, immer­hin 1.000 Euro für ein Volon­ta­riat in Ber­lin — natür­lich brutto — und dies bei 50–60 Stun­den pro Woche, gerne auch am Wochen­ende – so einige der Aus­sa­gen. Aha, dachte ich mir. Nut­zen da viel­leicht Arbeit­ge­ber die schwie­rige Berufs­ein­stiegs­si­tua­tion aus?

Volon­ta­riat schon ab 590 Euro. Super.
Bevor ich gleich Agen­tur­schelte betrei­ben wollte, recher­chierte ich selbst ein wenig. Das Ergeb­nis nach 30 Minu­ten: Volon­ta­riate zu 750 Euro pro Monat, zu 830 Euro pro Monat, zu 590 Euro pro Monat, da waren die ent­deck­ten 1.000 Euro schon fast ein Glücks­griff. Gerade klei­ne­ren und mitt­le­ren PR-​​Agenturen schien der Nach­wuchs beson­ders wenig wert zu sein. Im Blog Berufs­wunsch: Irgend­was mit Medien schrieb Jana Kamin­ski von etwas zwi­schen 700 und 1600 Euro. Eine etwas weite Spanne.

Ich begann trau­rig zu wer­den: Was sollte wohl ein Stu­di­en­ab­sol­vent, der sich nach Abitur über Bachelor-​​, Diplom– oder Mas­ter­stu­di­en­gang sowie zahl­rei­chen Prak­tika für sei­nen Beruf über meh­rere Jahre lang qua­li­fi­ziert hat, denn davon den­ken? Wie sollte er von die­sen Löhne leben, wenn er keine wohl­ha­ben­den Eltern oder ein dick gefüll­tes Bank­konto hatte — eine eher sel­tene Erschei­nung zu stu­den­ti­schen Zei­ten? Denn für Neben­jobs gibt’s bei Volon­ta­ria­ten kaum eine Chance. Und ist dies wirk­lich das Ziel, dass Volon­täre sich par­al­lel in Jobs ihr Geld für das Volon­ta­riat ver­die­nen? Fast schon absurd. Also doch PR-​​Volontariate nur für den rei­chen Nach­wuchs? Kopfschütteln.

Liebe Agen­tu­ren, machen wir eine wei­tere kleine — etwas krude — Rech­nung auf: Bei einem ange­nom­me­nen Agentur-​​Tagessatz von 500–900 Euro bedeu­tet dies, dass ihr Volon­täre für über 20 Tage beschäf­tigt, aber nicht mehr als für 1–2 Tage bezahlt. Klingt wie die Suche nach bil­li­gen Arbeits­kräf­ten. Nur: Wie ist das denn mit der Ver­ant­wor­tung für den Nach­wuchs? Haben wir nicht selbst mal angefangen?

Eine Auf­gabe für die PR-​​Verbände. Drin­gend.
Noch etwas begann ich mich zu fra­gen: Warum sind die finan­zi­el­len Aspekte von PR-​​Volontariaten nicht gere­gelt? Warum gibt es zumin­dest keine kla­ren Emp­feh­lun­gen? Und warum ist dies bei den Jour­na­lis­ten­ver­bän­den wie DJV und IG Medien sau­ber bestimmt, auf die sich dann ver­ant­wor­tungs­volle PR-​​Agenturen und Unter­neh­men bezie­hen? So ist bei­spiels­weise beim Deut­schen Jour­na­lis­ten­ver­band detail­liert nach­zu­le­sen, dass Volon­täre im 1. Aus­bil­dungs­jahr zwi­schen 1.583 und 1.755 Euro (alters­ab­hän­gig) und im 2. Aus­bil­dungs­jahr 2.034 Euro pro Monat erhal­ten, auch wenn die genauen Zah­len der­zeit neu fest­ge­legt wer­den. Und wie steht die PR-​​Branche dazu? Anschei­nend gar nicht, denn Anga­ben = Fehlanzeige.

Liebe PR-​​Verbände, liebe DPRG samt Junio­ren, liebe GPRA oder lie­ber Bun­des­ver­band deut­scher Pres­se­spre­cher: Wäre dies nicht ein Thema, dem ihr euch alle inten­sivst wid­men wollt? Und dies drin­gend? Wie kommt es denn, dass die Journalisten-​​Branche klare Richt­li­nien fest­ge­legt hat und die PR-​​Branche nicht? Ist es nicht son­der­bar, dass sich Unter­neh­men bei der Ein­stel­lung von PR-​​Volontären — immer­hin — an den DJV-​​Richtlinien ori­en­tie­ren, weil sie von ihrer eige­nen Bran­che keine gebo­ten bekom­men? Oder seid ihr schon mit­ten in die­sem Pro­zess, von dem zumin­dest ich lei­der nir­gendwo etwas fin­den konnte?

Es geht um unse­ren Nach­wuchs. Jetzt.
Liebe Agen­tu­ren und Ver­bände: Wir spre­chen hier nicht von irgend­ei­nem Thema. Wir spre­chen von unse­rem Nach­wuchs und unse­rer Ver­ant­wor­tung. Und haben wir zudem nicht alle den Anspruch, dass die­ser Nach­wuchs her­vor­ra­gend aus­ge­bil­det wird, damit „die Neuen“ – ob in Agen­tu­ren, Unter­neh­men, Insti­tu­tio­nen — sich auch bes­tens und mit viel Wert für den Arbeit­ge­ber ein­set­zen lassen?

Nein, ich will hier nicht alle Agen­tu­ren über einen Kamm sche­ren. Kei­nes­wegs. Es gibt wirk­li­che Vor­bil­der, die sich an DJV-​​Richtlinien ori­en­tie­ren oder ihr eige­nes hohes Wert­emp­fin­den gegen­über Volon­tä­ren in einer anspruchs­vol­len Hono­rie­rung zeigen.

Nur: Nach den vie­len Gesprä­chen, die ich in den letz­ten Mona­ten geführt habe, bleibt bei mir das mul­mige Gefühl zurück, dass es sich bei dem Volontärs-​​Dumping kei­ne­wegs um Ein­zel­fälle han­delt. Ganz im Gegen­teil. Sollte sich also wirk­lich nicht viel geän­dert haben, seit­dem der Spie­gel vor fünf Jah­ren vom PR-​​Volontariat „Spon­so­red by Sozi­al­amt“ schrieb? Viel­leicht liege ich damit ja völ­lig falsch? Ich hoffe ja — ich fürchte aber nein.

Fröh­li­che Weihnachten.

Update:

  • Mei­nen Bei­trag hat auch das PR-​​Journal hier über­nom­men, in der sich auch Ver­bände und Agen­tu­ren äußern: http://www.pr-journal.de/lese-tipps/themen-der-zeit/9445-das-pr-volontariat-und-das-sozialamt-eine-nicht-weihnachtliche-geschichte.html
  • Das PR-​​Journal hat zum Thema einen Auf­ruf gestar­tet, um Agen­tu­ren nach ihrer Bezah­lung zu fragen.

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Schlechter Witz: Die Bahn macht Sie winterfest

Als ich heute die­sen Brief bei mir im Brief­kas­ten fand, konnte ich es wirk­lich nicht glau­ben: Da steht auf dem Umschlag wirk­lich drauf:

„bahn.bonus macht Sie winterfest!“

Bitte was? Als würde es das Win­ter­chaos nicht geben: Die Ver­spä­tun­gen, die Aus­fälle, die Ver­ei­sun­gen, gestri­che­nen S-​​Bahnen in Ber­lin — schließ­lich ist ja zum ers­ten Mal Win­ter in Deutsch­land. Als wäre also alles super.

Nein, sorry, liebe Bahn, ich bin wirk­lich fas­sungs­los. Bedeu­tet denn Glaub­wür­dig­keit, Authen­ti­zi­tät, ein ver­trau­ens­wür­di­ges Ver­hält­nis mit Kun­den heute gar nichts mehr? Oder soll dies ein Scherz sein und der Brief viel­leicht vom Bahn-​​Twitterer ;-) stam­men? Ehr­lich­keit sieht auf jeden Fall anders aus, ganz anders.

bahn macht die Menschen winterfest

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Der Herr Fischer und das Vermummungsverbot im Internet

Axel E. Fischer heißt er, der Vor­sit­zende der Enquete-​​Kommission Inter­net und Digi­tale Gesell­schaft. Wir gehen mal davon aus, dass das sein rich­ti­ger Name ist. Und die­ser Axel E. Fischer for­dert jetzt: Schluss mit den Nick­na­mes – im Inter­net müs­sen Klar­na­men her. Schluss mit anony­men Ver­steck­spiel­chen, um im welt­wei­ten Netz Has­s­tria­den abzu­feu­ern. Oder zu zivi­lem Unge­hor­sam auf­zu­ru­fen. Ross und Rei­ter sol­len genannt werden.

Is‘ klar, Herr Fischer. Dafür hat ihre Bun­des­re­gie­rung ja auch den neuen Per­so­nal­aus­weis ein­ge­führt. Damit sich ein jeder im Inter­net zu erken­nen gebe. Mit allen Sicher­heits­lü­cken, die die­ses wun­der­bare Sys­tem so bie­tet. Bis den aller­dings jeder hat, dau­erts ja noch ein wenig. Bleibt also nur abzu­war­ten, bis wir von Ihnen auch noch eine Impres­sumpflicht für pri­vate Facebook-​​Pages bekom­men, der Ein­trag im Tele­fon­buch zur Pflicht wird – und wir am Klin­gel­schild unsere „Kunden“-Numer bei der GEZ ange­ben müssen.

Oder – um es mit der Wor­ten aus der Twit­ter­ge­meinde zu sagen: Wär­me­schutz­ver­ord­nung für Win­dows, Gen­mais­zu­las­sung auf Ser­ver­far­men, Was­ser­qua­li­täts­ver­ord­nung für Quell­text, Nicht­rau­cher­schutz in Sozia­len Netz­wer­ken. Oder last but not least: Die For­de­rung, Ihre For­de­rung ernst zu nehmen.

Wer­ter Herr Abge­ord­ne­ter Fischer: Löschen Sie sich doch ein­fach. Nicht nur aus dem Inter­net – son­dern am bes­ten gleich aus der Politik.

Mit freund­li­chen Grüßen

Andreas Schö­ning (in echt jetzt!)

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Wir müssen ins Facebook. Wieso?

Ersetze „Inter­net“ durch „Face­book“. Diese Auf­gabe würde ich gerne jedem Mal zu die­sem noch immer wun­der­ba­ren Video stel­len. Und dann bitte schön die Frage nach dem „Wieso“ beant­wor­ten. Gibt es viel­leicht nicht Alter­na­ti­ven? Fiel mir gerade so ein als ich einen klei­nen Bei­trag im Rah­men mei­nes Buch­pro­jek­tes schrieb und zur Dis­kus­sion stellte.

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