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Abschied von Santiago

2,5 Tage liegt San­tiago bereits hin­ter mir. Was war das fuer eine Begeg­nung? Auf jeden Fall eine politisch-​​historische. Und was ist das fuer eine Stadt? Auf jeden Fall eine span­nende und besu­chens­werte. Im ers­ten Augen­blick wirkt sie harm­los und fast ein wenig lang­wei­lig: Das Zen­trum besteht mehr oder weni­ger aus Fuss­ga­en­ger­zo­nen, Geschaef­ten, Stras­sen­ca­fes, schoenen Pas­sa­gen und eini­gen Plaet­zen. Eigent­lich fast wie bei uns. Furcht­er­re­gend ist anders, obwohl die Stadt immer­hin 5 Mio. Ein­woh­ner hat — und damit groes­ser als Ber­lin ist.

Was macht sie dann aus? Sehr scho­ene Kir­chen — zer­sto­ert, wie­der­auf­ge­baut, zer­sto­ert, wie­der­auf­ge­baut — gerade auch im Unter­schied zu Bue­nos Aires. Fas­zi­nie­rende Museen: Das Museum der Erin­ne­rung — siehe Artikel, das dem Pari­ser Petit Palais nach­emp­fun­dene Museo de Bel­las Artes, die hyper­mo­derne Kul­tur­samm­lung unter dem Pra­e­s­i­den­ten­pa­last La Moneda oder das in sich ver­schach­telte Neruda-​​Haus. Noch ael­tere Geschichte gefragt? Dann nix wie ins Museo de Arte Pre­co­lum­biana. Ja, es gibt viel zu sehen.

Nach­le­ben? Gibts. Das laute, ange­sagte Bar­rio Bel­la­vista, das fei­nere Bar­rio Bel­las Artes, die Cafes rund um die alter­na­tiv ange­hauchte Plaza Bra­sil, der Uni-​​Bereich oder das ele­gante Providencia-​​Viertel. Wer will kann hier pro­blem­los lange Stun­den an Bars ver­brin­gen, die ich mir aber fuer das naechste Mal auf­ge­ho­ben habe. Dazu war das Wet­ter ein­fach zu schoen.

Essen? Auch kein Pro­blem — v.a. fuer Fast­food­fans. Chile hat naem­lich schein­bar die Fast­food­kul­tur mehr oder weni­ger zur natio­na­len Erna­eh­rung erkla­ert. Und an den Staen­den und in den Restau­rants immer das selbe bild: Man nehme ein Hotdog-​​Broetchen, packe eine Wie­ner Wurst rein, bestrei­che das ganze dick mti Avocado-​​Creme und Mayo und denne das dann „ita­liano“. Genau dies — oft im Dop­pel­pack und fett erga­enzt mit zusaetz­lich Ketchup und Senf — schie­ben sich die Chi­le­nen zur Mit­tags­zeit rein. Aber wenn ich an mein wun­der­vol­les 400g Filetsteak im Las Vacas Gordas — also den fet­ten Kue­hen — denke, lecker!

Einen fet­ten Haken hat aber die Stadt — und wahr­schein­lich das ganze Land: Die Kaf­fee­qua­li­taet geht gar nicht — gerade fuer Ex-​​Kolumbianer. War sie schon in Argen­ti­nien von mit­tel­ma­es­si­ger Qua­li­taet, geht sie trotz prak­ti­schen Ket­ten im Cafe Haiti hier meist gar nicht. Mucke­fuck sagen die einen, Nescafe u.ae. die ande­ren. Wer aber ansons­ten au Geschichte, auf Kul­tur, auf Lite­ra­tur steht, sollte sich diese ansons­ten recht nor­male Gross-​​Klein-​​Stadt fuer den naechs­ten Besuch vormerken.

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Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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