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Museum gegen das Vergessen

Museo de la Memoria

Museo de la Memo­ria y los Derechos Huma­nos in San­tiago de Chile

Museo de la Memo­ria y los Derechos Huma­nos heisst die­ses frisch ero­eff­nete Museum in San­tiago de Chile. „… eine Ein­la­dung, um ueber die Angriffe auf das Leben und die Wuerde der Men­schen zwi­schen dem 11. Sep­tem­ber 1973 und dem 10. Maerz 1990 nach­zu­den­ken.“ So die beglei­tende Bro­schuere. 5 Stun­den habe ich mich heute mit die­sem Thema aus­ein­an­der gesetzt.

Warum? Jeder, der Chile besucht, wird an die Ver­bre­chen der Pinochet-​​Diktatur erin­nert, der Zehn­tau­sende zum Opfer fie­len. „Nunca mas“, nie­mals mehr, ist des­halb ein haeu­fig benutz­ter Auspruch in die­sem Land — wie auch in Argen­ti­nien. Chile hat die­sem „Nunca mas“ die­ses am 12. Januar 2010 ero­eff­nete Museum gewid­met. Ein Besu­cher schrieb tref­fend ins aus­lie­gende Aus­stel­lungs­buch: „Unsere Geschichte spielt sich in jedem Raum des Muse­ums wie­der, vol­ler Gefu­ehle und Gefu­ehls­re­gun­gen, die uns den Schmerz beglei­ten las­sen und dazu bei­tra­gen, dass all dies „Nunca mas“ gesche­hen wird. Heute geho­ert Chile uns.“

Wie inten­siv sich das Museum dem Thema Men­schen­rechte annimmt, ist schon auf dem Vor­platz zu lesen — der Plaza de la Memo­ria: Die Dekla­ra­tion der Men­schen­recht mit allen 30 Arti­keln ist an die Wand geschla­gen. Chile hatte diese unter­schrie­ben, als all diese Greu­el­ta­ten, denen ich schon in mei­nem Fried­hofs­ar­ti­kel gedacht habe, durch­ge­fu­ehrt. Nicht nur das: Der chi­le­ni­sche Bot­schaf­ter Hernan Santa Cruz war sogar einer der acht Auto­ren des Dokumentes.

Greu­el­ta­ten in einer Bru­ta­li­taet gegen die Mensch­lich­keit, denen sich das Museum auf beein­dru­ckende Weise annimmt: In laut don­nern­den Ori­gi­nal Audio– und Vidoe-​​Dokumenten unter ande­rem am Tag des Put­sches, in auf­wu­eh­len­den per­so­en­li­chen Stel­lungs­nah­men, in Zei­tungs­ar­ti­keln und Bil­dern, in Kin­der­zei­chun­gen und in Inter­views mit Fol­ter­op­fern — mal stumm, mal schrei­end, mal berich­tend — immer emotionalisierend.

Museo de la Memoria in Santiago de Chile

Pla­kate, Stel­lungs­nah­men, Fotos, die an den Putsch und seine grau­en­haf­ten Fol­gen erinnern

Stufe fuer Stufe, Kapi­tel fuer Kapi­tel wird in dem moder­nen Glas­ku­bus die Geschichte vom Kom­men und Gehen der Dik­tak­tur auf­ge­ar­bei­tet. Nicht nur auf Chile begrenzt: Schon im Ein­gangs­be­reich zeu­gen Berichte aller welt­wei­ten Wahr­heits­kom­mis­sio­nen — samt Stasi-​​Kommission in Deutsch­land — von den erfolg­ten, mal gelun­ge­nen mal geschei­ter­ten Ver­su­chen der Aufarbeitung.

Nur eines ist schade — wenn es mich per­so­en­lich nicht betrifft: Warum hat man alle Texte nur auf Spa­nisch auf­ge­fu­ehrt? Warum gibt es nicht einen inter­na­tio­na­len Ansatz, um auch das Aus­land an der Auf­ar­bei­tung teil­neh­men zu las­sen, die die­sen Umsturz teils unters­tu­etzt und gefo­er­dert, teils kri­ti­siert, teils gar nicht beach­tet haben? Aber viel­leicht kommt das ja noch.

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Geschrieben von

Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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