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Die Zukunft des Qualitätsjournalismus ist online

Im aktu­el­len jour­na­list fiel mir ein Zitat auf: „Als größte Her­aus­for­de­rung gilt nach wie vor, dass junge Men­schen sich vom soge­nann­ten Qua­li­täts­jour­na­lis­mus abwen­den“, so ein Ergeb­nis einer aktu­el­len Online-​​Umfrage von news aktu­ell und Fak­ten­kon­tor. Und sechs Zei­len heißt es wei­ter: „Die Haupt­ge­fahr für den eta­blier­ten Jour­na­lis­mus wird zuneh­mend im Inter­net gese­hen.“

Diese bei­den Zitate haben mich doch zum Nach­den­ken gebracht. Denn über­setzt sagt dies nichts ande­res aus, als dass wir — zumin­dest in Deutsch­land — online über kei­ner­lei Qua­li­täts­jour­na­lis­mus ver­fü­gen und somit auch junge Men­schen gar nicht mehr errei­chen kön­nen. Doch ver­birgt sich in die­sem Pro­blem nicht auch die Lösung?

Müss­ten wir es nicht als unsere Auf­gabe ver­se­hen, genau die­sen Qua­li­täts­jour­na­lis­mus ver­stärkt online zu eta­blie­ren … neben SpOn und ein paar wei­te­ren jour­na­lis­tisch wert­vol­len Ange­bo­ten? Ließe sich nicht exakt so die bereits ver­lo­rene oder der­zeit ver­lo­ren gehende Ziel­gruppe der jun­gen Men­schen zurück­ge­win­nen bzw. wie­der neu binden?

Und wenn die Zukunft des Qua­li­täts­jour­na­lis­mus online ist: Könnte dies nicht eine Auf­gabe z.B. der öffentlich-​​rechtlichen Anstal­ten sein, um auf diese Weise ihrem Auf­trag der Infor­ma­ti­ons­ba­sis­ver­sor­gung für alle nach­zu­kom­men? Und dies sogar gegen­über einer für Wer­be­kun­den höchst attrak­ti­ven Zielgruppe?

Fra­gen über Fra­gen zu einer Dis­kus­sion, bei der wir in hie­si­gen Gefil­den noch ganz am Anfang ste­cken. Lei­der. Denn Ant­wor­ten wären jetzt gefragt.

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Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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3 Kommentare zu “Die Zukunft des Qualitätsjournalismus ist online”

  1. Wenn der Autor des Arti­kels von „Gefahr“ spricht, drängt sich mir der Gedanke auf, dass da jemand grad so mal eben seine Text­ver­ar­bei­tung bedie­nen kann.
    Allein schon wegen der Masse an Bei­trä­gen, die online ver­öf­fent­licht wer­den, besteht schon eine sta­tis­ti­sche viel höhere Wahr­schein­lich­keit, dass (zah­len­mä­ßig) mehr Qua­li­tät zu fin­den ist. Man muss diese Qua­li­tät nur auf andere Weise fin­den, als zum nächs­ten Kiosk zu gehen, „Spie­gel“ zu sagen und sein Geld auf den Tre­sen zu legen.
    Nur weil die Her­ren und Damen eta­blier­ten Jouna­lis­ten die Zei­chen der Zeit nicht erken­nen (wol­len? kön­nen?) heißt das noch lange nicht, dass man gleich mit der Ver­wen­dung von Begrif­fen wie „Haupt­ge­fahr“, die man sonst eher vom Bun­des­mi­nis­ter der Ver­tei­di­gung hört, eine Bedro­hungs­lage sug­ge­rie­ren muss.

  2. Dominik sagt:

    Wie wahr. Vor allem ver­ge­ben sie ihre eigene Zukunfts­chance. Pro­fes­sor Peter Kruse hat bei der letz­ten re:publica erklärt, dass Jour­na­lis­ten eine wich­tige Funk­tion als Navi­ga­tor durch den Infor­ma­ti­ons­d­schun­gel haben — viele Leser wer­den ihnen dabei extrem dank­bar sein. Nur müs­sen sie diese Funk­tion auch wirk­lich erfül­len. Ein­fach nur „Gefahr“ zu schreien, hilft dage­gen nie­man­dem: Weder ihrer eige­nen künf­ti­gen Rolle noch ihren Lesern.

  3. Ray sagt:

    Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass die ängst­li­chen Jour­na­lis­ten alle­samt nicht in der Lage sind, die phy­si­schen Medien (print, digi­tal) zu abstra­hie­ren. Wer im „Medi­en­be­reich“ arbei­tet, weiss, dass der Kos­ten­druck auf die Ver­lage seit län­ge­rem einen deut­li­chen Druck auf die jour­na­lis­ti­schen Arbeits­plätze bzw. Hono­rare aus­üben. Die­ser kann online nur dann aus­ge­gli­chen wer­den, wenn dort Geschäfts­mo­delle zum Zuge kom­men, die hoch­wer­ti­ger jour­na­lis­ti­scher Arbeit eine ver­nünf­tige Hono­rie­rung gegen­über­stel­len kön­nen. Im Moment ist das in den wenigs­ten Fäl­len der Fall. Die Hono­rare im Online-​​Bereich lie­gen — soweit ich weiss — weit unter dem Print­be­reich und befin­den sich unter dem Ein­fluss von Con­ten­tagen­tu­ren der ver­schie­dens­ten Colo­eur wei­ter im Fall. Bei wei­te­rem Ver­lauf die­ser Ent­wick­lung wer­den eben ver­mehrt Jour­na­lis­ten, die ihre Fami­lie ernäh­ren müs­sen, in die PR oder ins Mar­ke­ting wech­seln. Wo der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus bleibt, wer­den wir dann sehen.

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