Abgelegt unter | Fachtext, Featured

medium magazin im neuen Layout

medium magazin im neuen Layout

Relaunch des medium maga­zin zur Aus­gabe April/​Mai 2010

Ich war schon sehr gespannt gewe­sen, als ich bei der Rück­kehr von der Lon­do­ner CDISC Kon­fe­renz im Brief­kas­ten das frisch relaunchte medium maga­zin fand. Schließ­lich ist es mein Lieblings-​​Medienmagazin. Und jetzt nach zwei Tagen lesen kann ich eines sagen: So rich­tig glück­lich macht mich das neue Lay­out nicht.

Nach fünf Jah­ren hat es sich mit dem Spa­nier Javier Errea einen inter­na­tio­nal renom­mier­ten Desi­gner für den Relaunch genom­men: Die­ser ver­passte dem Heft erst ein­mal eine neue Type, die sehr domi­nante „Lei­tura“. Die Schrift ist gut les­bar, ihre Fett­ver­sion hebt Über– und Zwi­schen­über­schrif­ten deut­lich erkenn­bar her­vor – wirkt aber gleich­zei­tig durch den gerin­gen Zei­len­ab­stand sehr gepresst und anstren­gend zu lesen.

Chef­re­dak­teu­rin Annette Milz schreibt im Edi­to­rial, dass sie die Heft­struk­tur in drei Teile kla­rer geord­net haben. Diese drei Teile habe ich bis­lang nur im Inhalt­ver­zeich­nis ent­deckt. Zwar hat Errea dem Maga­zin einen schön erkenn­ba­ren und kon­se­quenz durch­gän­gi­gen Rubrik­kopf gestal­tet. Ansons­ten fehlt es mir an Ori­en­tie­rung, mich lese­lus­tig und wis­sens­be­gie­rig durchs Heft zu navigieren.

Dazu kom­men viele hand­werk­li­che Dinge, die mir nicht gefal­len und mich eher ver­wir­ren: Bil­der wie die von Mathias Döpf­ner oder vom Inter­view mit Anto­nia Rados sind durch die geringe Auf­lö­sung völ­lig unscharf; mal sind die Link­tipps in grauer Schrift, mal wer­den sie zusätz­lich leuch­tend gelb unter­legt; Über­schrif­ten wir­ken nicht ein­heit­lich, son­dern schwan­ken teils von Seite zu Seite im Stil wie in wech­seln­den Grö­ßen — von dezent bis rie­sig die Story fast erschlagend.

Außer­dem führt das Papier dazu, dass gerne die vor­he­ri­gen bzw. nächs­ten Sei­ten durch­schei­nen — gerade bei län­ge­ren Tex­ten ziem­lich stö­rend. Und noch etwas: Warum man für die Erst­aus­gabe ein fast schwar­zes Cover wählte, auf dem Gio­vanni di Lorenzo und Jakob Augs­tein eher wie Toten­grä­ber wir­ken, bleibt mir ein Rätsel.

Ins­ge­samt wirkt das Heft so sehr unru­hig, wenig Ori­en­tie­rung lie­fernd, fast unfer­tig. Als hätte man hier einen Relaunch gestar­tet, die­sen aber noch nicht kon­se­quent umge­setzt. Ich weiß, es ist die Erst­aus­gabe — und vie­les wird sich (hof­fent­lich) noch bes­sern. Bis­her hat das Lay­out meine Lese­lust auf jeden Fall eher geschmä­lert. Trotz­dem bleibt es wei­ter­hin mein Lieb­lings­ma­ga­zin. Schließ­lich kommt es vor allem auf den Inhalt an — und da gibt es zum medium maga­zin in Deutsch­land keine Alternative.

Update 13. Mai 2010: Ich habe heute auf die­sen Bei­trag hin eine sehr per­sön­li­che E-​​Mail der Chef­re­dak­teu­rin des medium maga­zins erhal­ten. Kom­pli­ment auch von hier für die gute Medi­en­be­ob­ach­tung und die posi­tive Reak­tion auf Kri­tik. Das ist nicht immer so.

Share |

Geschrieben von

Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

Kontakt mit dem Autor aufnehmen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Umfragen

Nach 2 Jahren haben wir das Layout des texterblogs völlig verändert. Wie gefällt es euch?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Tags