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Freiheit fuer alle Gefangenen

Gefahr. Ent­fu­eh­rung. Ter­ror. Non-​​Go-​​Land. Bedro­hung. Angst. Warum Kolum­bien. Die­ses waren einige Begriffe, dich ich in den letz­ten Wochen vor mei­ner Abreise zu hoe­ren bekam. Voll­kom­men nor­mal, wenn man von aus­sen auf die­ses Land blickt und als ein­zige Quelle die bekann­ten Medien nennt. Wer hier ankommt, erha­elt ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild. Und Angst kenne ich eigent­lich nicht — wenn man die bekann­ten Non-​​Go-​​Areas meidet.

Dafuer sorgt schon die extrem hohe Militaer-​​Praesenz. An jeder Ecke steht eine Gruppe Jungs mit schwe­ren Waf­fen. Ihre Auf­gbe: Sicher­heit ver­mit­teln. Ihr Vor­ge­hen: Unent­wegt SMS an Freunde und Fami­lie ins Black­berry tip­pen, da sie sich so unglaub­lich lang­wei­len. Schliess­lich gibt es fuer sie nichts zu tun. Hat man dies ein­mal erkannt, las­sen sich die freund­li­chen Jungs ganz prima als Frem­den­fu­eh­rer und Info­bo­ten miss­brau­chen. Prak­tisch. Liesse sich dies nicht auch bei uns einfuehren?

Aber poli­tisch ist diese Stadt. Vor allem poli­ti­siert auf­ge­wu­ehlt, dass noch immer Men­schen vor allem von der Guer­rilla– und Terror-​​Organisation FARC ent­fu­ehrt, ermor­det wur­den oder bis heute gefan­gen gehal­ten wer­den. Immer wie­der bricht diese Wut aus. In ihrer gan­zen Inten­si­taet. Zum Bei­spiel ges­tern, 6.12.2011: Punkt 12 brach kur­zer­hand das oef­fent­li­che Leben zusam­men. Zig­tau­sende Kolom­bia­ner stro­em­ten durch die teils gesperrte Innen­stadt und for­der­ten laut­hals das Ende der FARC und die sofor­tige Frei­las­sung der Gefan­ge­nen: „No mas FARC“, „Libe­ren­los ya“ schallte stun­den­lang durch die Gas­sen — und dies lan­des­weit. Kin­der, Erwach­sene, Gross­el­tern, Stu­den­ten, Poli­zis­ten, Arbei­ter ein­ge­hu­ellt in T-​​Shirts, Fah­nen, Tue­cher mit den obi­gen Losun­gen und der Beto­nung: Wir sind Kolom­bia­ner. „Yo soy Colombia“.

In sol­chen Momen­ten wird einem bewusst, in was fuer einem Lnd man sich hier befin­det, auf­ge­wu­ehlt, erscho­epft, erzu­ernt ueber alle For­men der Gewalt des Krie­ges, muede, nach Frie­den schrei­end, ein Ende der Gewalt for­dernd, die Frie­dens­taube ueber sich wehen las­send. Wie rief doch ein Red­ner vom Podium: „Wir sind fro­eh­lich, wir sind herz­lich, so sind wir Kolom­bia­ner in Wirk­lich­keit“. Fuer die­ses sym­pa­thi­sche Volk laesst sich nur hof­fen, dass sie diese posi­ti­ven Eigen­schaf­ten irgend­wann in der Zukunft aus­schliess­lich zei­gen duer­fen und die andere Gegen­wart dann Ver­gan­gen­heit sein wird. Nur wann?

Kolumbien hofft auf Frieden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Massendemonstrationen in Bogota fordern das Ende der FARC

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Geschrieben von

Kommunikationsberater, Journalist, Autor, Dozent, Reisender, Lebensliebhaber, Trapezartist zwischen Off- und Online-World

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