Alle Beiträge von Andreas Schöning

Berater, Texter, Redenschreiber und Ranchverwalter. Und seit 1993 in der Kommunikationsbranche zu Hause.

Wenn „Kreative“ Briefe schreiben…

… dann kann es schon mal zu kleinen Fehlern in der Datenbank kommen. Denn Juliane Paperlein ist laut Verlagsangaben Ressortleiterin Medien bei Horizont – wenngleich ihr der Titel der Staatssekretärin (in der weiblichen Form) sicherlich nicht zu verdenken wäre. Ach ja: Und Straße wird nach den Regeln der Rechtschreibung mit ß geschrieben, lieber ADC. Aber klar: Rein optisch macht das Doppel-s natürlich mehr her ;-)

Foto via facebook.com/horizont

Aus Verlierern werden Sieger – aus Siegern werden Verlierer

Mit Spannung wurden sie erwartet: Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Viel wurde prognostiziert, geschätzt und gemutmaßt – ab halb sieben werden die ersten Hochrechnungen und Ergebnisse präsentiert.

So emotional der Wahlkampf (zumindest hier in BaWü) geführt wurde, so emotional wird es nach Bekanntgabe der ersten Zahlen weitergehen. Denn dann werden aus Verlierern plötzlich Sieger, und aus Siegern werden Verlierer. Je nach politischer Couleur und hochgerechnetem Ergebnis ist dann der letzte Tabellenplatz noch ein „großer Erfolg und eine Bestätigung des erfolgreichen Kurses“, und dem Walsieger wird attestiert, dass er „nicht das Vertrauen der Menschen gewinnen konnte“.

Allerlei politischer Spitzfindigkeiten werden wir heute abend in den Fernsehstudios dieser Republik erleben und dulden müssen. Dabei wäre es doch so einfach, ein den Sieg der anderen zu akzeptieren und die eigene Niederlage einzugestehen (und natürlich auch umgekehrt).

Oder wie Andie Breme einst sagte: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!

Wahlprogramme in Baden-Württemberg: Prädikat unverständlich

Rechtzeitig vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Parteien ihre Programme veröffentlicht. Die Uni Hohenheim hat sich die Mühe gemacht, die bis zu 241 Seiten langen Veröffentlichungen zu analysieren – mit ernüchterndem Ergebnis:

Auf der von 0 (nicht verständlich) bis 20 (sehr verständlich) reichenden Skala das „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ erreicht das verständlichste Parteiprogramm (CDU) gerade mal die Marke von 11,2 Punkten. Das Programm der Liberalen liegt mit 4,6 Zählern“nur knapp über der durchschnittlichen Verständlichkeit politikwissenschaftlicher Doktorarbeit“.

Das kürzeste Programm legten die Sozialdemokraten vor (rund 20.150 Wörter), die Grünen formulierten am ausführlichsten (ca. 48.000 Wörter), und die FDP hält den Rekord in Sachen Satzlänge: Stolze 90 Wörter pressen die Liberalen in einen Satz.

Erfreulich: Alle Parteien haben auch sogenannte Kurzprogramme publiziert. Diese sind den Hohenheimer Wissenschaftlern zufolge allesamt verständlicher. Wer’s noch kürzer mag: Der Wahl-o-Mat gibt eine Orientierung zur Übereinstimmung zwischen persönlicher Meinung und Parteiprogramm – bezogen auf 38 unterschiedliche Thesen.