Autorenarchive | Andreas

Was ist falsch an „Mädchen sind die besseren Schüler“?

Die Geschichte mit den Ver­län­ge­rungs­ka­be­lIn­nen hat mich neu­gie­rig gemacht und mich zur Wiki-​​Seite „Binnen-​​I“ geführt. Als Binnen-​​I wird jenes groß­ge­schrie­bene I im Wort bezeich­net, das die weib­li­che Form kenn­zeich­nen soll. Inter­es­sant – der Name war mir so noch nicht untergekommen.

Im sel­ben Arti­kel wird natür­lich auch über Pro und Kon­tra des Binnen-I’s berich­tet. In Zusam­men­hang mit der femi­nis­ti­schen Lin­gu­is­tik liest sich das dann wie folgt:

Gemäß der gän­gi­gen Sprach­auf­fas­sung ist der Satz: „Mäd­chen sind die bes­se­ren Schü­ler“ sinn­voll, da das Wort „Schü­ler“ sowohl Mäd­chen als auch Jun­gen bezeich­net. DasGenus ist im Deut­schen oft nicht mit dem Sexus des Bezeich­ne­ten kon­gru­ent. Nach Auf­fas­sung der femi­nis­ti­schen Lin­gu­is­tik ist der Bei­spiel­satz aber inak­zep­ta­bel. For­mu­lie­run­gen, in denen Schü­le­rin­nen zu „Schü­lern“ gemacht wür­den, sind nach der femi­nis­ti­schen Lin­gu­is­tik gene­rell abzu­leh­nen (vgl. hierzu den soge­nann­ten „femi­nis­ti­schen Impe­ra­tiv“: „Bezeichne nie eine Frau, ein­schließ­lich dir selbst, mit einem gram­ma­ti­schen Mas­ku­li­num.“). Folg­lich dürfe das Wort „Schü­ler“ nur als spe­zi­fi­sches Mas­ku­li­num benutzt und ver­stan­den wer­den (als Wort, das sich nur auf Jun­gen bezieht). Die For­mu­lie­rung: „Mäd­chen sind die bes­se­ren Schü­le­rin­nen“ sei ebenso falsch, da durch den Begriff „Schü­le­rin­nen“ die Jun­gen als Ver­gleichs­gruppe aus­ge­schlos­sen wer­den. Rich­tig sei der Satz: „Mäd­chen sind bes­sere Schü­le­rin­nen, als Jun­gen Schü­ler sind“, der aber umständ­lich for­mu­liert ist.

Dazu fällt mir nur noch Peter Zew­gats Lieb­lings­satz ein: „Mann, Mann, Mann!“

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Innen oder –Innen?

Caramba! Welch schö­nes Fund­stück aus einem Bau­markt. Ver­län­ge­rungs­ka­be­lIn­nen – nun scheint die sprach­li­che Geschlech­ter­gleich­ma­che­rei auch in Heim­wer­ker­krei­sIn­nen ange­kom­men sein. Oder han­delt es sich doch nur nur um ein klei­nes Exem­pel ver­un­glück­ter Typografie? ;-)

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Alles was Recht(s) ist.

Inter­es­san­tes gestal­te­ri­sches Detail — man bekommt die Befürch­tung, das an die­ser Deut­schen Schule eini­ges mit „rech­ten Din­gen“ zugeht.

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Na dann Prost!

Jeder kennt sie: die illus­tren Über­set­zun­gen aus asia­ti­schen Gebrauchs­an­lei­tun­gen, oder die mit­un­ter inter­es­sant anmu­ten­den Zuta­ten­lis­ten auf so man­chen Spei­se­kar­ten — Kol­lege Feh­ler­teu­fel ist ein Unbarm­her­zi­ger und schlägt immer, gerne und vor allem häu­fig zu.

So rich­tig toll wird’s aber erst, wenn sich die tex­tende Zunft mal wie­der „was ganz beson­de­res“ ein­fal­len lässt und mit dritt­klas­si­gen Kalau­ern (im Fach­jar­gon auch „Klas­si­ker“ genannt) zu glän­zen ver­sucht. Oder wenn sie ein­fach mal gar nichts denkt, weil sie denkt dass die Kol­le­gen in der Gra­fik das schon alles machen und die wie­derum den­ken, dass die Tex­ter ja… — aber stau­nen Sie selbst.

Für die­ses und viele wei­tere belus­ti­gende, beschä­mende und zum Kopf­schüt­teln geeig­nete Glanz­stü­cke (meist) deut­scher Tex­ter­kunst gibt’s auf Face­book übri­gens eine ganze Gruppe: „Hier kotzt das Tex­ter­herz“. Viel Vergnügen!

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Deutsch-​​Schweizer Freundschaft?

Auf den Tag vor genau fünf Jah­ren – am 22. März 2005 – unter­schrie­ben die Vor­stände der SWISS und der Luft­hansa den Ver­trag über die Inte­gra­tion in den Lufthansa-​​Konzern.

Was heute (zumin­dest in der offi­zi­el­len Ver­sion) als gemein­sa­mer Erfolgs­kurs ange­prie­sen wird, war für viele Schwei­zer ein offe­ner Schlag ins Gesicht – und ist es bis heute geblie­ben. Zu dra­ma­tisch waren die Erleb­nisse um das Groun­ding der vor­mals welt­weit aner­kann­ten und hoch geschätz­ten Air­line; zu viel Natio­nal­stolz hing im wahrs­ten Sinne des Wor­tes „in der Luft“, als es darum ging, ein Stück Schweiz nach Deutsch­land zu verkaufen.

Ich hatte vor und wäh­rend(!) des Groun­dings die Gele­gen­heit, Swiss Air zu flie­gen und bin just am ver­gan­ge­nen Wochen­ende wie­der mit LX geflo­gen: Wenn man sich mit Mit­rei­sen­den unter­hält merkt man schnell, dass die Air­line nicht mehr das Anse­hen genießt, das sie ein­mal hatte. Das wirt­schaft­li­che Modell SWISS mag wie­der auf Kurs gekom­men sein, doch in den Köp­fen der Schwei­zer ist der Car­rier schon lange nicht mehr die Air­line, die das Schwei­zer­kreuz mit Stolz trägt. Trotz­dem: Die Mut­ter hat ihre Toch­ter auf den rich­ti­gen Weg geschickt.

Doch nicht alles ist neu gewor­den. Und das ist gut so. Die Cabin Crews der SWISS leis­ten nach wie vor wun­der­bare Arbeit, sind stets freund­lich, äußerst hilfs­be­reit – und vor allem unglaub­lich aufmerksam.

Schöne Eigen­schaf­ten, wie ich finde, von denen die Mut­ter gerne von der Toch­ter ler­nen darf. In die­sem Sinne: Happy Birth­day, Luft­hansa und SWISS.

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Macht Facebook unglücklich?

facebook

In die Schlag­zei­len gekom­men: Laut einer Stu­die der Uni Zürich sind Facebook-​​Nutzer weni­ger glück­lich als Nicht-​​Nutzer.

Die Schlag­zei­len sorg­ten in Fach­krei­sen für eini­ges an Auf­se­hen: „Face­book macht Nut­zer nicht glück­lich“, „Facebook-​​Verweigerer sind erfolg­rei­cher im Job“ oder „Social-​​Network-​​Studie: Un-(soziale) sind glück­li­cher“ titel­ten zahl­rei­che Medien Mitte die­ser Woche. Der Anlass: Eine jüngst von der Uni­ver­si­tät Zürich ver­öf­fent­lichte Stu­die, die der Frage nach­ging, wel­che Per­sön­lich­kei­ten Face­book nut­zen und ob sie zufrie­de­ner sind als Nicht-​​Nutzer.

„Die durch­schnitt­li­che Lebens­zu­frie­den­heit zwi­schen Nut­zern und Nicht-​​Nutzern unter­schei­det sich leicht zuguns­ten der Nicht-​​Nutzer“, sagt Ber­tolt Meyer, Ober­as­sis­tent am Psy­cho­lo­gi­schen Insti­tut der Uni ZH, der die Stu­die gemein­sam mit der Lizen­ti­an­din Anett Cepela durch­ge­führt hat. Teil­neh­mer gänz­lich ohne Facebook-​​Profil zei­gen sich zufrie­de­ner als sol­che mit Pro­fil. Zudem haben sie eine leicht höhere psy­chi­sche Gesund­heit und sind gewis­sen­haf­ter als Facebook-​​Nutzer, schreibt die Hochschule.

Ganz anders das Bild jen­seits des gro­ßen Teichs: Dort haben Wis­sen­schaft­ler der Michi­gan State Uni­ver­sity im Jahr 2007 eine ähnli­che Stu­die durch­ge­führt. Mit dem Ergeb­nis, dass Nut­zer von Online-​​Netzwerken zufrie­de­ner und glück­li­cher seien als Nicht-​​Nutzer, weil sie sozial enga­gier­ter seien.

Für die Schwei­zer stellt sich die The­ma­tik jedoch ein wenig anders dar. Ent­schei­dend dafür, ob Face­book als Berei­che­rung emp­fun­den wird oder nicht, ist die Per­sön­lich­keit, sagen Meyer und Capela in der offi­zi­el­len Mit­tei­lung der Uni Zürich.

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