Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens hatten in den vergangenen Tagen eine nette Aktions-Idee: Ein „Flashmob“ auf der Internetseite von Anne Will zum Thema Grundeinkommen. Hintergrund war die letzte Sendung der Talkmasterin zum Thema Hartz-Reform.
Die Aktion lief auf Hochtouren, doch dann machte die ARD mobil: Die Kommentarseite auf Anne-Wills Online-Seite wurde abgeschaltet und die Nutzer bekamen folgende Mitteilung zu lesen: „Bitte sehen Sie davon ab, aufgrund der Flashmob-Initiative unseren Blog mit Kommentaren zum Grundeinkommen zu überfluten. Die Beiträge werden nicht freigeschaltet.“ Die Aktivisten reagierten prompt und richteten einen Blog für die abgelehnten Kommentare der Grundeinkommensbefürworter unter http://grundeinkommenbeiannewill.blogspot.com/ ein. Ein Fall von Zensur?
Anne Wiest, Initiatorin der Grundeinkommens-Petition im Bundestag, nahm via Facebook zu dem ARD-Verfahren wie folgt Stellung: „Ich erlebe zum ersten Mal in meinem Leben öffentlich rechtliche Zensur. Das dort nicht alles zum Besten steht habe ich schon manchmal befürchtet. Aber es so direkt zu erleben, hier bei uns, in unsrem selbstbezahlten öffentlich rechtlichen Sender, der ARD, das haut mich dann doch um. Es zeigt sich ein kaltes Gesicht hinter der lächelnden Maske.“
Irgendwie verstehe ich es nicht: Viele sind von dieser Volkswagen-Werbung beim diesjährigen Super-Bowl so begeistert. Der Inhalt: Jedes Mal, wenn ein Volkswagen vorüber fährt, boxt man seinen Nachbarn in die Seite. Und da es viele Sorten Volkswagen — klar, das Auto — gibt, kommt das ständig vor. Der Spot ist auch wirklich nett umgesetzt, sodass ihn manche sogar zu Ihrer liebsten Super-Bowl-Werbung wählten. ABER: Diese Idee ist doch gar nichts neues! Jeder, der über 30 Jahre alt ist, merkt sofort, dass dies eine Enten-Kopie ist. Nicht verstanden?
O.k., blättern wir ein paar Jahr(zehnt)e zurück — zu einem sehr beliebten Spiel gerade bei Kindern und Jugendlichen: Jedes Mal, wenn eine grüne Ente (ja, Citroen) vorbei fuhr (und damals gab es viele davon), zwickte man seinen Nachbarn kurz aber möglichst fest in die Seite. Und wenn es nicht genügend grüne Enten gab, zwickte man gerne auch bei gelben, weissen, roten …
Ob dies Citroen damals als Werbung aufgenommen hatte, weiß ich leider nicht (war ich zu klein für). Any thoughts?
Kann mir jemand erklären, was das zu bedeuten hat? Nescafe all’italiana? Wo ist denn da bitte der Zusammenhang? Will Nescafe jetzt auch den italienischen Markt überschwemmen und den italienischen Caffè ersetzen? Hat denn niemand Mitleid mit den wirklichen Kaffeeliebhabern, die dieses schwarze Etwas im Mund wirklich schätzen? Denen, die italienischen Kaffee lieben aber Nescafe — nur wenn es irgendwie muss — runterdrücken? Verstehe einer diese Kaffeewelt.
Was ist das: Man nehme den Pharmariesen Bayer, mixe den Namen mit einem einem beruehmten Anti-Kopfweh-und-sonstige-Schmerzen-Mittelchen Aspirin und heraus kommt — richtig — Bayaspirina. So heisst das Mittelchen zumindest in Argentinien.
Die huebsche Wortschoepfung Bayaspirina in Mendoza
Ob hier der Name Aspirin schon besetzt war oder Bayer seine Namensbekanntheit erhoehen wollte, kann ich von hier aus leider nicht herausfinden. Auf jeden Fall eine interessante Markenfuehrung. Wer weiss es?
Zumindest in der Süddeutschen Zeitung. Dort erschien nämlich am vergangenen Freitag ein richtig schöner Bericht „Zonen-Gaby packt aus“ über die heute mittelalterliche Dame, die im November 1989 vom Cover einer der berühmtesten Titanic-Ausgaben mit einer geschälten Gurke in der Hand lächelte:
„Zonen-Gaby (17) im Glück (BRD): Meine erste Banane“.
Zonen-Gaby im Glück: Meine erste Banane — als Titanic-Cover
Viel bessere Boulevard-Parodien hat es bis heute nicht gegeben. Und nun die kleine Enttäuschung: Zonen-Gaby heißt eigentlich Dagmar. Und spricht Wormser Platt. Welche 20-jährigen Bilder plötzlich zerplatzen können. Aber lest einfach selbst.
Ach ja: Wer es nicht bemerkt hat: Hinter dem Titanic-Link verbirgt sich die komplette Original-Ausgabe von November 1989 zum herunterladen. Danke Titanic.