Archiv | StudiText

Aufstand an der Basis: Von Fans organisierte Fußballvereine haben Großes vor

Cur­ry­wurst statt Kaviar, Bier statt Bur­gun­der. Fuß­ball­fans aus ganz Europa wol­len der­zeit ein Zei­chen gegen den maß­lo­sen Kom­merz im Sport set­zen. Ein Bei­trag, wie Fans aus Eng­land und Deutsch­land den Mäch­ti­gen der Bran­che die Stirn bie­ten wol­len, aber auch wie Tritt­brett­fah­rer die Idee ausnutzen.

Im Novem­ber 2007 explo­dierte beim deut­schen Vorzeige-​​Club Bay­ern Mün­chen die Bombe. Auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Ver­eins platzt Mana­ger Uli Hoeneß der Kra­gen, als er von einem ein­fa­chen Mit­glied auf die schlechte Stim­mung in der Mün­che­ner Allianz-​​Arena, der Heim­spiel­stätte der Bay­ern, ange­spro­chen wird. „Was glaubt ihr eigent­lich, wer ihr seid“ und „für die Scheiß-​​Stimmung seid ihr doch ver­ant­wort­lich“, bellt es vom Red­ner­pult herab. Ein gel­len­des Pfeif­kon­zert aus dem Ple­num deu­tet an, was die Basis des Ver­eins von Hoeneß‘ Gene­ral­ab­rech­nung mit dem ein­fa­chen Fan­volk hält.

Ver­ges­sen und ver­hallt – der Pro­test
In der Fol­ge­zeit kocht aller­dings nicht nur die baye­ri­sche Volks­seele. In Internet-​​Blogs und –Foren, auf den Tra­ver­sen deut­scher Sta­dien und an den Stamm­ti­schen regt sich Pro­test. Der Tenor ist allen­orts der glei­che: der Fuß­ball scheint sich end­gül­tig vom Volks­sport Num­mer Eins ver­ab­schie­det zu haben und steu­ert mehr und mehr in Rich­tung „durch­kom­mer­zia­li­sier­tes Event“ zu.

Doch so lei­den­schaft­lich sei­ner­zeit dar­über dis­ku­tiert wurde – die ver­ba­len Ent­glei­sun­gen des mitt­ler­weile ehe­ma­li­gen Bayern-​​Managers rin­gen den meis­ten Fans heut­zu­tage nur noch ein müdes Lächeln ab. Zuviel ist durch den Blät­ter– und Daten­wald gerauscht, als dass sich noch irgend­je­mand ernst­haft vor den Kopf geschla­gen fühlt.

Revo­lu­tion im Mut­ter­land des Fuß­balls
Noch weit bevor der deut­sche Fan über den Kom­merz im Sport und seine Aus­wüchse dis­ku­tiert hat, kam dem Eng­län­der Will Brooks im Februar 2005 eine Idee: Brooks ist Anhän­ger des Premier-​​League-​​Clubs FC Ful­ham, der sich mehr­heit­lich im Besitz des ägyp­ti­schen Mul­ti­mil­li­ar­därs Moha­med Al-​​Fayed befin­det. Weil es sport­lich aber unter der Regent­schaft des „Krö­sus vom Nil“ kei­nes­wegs auf­wärts geht für den Lon­do­ner Club, sieht der ehe­ma­lige Sport­jour­na­list Brooks nur einen Aus­weg: er will selbst die sport­li­chen Geschi­cke einer Pro­fi­mann­schaft len­ken. Da es aber am not­wen­di­gen Start­ka­pi­tal man­gelt, ruft er kur­zer­hand die Web­site myfootballclub.co.uk ins Leben.

Die Idee, die dahin­ter steckt ist sim­pel: jeder regis­trierte User zahlt einen jähr­li­chen Betrag über 35 Pfund und hat im Gegen­zug vol­les Mit­spra­che­recht, wenn es um die Ver­pflich­tung neuer Spie­ler, den Aus­bau des Sta­di­ons und die Mann­schafts­auf­stel­lung am Spiel­tag geht.

Aus der anfäng­li­chen Idee ist heute Ernst gewor­den. Rund 52 000 Mit­glie­der zählt myfootballclub.co.uk heute, im Januar 2008 wurde mehr­heit­lich die Über­nahme des Fünft-​​Ligisten Ebbs­fleet United beschlos­sen. Zwar gelang es dem Club aus der Graf­schaft Kent nicht, den ange­streb­ten Durch­marsch in die nächst­hö­he­ren Ligen zu schaf­fen, doch dar­auf kommt es den meis­ten Mit­glie­dern auch nicht an. Ehr­li­cher Fuß­ball, kleine Erfolgs­er­leb­nisse und gelebte Basis­de­mo­kra­tie sind es, die den geneig­ten Ebbsfleet-​​Anteilseigner glück­lich machen. Und vor allem die Kampf­an­sage an sämt­li­che Immobilien-​​Tycoons und Öl-​​Oligarchen: „Seht her, für uns ist ein Fuß­ball­klub kein net­tes Spiel­zeug und was ihr könnt, kön­nen wir sowieso schon lange“.

Halb­her­zi­ges aus Deutsch­land
Es dau­erte nicht lange, bis die Idee in Deutsch­land ihre Nach­ah­mer fand. An vor­ders­ter Linie: Sönke Wort­mann – der Regis­seur, der mit sei­nem Fil­men „Das Wun­der von Bern“ und „Deutsch­land – ein Som­mer­mär­chen“ die Eupho­rie zur WM 2006 schürte und damit maß­geb­li­chen Anteil  an der Kom­mer­zia­li­sie­rung des „Events“ trägt. Unter www.deinfussballclub.de fin­det sich eine nahezu iden­ti­sche Kopie des eng­li­schen Ori­gi­nals. Die rund 10 000 Mit­glie­der len­ken seit April 2008 die Geschi­cke des eins­ti­gen Tra­di­ti­ons­clubs For­tuna Köln, der mitt­ler­weile in der fünft­klas­si­gen NRW-​​Liga gestran­det ist.

Pro­blem nur: dem Pro­jekt man­gelt es an Ernst­haf­tig­keit. Knal­lige Far­ben und kna­ckige Impe­ra­tive à la „Werde Mana­ger und Co-​​Trainer“ auf der Home­page las­sen eher auf ein spa­ßi­ges Online­spiel schlie­ßen, als auf ein akti­ves Auf­be­geh­ren gegen die Gro­ßen und Mäch­ti­gen, die im Hin­ter­grund die Fäden ziehen.

Rechts am Tor vor­bei
Ernst­haft, aber sicher­lich nicht ernst zu neh­men ist die Initia­tive „Mein deut­scher Fuß­ball­ver­ein“. Denn die Idee, einen Fuß­ball­ver­ein basis­de­mo­kra­tisch von einer brei­ten Masse zu füh­ren, hat neu­er­dings auch die Gemeinde der geis­tig Armen erreicht. In zahl­rei­chen Online-​​PR-​​Portalen wirbt die Initia­tive um den Bre­mer Rechts­an­walt Tho­mas Staab mit dem mar­ki­gen Slo­gan „Fuß­ball kommt zurück – zu den Fans“. Die Projekt-​​Idee ist alt­be­kannt: 30.000 Mit­glie­der sol­len einen jähr­li­chen Betrag von knapp 50 Euro über­wei­sen und einen in der Ver­sen­kung ver­schwun­de­nen Tra­di­ti­ons­club durch ihren Sach­ver­stand wie­der nach oben füh­ren. Als mög­li­che Kan­di­da­ten sind auf der Home­page der Initia­tive Ver­eine wie der VfB Olden­burg, Lok Leip­zig oder Wald­hof Mann­heim aufgeführt.

Soweit nichts Neues oder Schlech­tes. Doch wer sich die Leit­li­nien hin­ter „Mein deut­scher Fuß­ball­ver­ein“ genauer ansieht, dürfte stut­zig wer­den. Unter ande­rem heißt es dort, die Zahl der Aus­län­der im Team solle auf zwei begrenzt wer­den, um „ein Signal gegen den vor­han­de­nen Multikulti-​​Aktionismus zu setzen“.

Neben Tho­mas Staab sitzt auch der selbst­stän­dige Kfz-​​Meister Thors­ten Schib­block im Boot. Recher­chen durch die Bre­mer Antifa erga­ben, dass Schib­block bis zu ihrem Ver­bot 1992 Vor­sit­zen­der der „Natio­na­len Front“ war. Auch in rech­ten Hooligan-​​Kreisen soll der Name weit mehr als nur geläu­fig sein. Mittlerweile beschäf­tigt sich auch die Bre­mer Bür­ger­schaft mit dem Pro­jekt und bestä­tigte die Ver­mu­tun­gen: das Innen­res­sort sprach eine offi­zi­elle War­nung aus.

Sei­tens der Betrei­ber bemüht man sich nun, poten­ti­elle Mit­glie­der nicht zu ver­prel­len. Auf der Start­seite prangt neu­er­dings der Hin­weis, es handle sich zwar um ein „pola­ri­sie­ren­des“, aber gänz­lich „unpo­li­ti­sches“ Pro­jekt. Doch auch wenn man ver­sucht, den Mief der eige­nen Her­kunft los­zu­wer­den, könnte ein Punkt vie­len Inter­es­sen­ten sauer auf­sto­ßen. Weni­ger im Hin­blick auf die mehr oder weni­ger ver­steckte Deutsch­tü­me­lei, son­dern eher aus Kosten-​​und-​​Nutzen-​​Gründen. In den all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen der Seite ist näm­lich ver­merkt, dass satte 15 Euro des Anteils in die „Ver­wal­tung“ der Web­site und der Initia­tive flie­ßen. Am vie­len Traf­fic mag es frei­lich nicht lie­gen, gerade ein­mal 70.000 Besu­cher haben sich bis­her auf die Seite verirrt.

Posted in Featured, StudiTextKeine Kommentare

Tarzan: Kabel statt Liane?

Droht kul­tu­rel­len Groß­er­eig­nis­sen, wie wir sie ken­nen, das Aus? Ab 2016 sol­len die Funk­fre­quen­zen zwi­schen 790 und 862 Mega­hertz an Funk-​​DSL-​​Anbieter ver­kauft wer­den. Das Pro­blem: Auf die­sen Fre­quen­zen sen­den zur­zeit Drahtlosmikrofone.

Max kann es immer noch nicht rich­tig fas­sen. Ein hal­bes Jahr hat er auf die­ses Kon­zert gewar­tet, 60 Euro für die Karte bezahlt. Jetzt steht er in der zwei­ten Reihe und springt zu den Hits der Red Hot Chili Pep­pers auf und ab. Sein bes­ter Freund Daniel wollte auch mit, war aber kurz­fris­tig krank gewor­den. Also schnell für Daniel ein Foto mit dem Handy knip­sen und über das mobile Hoch­ge­schwin­dig­keits­in­ter­net in Win­des­eile hoch laden. So kann sich Daniel wenigs­tens auf sei­nem Lap­top einen Ein­druck verschaffen.

Doch gerade, als Max das Foto hoch lädt, bekommt die Musik Aus­set­zer, auch die Stimme von Anthony Kei­dis scheint zu haken. Die Band ist irri­tiert, bricht den Song in der Mitte von „By the way“ plötz­lich ab. Kei­ner weiß so rich­tig, was los ist. Nach­dem Kei­dis kurz ein paar Worte von einem Tech­ni­ker geflüs­tert bekom­men hat, macht er eine Ansage: „Macht alle eure Han­dys aus. Ihr stört unsere Tech­nik. So kön­nen wir nicht spielen!“

Eine über­zeich­nete Vor­stel­lung der nahen Zukunft? Viel­leicht. Auf kei­nen Fall aber sollte diese Szene so ein­fach abge­tan wer­den. Denn Kon­zer­ten, Thea­ter– und Musi­ca­l­auf­füh­run­gen sowie den Über­tra­gun­gen von Groß­er­eig­nis­sen wie einer Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft dro­hen mas­sive Änderungen.

The Subways_1

Fre­quen­zen wer­den versteigert

Fre­quenz­be­reichs­zu­wei­sungs­plan­ver­ord­nung“: Die­ses Wort­un­ge­tüm steht für eine Geset­zes­än­de­rung, die den Anbie­tern funk­ge­tra­ge­ner Breit­band­ver­bin­dun­gen ab 2016 den Fre­quenz­be­reich zwi­schen 790 und 862 Mega­hertz zusi­chern soll. Die ein­zel­nen Lizen­zen sol­len, ähnlich wie bei den UMTS-​​Lizenzen im Jahr 2000, an kauf­wil­lige Unter­neh­men ver­stei­gert wer­den und so Gel­der in die marode Staats­kasse spü­len. Durch das schnelle Inter­net per Funk sol­len neben mobi­len Anwen­dun­gen wie bei­spiels­weise auf dem Handy vor allem auch länd­li­che Kom­mu­nen mit DSL bezie­hungs­weise ADSL ver­sorgt wer­den. Das würde die so genann­ten „wei­ßen Fle­cken“ auf der Land­karte til­gen, die einer Voll­ver­sor­gung mit Breitband-​​Internet in Deutsch­land noch im Weg stehen.

Auf dem ange­peil­ten Fre­quenz­band zwi­schen 790 und 862 Mega­hertz aber ope­rie­ren zur­zeit eben draht­lose Mikro­fone, Musik­in­stru­mente und ähnli­che Geräte. Sie tei­len sich die Fre­quenz mit dem Fern­se­hen und nut­zen sol­che, auf denen regio­nal keine Fern­seh­sen­der lie­gen. Diese Pra­xis klappt bis­lang wun­der­bar. Mit der Digi­ta­li­sie­rung des Fern­se­hens aber wer­den diese Fre­quen­zen vom Medium Num­mer Eins nicht mehr gebraucht, die Funk­stre­cken als Zweit­nut­zer blei­ben auf der Stre­cke – mit gerade kul­tu­rell gese­hen ver­hee­ren­den Folgen.

Musi­cals wie bei­spiels­weise Tar­zan in Ham­burg wären ohne die draht­lose Ton­über­tra­gung auf­ge­schmis­sen. Die Sän­ger han­geln sich meter­weit über dem Boden und teil­weise auch über den Köp­fen der Zuschauer an Sei­len ent­lang. Über Funk­stre­cken wird der Ton dann an die Emp­fän­ger neben und hin­ter der Bühne gelei­tet, von wo aus er schließ­lich in die Boxen und somit die Ohren der begeis­ter­ten Zuschauer gelangt. Künf­tig wäre dies nur noch mög­lich, wenn sich die Schau­spie­ler an den Mikro­fon­ka­beln selbst ent­lang hangeln.

Ähnli­ches gilt für Kon­zerte jeg­li­cher Art. Groß­ar­tige Büh­nen­shows wie sie die Bands unse­rer Zeit bie­ten sind ohne draht­lose Tech­nik kaum vor­stell­bar. Ein Rob­bie Wil­liams mit einem end­los lan­gen Kabel an sei­nem Mikro­fon wäre nicht das­selbe. Schließ­lich lebt der Star aus Eng­land auch von sei­nem Spiel mit dem Gerät, das er wie kein Zwei­ter in der Luft her­um­wir­belt. Aber nicht nur die Sän­ger, auch die Musi­ker trifft es. Von der E-​​Gitarre über den Bass bis hin zu Blä­sern bei Ska-​​Konzerten läuft der Groß­teil heute auf Grund der Bewe­gungs­frei­heit über Funk. Und das nicht nur im pro­fes­sio­nel­len, son­dern auch im Hobby-​​Bereich.

Der Kul­tur­be­reich sieht sich also tief grei­fen­den Ver­än­de­run­gen gegen­über, die nicht ein­fach weg­zu­dis­ku­tie­ren sind. Nur am Rande: Auch bei den Über­tra­gun­gen sport­li­cher Groß­er­eig­nisse wie dem Spiel­be­trieb der Fuß­ball­bun­des­liga oder aber Welt­meis­ter­schaf­ten diver­ser Sport­ar­ten sind nur rea­li­sier­bar, wenn Ton­si­gnale per Funk an die rich­ti­gen Stel­len über­tra­gen wer­den. Eine Stö­rung die­ser Über­tra­gun­gen dürfte welt­weit für Auf­re­gung sor­gen. Den­noch sol­len die benö­tig­ten Fre­quen­zen an die Anbie­ter von Funk­in­ter­net ver­kauft wer­den. Nach Aus­sage der Bun­des­re­gie­rung soll die draht­lose Ton­tech­nik auf andere Fre­quenz­be­rei­che ausweichen.

The Subways_2Umrüs­tung ist teuer und langwierig

Die Umrüs­tung der allein in Deutsch­land betrof­fe­nen Mikro­fone würde weit mehr als eine Mil­li­arde Euro kos­ten, rech­net der Ver­band für pro­fes­sio­nelle draht­lose Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gie (APWPT) vor. Erste Tests des Insti­tuts für Rund­funk­tech­nik in Mün­chen erga­ben zudem, dass sogar das Kabel­fern­se­hen gestört wird. Zu Bild­stö­run­gen kann es auch dann kom­men, wenn nur beim Nach­barn ein Funkinternet-​​Gerät im Ein­satz ist, heißt es.

Eine Umrüs­tung und Neu­aus­rich­tung der Draht­los­mi­kro­fone wäre auch nicht nur teuer, son­dern auch ein qua­li­ta­ti­ver Rück­schritt. Anbie­ten würde sich etwa der untere Fre­quenz­be­reich von 174 bis 230 Mega­hertz. Die­ser ist aber extrem stör­an­fäl­lig und daher nur schlecht geeig­net für Ver­an­stal­tun­gen, bei denen es auf exzel­lente Ton­qua­li­tät ankommt. Eine wei­tere Mög­lich­keit wäre der Bereich von 470 bis 790 Mega­hertz, der aller­dings für große Rund­funk­pro­duk­tio­nen wie dem Euro­vi­sion Song Con­test oder Wahl­ver­an­stal­tun­gen vor­ge­se­hen ist. Daher ver­gibt die Bun­des­netz­agen­tur, die für die Zutei­lung von Funk­fre­quen­zen zustän­dig ist, nur in Aus­nah­me­fäl­len Ein­zel­ge­neh­mi­gun­gen an bestimmte Nutzer.

Lang­fris­tig bleibt den Her­stel­lern also nur der hohe Fre­quenz­be­reich ab 1455 Mega­hertz. Doch auch hier dro­hen Stö­run­gen, der Bereich ist nicht unbe­dingt für aktu­elle Funk­mi­kro­fone geeig­net. Die Bun­des­netz­agen­tur sieht hier aber vor allem die Her­stel­ler in der Pflicht und for­dert diese auf, ihre Pro­dukte zeit­nah an den hohen Fre­quenz­be­reich anzu­pas­sen und gege­be­nen­falls neue Pro­dukt­grup­pen zu entwickeln.

Doch das kos­tet Zeit. Zeit, die den For­schungs­ab­tei­lun­gen der gro­ßen Her­stel­ler weg­läuft. Denn bis 2016 müs­sen die neuen Pro­dukte spä­tes­tens markt­fer­tig sein. Von der Idee über die ers­ten Pro­to­ty­pen bis zum Test im Ernst­fall ver­ge­hen aber schnell einige Jahre. Schließ­lich müs­sen die bis­lang unge­nutz­ten hohen Fre­quenz­be­rei­che erst genau unter­sucht wer­den, bevor die Mikro­fone an die Gege­ben­hei­ten und Stör­quel­len ange­passt wer­den können.

Die Bun­des­netz­agen­tur sieht keine Gefahr für kul­tu­relle Groß­er­eig­nisse, ist über­zeugt von der Anpas­sungs­fä­hig­keit der Mikro­fon­her­stel­ler. Eine Tak­tik, die auf­ge­hen kann. Unter dem Druck der dro­hen­den Absatz­lü­cke arbei­tet es sich viel­leicht schnel­ler und pro­duk­ti­ver. Schaf­fen es die Ent­wick­ler aber nicht schnell genug, zu rea­gie­ren, ist der Unmut in brei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung bereits jetzt vorprogrammiert.

Posted in Featured, StudiTextKeine Kommentare

Schwimmende Stände und Männerparken: Kurioses auf deutschen Weihnachtsmärkten

Wün­schen Sie sich nicht auch manch­mal ihren nör­geln­den Part­ner wäh­rend des Weihnachts-​​Shoppings ein­fach irgendwo zu par­ken und spä­ter wie­der abzu­ho­len? Die­sen Traum kön­nen Sie sich jetzt in Celle erfül­len. Und auch andere Weih­nachts­märkte in ganz Deutsch­land bie­ten mehr als das obli­ga­to­ri­sche Glüh­wein­trin­ken. Eine Reise über die erstaun­lichs­ten Erfin­dun­gen auf unse­ren Weihnachtsmärkten. Die erste Etappe führt in den Nor­den des Landes.

Tau­sche Mann gegen Abhol­schein
Clau­dias Vor­schlag mal wie­der über den Weih­nachts­markt zu schlen­dern, stößt bei ihrem Mann Tho­mas auf wenig Wohl­ge­fal­len. Ein­tau­chen in die Men­schen­ma­ßen, hier mal schauen, da etwas suchen– nichts für ihn. Der Gedan­ken an „oh du fröh­li­che“ läst ihn schwarz sehen. Gut, dass es in Celle die „Oase der Ruhe gibt“.

Clau­dia, gibt ihren Shop­ping­muf­fel Tho­mas gegen eine Wert­marke dort ab — damit sie ihn auch wie­der fin­det — und sucht in Ruhe nach ihren letz­ten Geschen­ken. Im Holz­haus küm­mert sich geschul­tes Per­so­nal um Tho­mas und seine Lei­dens­ge­nos­sen. Die shopping-​​geplagten Män­ner kön­nen dort Fuß­ball schauen, Kicker spie­len oder in Ruhe ein genüss­li­ches Bier trin­ken. Als Clau­dia  ihren Tho­mas wie­der abholt sind beide ent­spannt und zufrie­den. Der weih­nacht­li­che Fami­li­en­frie­den ist für die­sen Abend gesichert.

Nur wenige Meter von der Oase der Ruhe ent­fernt, geht es tur­bu­len­ter zu. Die Weihnachtsmann-​​Meisterschaft fin­det auch in die­sem Jahr wie­der statt. Viele ver­schie­dene Dis­zi­pli­nen for­dern die Anwär­ter her­aus. So gilt es beim Kin­der­trös­ten zwei auf­ge­löste Kin­der zu beru­hi­gen oder beim Kufen­wech­sel Geschick bei der Repa­ra­tur des Ren­tier­schlit­tens zu bewei­sen. Der Sie­ger darf als Ober-​​Weihnachtsmann auf dem Markt­platz der Resi­denz­stadt Celle die Men­schen begeistern. Eine andere Figur fas­zi­niert die Men­schen in Lohr im Spessart…

Mär­chen­hafte Weih­nacht mit Schnee­witt­chen
„Haut so weiß wie Schnee, Lip­pen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz“. Die Rede ist natür­lich von Schnee­witt­chen. Und diese Märchen-​​Schönheit spa­ziert zusam­men mit ihren Zwer­gen über den Weih­nachts­markt in Lohr. Unter dem Motto „Schnee­witt­chens Schloss­weih­nacht“ wird der ganze Markt in eine Mär­chen­welt ver­wan­delt. Vor der Kulisse eines Zwer­gen­hau­ses, eines gro­ßes Lager­feu­ers und eines Mär­chen­zelts kann man in die Fan­ta­sie­land­schaft eintauchen.

Pas­send dazu kön­nen Besu­cher Spe­zia­li­tä­ten wie Lie­besäp­fel, Hexen­bier und Zwer­gen­ves­per pro­bie­ren. Der Hin­ter­grund für das Mär­chen­thema: In Lohr ist man sich sicher, dass sich das Mär­chen von Schnee­witt­chen in die­ser Region abspielte.

Schiffs­weih­nacht mit Köl­ner Altstadt-​​Panorama
Im 250km ent­fern­ten Köln dringt ein dump­fes Tuten dringt durch die Alt­stadt. Ange­legt und einige Meter von den ande­ren weih­nacht­lich gestal­te­ten Plät­zen ent­fernt, liegt der schwim­mende Weih­nachts­markt der Stadt. Meh­rere Eta­gen und 40 Stände laden zum advent­li­chen Stö­bern ein. Von der Was­ser­lage der „MS Wap­pen Köln“ erhascht man den ein­drucks­volls­ten Blick auf das weih­nacht­li­che Köln-​​Panorama.

In Schwan­ken gerät man durch die sach­ten Wel­len des Rheins und den köst­li­chen Glüh­wein. Bleibt zu hof­fen, dass der mit Lametta ver­klei­dete Ret­tungs­ring deko­ra­tiv an sei­nem Platz hän­gen blei­ben kann. Wieder an Land geht’s wei­ter ins All­gäu nach Gengenbach.

Der größte Advents­ka­len­der der Welt in Gen­gen­bach
Jeden Tag ein Tür­chen öffnen — wie­der ist es ein Tag weni­ger bis zum hei­li­gen Abend. Die­sen klas­si­schen Brauch setzt in die­sem Jahr die Stadt Gen­gen­bach in eige­ner Krea­ti­vi­tät um. Das sonst so büro­kra­tisch geprägte Rat­haus wird in die­sen Tagen in den größ­ten Advents­ka­len­der der Welt verwandelt.

Ein­drucks­volle und ver­träumt gestal­tete Bil­der, Musik und Geschich­ten der berühm­ten Auto­ren Ott­fried Preuß­ler und Michael Ende ver­wan­deln die Stadt in einen wah­ren Weih­nachts­traum. Ein­ge­bet­tet in die roman­ti­sche Alt­stadt grü­ßen täg­lich aus einem der exakt 24 Fens­ter des Rat­hau­ses Räu­ber Hot­zen­plotz oder andere Kult­fi­gu­ren der Auto­ren Groß und Klein.

Zu Gast beim Weih­nachts­mann
Stand­ort­wech­sel: Ein beson­de­res Erleb­nis bie­tet sich in Bran­den­burg für Weihnachtsmarkt-Besucher. Hier kön­nen Kin­der den Weih­nachts­mann in sei­ner Arbeits­stube besu­chen und bei beim Erfül­len der vie­len Wün­sche beob­ach­ten. Denn in dem klei­nen Ort mit dem pas­sen­den Namen „Him­mel­pfort“ steht Deutsch­lands offi­zi­elle Weihnachts-​​Postfiliale.

Nicht nur per­sön­lich hört sich der der Weih­nachts­mann die Wün­sche der Kin­der an, jeder kann ihm den Wunsch­zet­tel auch direkt nach Him­mel­pfort schi­cken: An den Weih­nachts­mann, 16798 Himmelpfort. Und das Beson­dere: Jeder der Briefe wird auch garan­tiert vom Mann im roten Man­tel und sei­nen Hel­fern beantwortet.

Mit dem Ende die­ser Reise brei­tet sich Weih­nachts­stim­mung aus. Deutsch­lands Weih­nachts­märkte zei­gen sich von ihrer außer­ge­wöhn­li­chen Seite und brin­gen Spaß und Fas­zi­na­tion für alle Weihnachtsfans.

Posted in StudiTextEin Kommentar

Depression im Profisport: Robert Enke ist kein Einzelfall

Depres­sion im Pro­fi­sport: Robert Enke ist kein Einzelfall
Der Frei­tod des Natio­nal­tor­war­tes löst in Deutsch­land eine Dis­kus­sion um eine weit verbreite-​​te, aber kaum wahr­ge­nom­mene Krank­heit aus. Mit etwa 4 Mio. Betrof­fe­nen gehö­ren Depres-​​sionen zu den häu­figs­ten Volks­krank­hei­ten in Deutsch­land. Auch andere inter­na­tio­nale Spit­zen­sport­ler, wie Ski­sprin­ger Sven Han­na­wald, der ita­lie­ni­sche Natio­nal­tor­wart Gian­lu­igi Buf-​​fon und der bel­gi­sche Rad­profi Dimitri De Fauw, lit­ten unter den Symptomen.
Fuß­ball­deutsch­land hat mit Robert Enke einen gro­ßen Sport­ler ver­lo­ren. Was treibt einen erfolg­rei­chen Men­schen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?
Selbst­mord – letz­ter Ausweg?
Der Begriff „Depres­sion“ wird heute fast infla­tio­när ver­wen­det. Doch nicht hin­ter jeder Ver­stim­mung, jeder Trau­rig­keit ver­birgt sich auch wirk­lich eine Depres­sion. Depres­sio­nen stel­len eine Erkran­kung des see­li­schen Zustan­des und des Gehirns dar. Nur wenn sie län­ger anhält oder sai­son­be­dingt wie­der­kommt, spricht man von einer ernst­zu­neh­men­den Erkran­kung. Medi­zi­nisch ist die Krank­heit schwer dia­gnos­ti­zier­bar und sehr unspe­zi­fisch, wes­halb sie oft­mals nicht erkannt wird und den Opfern nicht gehol­fen wer­den kann.
Die häu­figs­ten Merk­male einer Depres­sion (http://www.depression.de):
Antriebs­lo­sig­keit
Innere Unruhe und Schlafstörungen
Feh­lende Lebensfreude
Innere Leere und Traurigkeit
Ver­min­der­tes Selbstwertgefühl
Schwin­den­des Interesse
Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che
Unent­schlos­sen­heit
Schuld­ge­fühle, Selbstanklagen
Gestörte Farb­wahr­neh­mung (alles ist grau)
Gedan­ken an Selbstmord
Kör­per­li­che Beschwer­den und Missbefinden
Enkes Krank­heit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reak­tio­nen der Öffent­lich­keit und dem­Ju­gend­amt zog er die ambu­lante einer sta­tio­nä­ren Behand­lung vor. Ein Feh­ler wie wir jetzt wis­sen. Wie im Fall Enke sind Selbst­mord­ge­dan­ken typisch für das Krank­heits­bild. Tatsäch-​​lich neh­men sich rund 3–4 Pro­zent der Erkrank­ten das Leben, wobei der Anteil der Män­ner mit 70 Pro­zent deut­lich höher ist als der der Frauen. Der bel­gi­sche Rad­profi Dimitri de Fauw litt eben­falls an Depres­sio­nen, in Folge des­sen er sich das Leben nahm. Aus­lö­ser war ein Rad­un­fall beim Sechs­ta­ge­ren­nen 2006 in Gent. Nach einer schwe­ren Kol­li­sion starb sein Rad­sport­kol­lege damals an den Fol­gen sei­ner Verletzungen.
„Ich war todunglücklich.“
Das Krank­heits­bild Depres­sion kann jeden tref­fen. Meist füh­ren meh­rere Fak­to­ren zum Aus­bruch, sowohl kör­per­li­che als auch psy­chi­sche. Durch die Gesell­schaft for­mu­lierte Attri­bute wie beruf­li­cher Erfolg, finan­zi­elle Absi­che­rung und Gesund­heit sind kein Schutz vor demAus­bruch der Krank­heit. Das zeigt sich auch am Bei­spiel des Ex-​​Fußball-​​Nationalspielers Sebas­tian Deis­ler: «In Ber­lin habe ich in mei­ner Woh­nung geses­sen, ich war bekannt in ganz Deutsch­land, ich war oben ange­kom­men, und vor der Tür stand ein Mer­ce­des. Aber das alles hat mich nicht mehr glück­lich gemacht… Ich war tod­un­glück­lich.» so Deis­ler in sei­ner Bio­gra­fie „Zurück ins Leben“. Deis­ler begab sich in eine Kli­nik und konnte geheilt wer­den. Ebenso Ski­sprin­ger Sven Han­na­wald, Sie­ger der Vier-​​Schanzen-​​Tournee 2002, litt an Depres­sio­nen im Anfangs­sta­dium. Er been­dete seine Kar­riere 2005 und ist heute unter ande­re­mals Experte im ZDF tätig.
Ita­li­ens Natio­nal­tor­wart Gian­lu­igi Buf­fon, die deut­sche Schwimm-​​Olympiasiegerin Britta Stef­fen und der bra­si­lia­ni­sche Fuß­ball­star Adriano sind wei­tere pro­mi­nente Fälle. Es ist zu anzu­neh­men, dass die Dun­kel­zif­fer weit­aus grö­ßer ist.
Nütz­li­che Links:
Selbst­test: http://www.depression.de/fragebogen/frs
Selbst­hilfe: http://www.hilfe-gegen-depressuionen.de
Forum: www.depressionen-depressione.net/forum

Der Frei­tod des Natio­nal­tor­war­tes löst in Deutsch­land eine Dis­kus­sion um eine weit ver­brei­tete, aber kaum wahr­ge­nom­mene Krank­heit aus. Mit etwa 4 Mio. Betrof­fe­nen gehö­ren Depres­sio­nen zu den häu­figs­ten Volks­krank­hei­ten in Deutsch­land. Auch andere inter­na­tio­nale Spit­zen­sport­ler, wie Ski­sprin­ger Sven Han­na­wald, der ita­lie­ni­sche Natio­nal­tor­wart Gian­lu­igi Buf­fon und der bel­gi­sche Rad­profi Dimitri De Fauw, lit­ten unter den Symptomen.

Fuß­ball­deutsch­land hat mit Robert Enke einen gro­ßen Sport­ler ver­lo­ren. Was treibt einen erfolg­rei­chen Men­schen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?

Selbst­mord – letz­ter Ausweg?

Der Begriff „Depres­sion“ wird heute fast infla­tio­när ver­wen­det. Doch nicht hin­ter jeder Ver­stim­mung, jeder Trau­rig­keit ver­birgt sich auch wirk­lich eine Depres­sion. Depres­sio­nen stel­len eine Erkran­kung des see­li­schen Zustan­des und des Gehirns dar. Nur wenn sie län­ger anhält oder sai­son­be­dingt wie­der­kommt, spricht man von einer ernst­zu­neh­men­den Erkran­kung. Medi­zi­nisch ist die Krank­heit schwer dia­gnos­ti­zier­bar und sehr unspe­zi­fisch, wes­halb sie oft­mals nicht erkannt wird und den Opfern nicht gehol­fen wer­den kann.

Die häu­figs­ten Merk­male einer Depres­sion:

  • Antriebs­lo­sig­keit
  • Innere Unruhe und Schlafstörungen
  • Feh­lende Lebensfreude
  • Innere Leere und Traurigkeit
  • Ver­min­der­tes Selbstwertgefühl
  • Schwin­den­des Interesse
  • Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che
  • Unent­schlos­sen­heit
  • Schuld­ge­fühle, Selbstanklagen
  • Gestörte Farb­wahr­neh­mung (alles ist grau)
  • Gedan­ken an Selbstmord
  • Kör­per­li­che Beschwer­den und Missbefinden

Enkes Krank­heit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reak­tio­nen der Öffent­lich­keit und dem­Ju­gend­amt zog er die ambu­lante einer sta­tio­nä­ren Behand­lung vor. Ein Feh­ler wie wir jetzt wis­sen. Wie im Fall Enke sind Selbst­mord­ge­dan­ken typisch für das Krank­heits­bild. Tat­säch­lich neh­men sich rund 3–4 Pro­zent der Erkrank­ten das Leben, wobei der Anteil der Män­ner mit 70 Pro­zent deut­lich höher ist als der der Frauen. Der bel­gi­sche Rad­profi Dimitri de Fauw litt eben­falls an Depres­sio­nen, in Folge des­sen er sich das Leben nahm. Aus­lö­ser war ein Rad­un­fall beim Sechs­ta­ge­ren­nen 2006 in Gent. Nach einer schwe­ren Kol­li­sion starb sein Radsport-​​Kollege damals an den Fol­gen sei­ner Verletzungen.

„Ich war todunglücklich.“

Das Krank­heits­bild Depres­sion kann jeden tref­fen. Meist füh­ren meh­rere Fak­to­ren zum Aus­bruch, sowohl kör­per­li­che als auch psy­chi­sche. Durch die Gesell­schaft for­mu­lierte Attri­bute wie beruf­li­cher Erfolg, finan­zi­elle Absi­che­rung und Gesund­heit sind kein Schutz vor dem Aus­bruch der Krank­heit. Das zeigt sich auch am Bei­spiel des Ex-​​Fußball-​​Nationalspielers Sebas­tian Deis­ler: «In Ber­lin habe ich in mei­ner Woh­nung geses­sen, ich war bekannt in ganz Deutsch­land, ich war oben ange­kom­men, und vor der Tür stand ein Mer­ce­des. Aber das alles hat mich nicht mehr glück­lich gemacht… Ich war tod­un­glück­lich.» so Deis­ler in sei­ner Bio­gra­fie „Zurück ins Leben“. Deis­ler begab sich in eine Kli­nik und konnte geheilt wer­den. Ebenso Ski­sprin­ger Sven Han­na­wald, Sie­ger der Vier-​​Schanzen-​​Tournee 2002, litt an Depres­sio­nen im Anfangs­sta­dium. Er been­dete seine Kar­riere 2005 und ist heute unter ande­re­mals Experte im ZDF tätig.

Ita­li­ens Natio­nal­tor­wart Gian­lu­igi Buf­fon, die deut­sche Schwimm-​​Olympiasiegerin Britta Stef­fen und der bra­si­lia­ni­sche Fuß­ball­star Adriano sind wei­tere pro­mi­nente Fälle. Es ist zu anzu­neh­men, dass die Dun­kel­zif­fer weit­aus grö­ßer ist.

Nütz­li­che Links:

Posted in StudiTextKeine Kommentare

Tot durch zögern: Problematische Rechtsprechung im Afghanistan-​​Einsatz

Tot durch zögern: Pro­ble­ma­ti­sche Recht­spre­chung im Afghanistan-​​Einsatz
Der Luft­an­griff auf einen Tank­last­zug mit zivi­len Opfern zeigt das Pro­blem der recht­li­chen Lage von Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­gen. Sol­da­ten, die im Ein­satz töten, bekom­men keine Rücken­de­ckung von der Regie­rung. Sie könn­ten vor Gericht als Mör­der ange­klagt werden.
Die Pro­ble­ma­tik besteht in der Beti­te­lung des gan­zen Ein­sat­zes. Die NATO und somit die deut­schen Sol­da­ten befin­den sich auf einer Mis­sion zur Frie­dens­si­che­rung. Das bedeu­tet eigent­lich, dass sie durch ihre Anwe­sen­heit und Schu­lun­gen der neuen Sicher­heits­kräfte für besag­ten Frie­den und Sicher­heit sor­gen sol­len. Es wäre schön, wenn sich der Ein­satz nur auf diese The­ma­tik beschrän­ken würde. Dem ist aber nicht so.
„Unsere Sol­da­ten ste­hen dort täg­lich im Gefecht, unsere Sol­da­ten fal­len, unsere Sol­da­ten müs­sen töten.“ So schil­dert Oberst­leut­nant Ulrich Kirsch (58) die Situa­tion der Bun­des­wehr­sol­da­ten im Ein­satz. Es han­delt sich um einen Gue­ril­la­krieg, in dem der Feind nicht immer klar zu erken­nen ist, da er keine Uni­form trägt. Die deut­schen Patrouil­len wer­den aus dem Hin­ter­halt ange­grif­fen, es wer­den Bom­ben­an­schläge ver­übt und Selbst­mord­at­ten­tä­ter nähern sich in Zivil­klei­dung den Kon­troll­punk­ten. Hier­bei kom­men tag­täg­lich Zivi­lis­ten und Sol­da­ten zu Scha­den oder wer­den getö­tet. Aus die­sem Grund müs­sen Sol­da­ten schnell han­deln, um sich selbst,  das Leben ihrer Kame­ra­den und das der Zivil­be­völ­ke­rung zu schüt­zen. Die­sem schnel­len Han­deln wirft die Bun­des­re­gie­rung Knüp­pel zwi­schen die Beine. Durch die NATO-​​Regelung soll­ten die Ein­satz­kräfte nur zum Wie­der­auf­bau und Schutz der Bevöl­ke­rung in Afgha­nis­tan sein. Da es kein offi­zi­el­ler Kriegs­ein­satz ist, kön­nen die Sol­da­ten bei einer Tötung ohne ein­schlä­gi­gen Beweis für einen Angriff auf Leib und Leben wie ganz „nor­male“ Mör­der abge­ur­teilt wer­den. Diese Mög­lich­keit im Hin­ter­kopf, lässt viele Sol­da­ten in unkla­ren Situa­tio­nen zögern.
Hand­si­gnale und Warn­schüsse hal­fen nicht
In der Ver­gan­gen­heit kam es zu diver­sen Zwi­schen­fäl­len, bei denen auch die Zivil­be­völ­ke­rung Tote und Ver­letzte zu bekla­gen hatte. Sol­che Zwi­schen­fälle tre­ten aber nur auf, wenn die durch Bun­des­wehr­sol­da­ten aus­ge­ge­be­nen War­nun­gen und Hal­te­auf­for­de­run­gen miss­ach­tet wer­den. Ein auf einen Kon­troll­punkt zura­sen­der PKW wurde bei­spiels­weise durch Zurufe, Hand­si­gnale und Warn­schüsse zum Hal­ten auf­ge­for­dert. Nach­dem der Fah­rer nicht rea­gierte, fühl­ten sich die Sol­da­ten einem Angriff aus­ge­setzt und eröff­ne­ten das Feuer auf den Fah­rer. Die­ser wurde dabei töd­lich ver­wun­det. Eine anschlie­ßende Unter­su­chung des Wagens konnte aller­dings keine stich­hal­ti­gen Beweise für einen geplan­ten Anschlag erbrin­gen. Dar­aus und aus ande­ren Vor­fäl­len wie z.B. des Luft­an­griffs auf einen ent­führ­ten Tank­last­zug bei Kun­dus resul­tier­ten Unter­su­chungs– und Gerichts­ver­fah­ren gegen die betei­lig­ten Soldaten.
Frei­brief zum erschie­ßen von Zivilisten
Aus die­sem Grund ist es wohl ange­bracht, die Augen nicht mehr vor der Rea­li­tät zu ver­schlie­ßen und der Wahr­heit ins Gesicht zu bli­cken. Die Bun­des­wehr ist zum ers­ten Mal seit Grün­dung der BRD in einem Kriegs­ein­satz und die Sol­da­ten soll­ten in ihrer Tätig­keit nicht durch ängst­li­che Poli­ti­ker in ihrem Han­deln ein­ge­schränkt wer­den. Die Dekla­rie­rung als Kriegs­ein­satz würde den Sol­da­ten mehr Rechte ein­räu­men und sie auch vor Kla­gen oder schlim­me­rem bewah­ren. Einige Men­schen­recht­ler kri­ti­sie­ren diese Ver­än­de­rung als Frei­brief zum erschie­ßen von Zivi­lis­ten. Man sollte aber nicht ver­ges­sen, dass die Bun­des­wehr kein blut­rüns­tig maro­die­ren­der Moloch ist, son­dern sehr wohl über ihre Ver­pflich­tung gegen­über der Zivil­be­völ­ke­rung bescheid weiß. Es wird wohl auch wei­ter­hin Opfer unter Unbe­tei­lig­ten geben, aber dies ist in einem Krieg wohl unvermeidlich.Der Luft­an­griff auf einen Tank­last­zug mit zivi­len Opfern zeigt das Pro­blem der recht­li­chen Lage von Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­gen. Sol­da­ten, die im Ein­satz töten, bekom­men keine Rücken­de­ckung von der Regie­rung. Sie könn­ten vor Gericht als Mör­der ange­klagt werden.

Der Luft­an­griff auf einen Tank­last­zug mit zivi­len Opfern zeigt das Pro­blem der recht­li­chen Lage von Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­gen. Sol­da­ten, die im Ein­satz töten, bekom­men keine Rücken­de­ckung von der Regie­rung. Sie könn­ten vor Gericht als Mör­der ange­klagt werden.

Die Pro­ble­ma­tik besteht in der Beti­te­lung des gan­zen Ein­sat­zes. Die NATO und somit die deut­schen Sol­da­ten befin­den sich auf einer Mis­sion zur Frie­dens­si­che­rung. Das bedeu­tet eigent­lich, dass sie durch ihre Anwe­sen­heit und Schu­lun­gen der neuen Sicher­heits­kräfte für besag­ten Frie­den und Sicher­heit sor­gen sol­len. Es wäre schön, wenn sich der Ein­satz nur auf diese The­ma­tik beschrän­ken würde. Dem ist aber nicht so.

„Unsere Sol­da­ten ste­hen dort täg­lich im Gefecht, unsere Sol­da­ten fal­len, unsere Sol­da­ten müs­sen töten.“ So schil­dert Oberst­leut­nant Ulrich Kirsch (58) die Situa­tion der Bun­des­wehr­sol­da­ten im Ein­satz. Es han­delt sich um einen Gue­ril­la­krieg, in dem der Feind nicht immer klar zu erken­nen ist, da er keine Uni­form trägt. Die deut­schen Patrouil­len wer­den aus dem Hin­ter­halt ange­grif­fen, es wer­den Bom­ben­an­schläge ver­übt und Selbst­mord­at­ten­tä­ter nähern sich in Zivil­klei­dung den Kontrollpunkten.

Hier­bei kom­men tag­täg­lich Zivi­lis­ten und Sol­da­ten zu Scha­den oder wer­den getö­tet. Aus die­sem Grund müs­sen Sol­da­ten schnell han­deln, um sich selbst,  das Leben ihrer Kame­ra­den und das der Zivil­be­völ­ke­rung zu schüt­zen. Die­sem schnel­len Han­deln wirft die Bun­des­re­gie­rung Knüp­pel zwi­schen die Beine. Durch die NATO-​​Regelung soll­ten die Ein­satz­kräfte nur zum Wie­der­auf­bau und Schutz der Bevöl­ke­rung in Afgha­nis­tan sein. Da es kein offi­zi­el­ler Kriegs­ein­satz ist, kön­nen die Sol­da­ten bei einer Tötung ohne ein­schlä­gi­gen Beweis für einen Angriff auf Leib und Leben wie ganz „nor­male“ Mör­der abge­ur­teilt wer­den. Diese Mög­lich­keit im Hin­ter­kopf, lässt viele Sol­da­ten in unkla­ren Situa­tio­nen zögern.

Hand­si­gnale und Warn­schüsse hal­fen nicht

In der Ver­gan­gen­heit kam es zu diver­sen Zwi­schen­fäl­len, bei denen auch die Zivil­be­völ­ke­rung Tote und Ver­letzte zu bekla­gen hatte. Sol­che Zwi­schen­fälle tre­ten aber nur auf, wenn die durch Bun­des­wehr­sol­da­ten aus­ge­ge­be­nen War­nun­gen und Hal­te­auf­for­de­run­gen miss­ach­tet wer­den. Ein auf einen Kon­troll­punkt zura­sen­der PKW wurde bei­spiels­weise durch Zurufe, Hand­si­gnale und Warn­schüsse zum Hal­ten auf­ge­for­dert. Nach­dem der Fah­rer nicht rea­gierte, fühl­ten sich die Sol­da­ten einem Angriff aus­ge­setzt und eröff­ne­ten das Feuer auf den Fah­rer. Die­ser wurde dabei töd­lich verwundet.

Eine anschlie­ßende Unter­su­chung des Wagens konnte aller­dings keine stich­hal­ti­gen Beweise für einen geplan­ten Anschlag erbrin­gen. Dar­aus und aus ande­ren Vor­fäl­len wie z.B. des Luft­an­griffs auf einen ent­führ­ten Tank­last­zug bei Kun­dus resul­tier­ten Unter­su­chungs– und Gerichts­ver­fah­ren gegen die betei­lig­ten Soldaten.

Frei­brief zum Erschie­ßen von Zivilisten

Aus die­sem Grund ist es wohl ange­bracht, die Augen nicht mehr vor der Rea­li­tät zu ver­schlie­ßen und der Wahr­heit ins Gesicht zu bli­cken. Die Bun­des­wehr ist zum ers­ten Mal seit Grün­dung der BRD in einem Kriegs­ein­satz und die Sol­da­ten soll­ten in ihrer Tätig­keit nicht durch ängst­li­che Poli­ti­ker in ihrem Han­deln ein­ge­schränkt wer­den. Die Dekla­rie­rung als Kriegs­ein­satz würde den Sol­da­ten mehr Rechte ein­räu­men und sie auch vor Kla­gen oder schlim­me­rem bewahren.

Einige Men­schen­recht­ler kri­ti­sie­ren diese Ver­än­de­rung als Frei­brief zum erschie­ßen von Zivi­lis­ten. Man sollte aber nicht ver­ges­sen, dass die Bun­des­wehr kein blut­rüns­tig maro­die­ren­der Moloch ist, son­dern sehr wohl über ihre Ver­pflich­tung gegen­über der Zivil­be­völ­ke­rung bescheid weiß. Es wird wohl auch wei­ter­hin Opfer unter Unbe­tei­lig­ten geben, aber dies ist in einem Krieg wohl unvermeidlich.

Posted in StudiTextKeine Kommentare

Paraskavedekatria-​​Phobie: Wie Freitag der 13. zu einer Volkskrankheit wurde

Die Angst vor der Unglücks­zahl 13 ist schon seit dem Mit­tel­al­ter in so manch einem leicht­gläu­bi­gen Kopf ver­wur­zelt .Doch unse­ren nach Unglück lech­zen­den Mit­bür­gern scheint das nicht zu rei­chen. Um das Aus­maß der Panik noch zu erhö­hen, gilt nun auch jeder Frei­tag mit dem besag­ten Datum als Vor­rei­ter der Apo­ka­lypse. Aber wird uns der Him­mel am Ende wirk­lich auf den Kopf fallen?

Die ver­fluchte 13

Um dem Datum der Angst auf den Grund zu gehen, muss man zuerst die Zahl 13 unter die Lupe neh­men.
In Hotels sucht man das Zim­mer Num­mer 13 ver­geb­lich. Flug­zeuge heben ohne Sitz­reihe 13 ab und in Hoch­häu­sern wird diese Etage ein­fach nicht benannt. Der gläu­bige Christ weiß, dass diese Zahl seit jeher Unglück und Ver­der­ben über die Mensch­heit bringt. Schon Jesus von Naza­reth musste erken­nen, dass das Dut­zend des Teu­fels nicht gerade die Stern­stunde sei­nes irdi­schen Lebens ein­läu­tete. Aus­ge­rech­net der 13. Jünger Judas, der sich auf Jesu Kos­ten beim Abend­mahl durch­fut­terte, stellte sich im Nach­hin­ein als Petze her­aus. Das kos­tete den Mes­sias bekann­ter­ma­ßen den Kra­gen. Die­ser hing dann am kom­men­den Frei­tag nicht mehr mit sei­nen Jün­gern ab, son­dern mit zwei zwie­lich­ti­gen Gesel­len in luf­ti­ger Höhe.

Der ver­dammte Freitag

Noch viel frü­her bewie­sen Adam und Eva uns, dass auch der Frei­tag es faust­dick hin­ter den Ohren hat. Gerade an die­sem Tag ramm­ten sie ihre Zähne begie­rig in die ver­bo­tene Frucht und brach­ten somit die ewige Ver­damm­nis über die gesamte unschul­dige Mensch­heit. Wie soll der Frei­tag denn da noch zu einem gelun­ge­nen Wochen­end­ein­stieg wer­den? Dafür an die­ser Stelle noch mal vie­len Dank.

Der Bör­sen­krach von 1929 machte den Aber­glau­ben dann per­fekt. Zumin­dest für uns Euro­päer. Gott­lob bewirkte die Zeit­ver­schie­bung, dass aus einem lang­wei­li­gen ame­ri­ka­ni­schen Don­ners­tag für uns ein unglück­se­li­ger Frei­tag der 13. wurde.

Der ver­flixte Aberglaube

Lei­der bestä­ti­gen Sta­tis­ti­ken die exor­bi­tante Kata­stro­pha­li­tät die­ses Tages aber nicht im Gerings­ten. Um das Pro­blem zu lösen, set­zen sich wohl­wol­lende Com­pu­ter­ha­cker gerne an einem Frei­tag wie die­sen daran, die Welt mit neuen Viren und Tro­ja­nern zu beglü­cken. Schön, dass es dann wie­der einen Grund zum Ärgern für die infan­ti­len 30% der Bevöl­ke­rung gibt, die an die­sen Unglücks­tag glauben.

Sicher ist: Der Fluch des Frei­tag dem 13. erreicht jeden der daran glau­ben will.
Ob man sich nun in den eige­nen vier Wän­den ver­bar­ri­ka­diert und beim Tee­ko­chen schlimmste Ver­bren­nun­gen erlei­det, oder auf offe­ner Straße von einem blut­rüns­ti­gen Chi­wawa ange­knab­bert wird.
Darum: „Seien wir nicht aber­gläu­bisch — es bringt nur Unglück.”

Kurz­in­fos:

  • Jedes Jahr gibt es min­des­tens einen Frei­tag den 13. und höchs­tens 3
  • Donald Duck fährt einen 313er (eine schlim­mere Kom­bi­na­tion der Zahl 13 gibt es nicht)
  • Die Paras­ka­ve­de­kat­ria­pho­bie ist die Angst vor Frei­tag dem 13.
  • Die Tris­kai­de­ka­pho­bie ist die Angst vor der Zahl 13

Posted in StudiTextKeine Kommentare

Umfragen

Nach 2 Jahren haben wir das Layout des texterblogs völlig verändert. Wie gefällt es euch?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Tags