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Impfstoffe: Tödliches Instrument gegen die Schweinegrippe

Pan­dem­rix und Cel­va­pan  hei­ßen die neuen Prä­pa­rate, die uns wirk­sam gegen den H1N1-​​Virus schüt­zen sol­len. Pan­dem­rix für die einen und Cel­va­pan für die ande­ren. Wäh­rend sich Bür­ger mit dem ris­kan­te­ren zufrie­den geben müs­sen, erfreuen sich Poli­ti­ker und Staats­ver­tre­ter an einem Prä­pa­rat, das kaum Neben­wir­kun­gen auf­weist. Benut­zen die Mäch­ti­gen des Lan­des die Masse als Labor-​​Meerschweinchen? Ein Kom­men­tar zur H1N1-​​Impfung.
Kaum ein ande­res Thema hat in der letz­ten Zeit so gro­ßes Auf­se­hen erregt wie die soge­nannte Schwei­ne­grippe. Die Welt­ge­sund­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) hat nach ihrer Bekannt­gabe, die Ver­brei­tung  des H1n1-​​Virus zur Pan­de­mie zu erklä­ren, eine Welle von Reak­tio­nen in der welt­wei­ten Bevöl­ke­rung aus­ge­löst. Die Aus­wir­kun­gen durch die Grippe seien ernst zu neh­men, so die WHO. Sie brachte einen Stein zum Rol­len, der nun eine Felsla­wine nach sich zieht.
Pro­fit­gier auf Kos­ten der Gesundheit
Die Mas­sen­imp­fun­gen sol­len begin­nen. Und in Zei­ten der Wirt­schafts­krise erfreut sich die Phar­ma­in­dus­trie an dop­pelt so vie­len Auf­trä­gen als sonst. Eine posi­tive, frag­wür­dige Auf­trags­lage in Krisenzeiten.
Zwei­sei­tige Medi­en­be­richte und –mel­dun­gen las­sen an der tat­säch­li­chen Gefähr­lich­keit des Virus zwei­feln, denn  die Infor­ma­ti­ons– und Des­in­for­ma­ti­ons­flut der Medien ver­un­si­chert die Men­schen. Sie lässt sie müde wer­den für eine Impf­ent­schei­dung. Impf-​​müde.
Teil­weise begrün­det: Von knapp 20.000 infi­zier­ten Per­so­nen star­ben 16 Men­schen, ledig­lich zwei davon an den direk­ten Fol­gen des neuen Influ­enza Virus. Nicht mehr als bei einer nor­ma­len Grippe auch, sagen die Impf­kri­ti­ker. Die  WHO scheint immun gegen jeg­li­che Kri­tik. Sie sagt, die zweite Grip­pe­welle stünde erst noch bevor. So setzte sie, mit die­sem Argu­ment wirk­sam geschützt, sich für eine bal­dige Frei­gabe der Impf­stoffe ein. Die unzu­rei­chen­den Test­ver­su­che über die Ver­träg­lich­keit spiel­ten hier­bei nur eine unter­ge­ord­nete Rolle.
Tod durch Impfen
Auf Kos­ten der Bevöl­ke­rung und mit fata­len Fol­gen. Denn min­des­tens genauso ernst zu neh­men wie die Grippe selbst sind die all­er­gi­schen Reak­tio­nen der ers­ten Impf-​​Patienten. Sie kla­gen über Übel­keit, Zit­ter­an­fälle, unre­gel­mä­ßige Atmung. Einige erlit­ten schock­ar­tige Zustände, Neben­wir­kun­gen eines Impf­stof­fes, der auch nach Mei­nung vie­ler Fach­leute viel zu früh auf den Markt kam. Erste Mel­dun­gen über Todes­op­fer aus Schwe­den und ande­ren Län­dern, die an den Fol­gen des Impf­stof­fes gestor­ben sein sol­len, sor­gen für Besorg­nis. In Deutsch­land unter­sucht die Staats­an­walt­schaft aktu­ell den ers­ten Todes­fall, der kurz nach der Ver­ab­rei­chung des Wirk­stof­fes ein­ge­tre­ten war.
Vie­les lässt an dem Sinn die­ser bei­spiel­lo­sen Impf­mas­sen­ver­an­stal­tung zwei­feln. So maka­ber es auch klin­gen mag: Es bleibt abzu­war­ten, wie viele an den Fol­gen der Schwei­ne­grippe ster­ben und wie viele an denen des Impf­stof­fes. Ver­mut­lich wer­den die WHO und die Pharma-​​Konzerne dar­über  keine Anga­ben ver­öf­fent­li­chen (wollen).

Pan­dem­rix und Cel­va­pan hei­ßen die neuen Prä­pa­rate, die uns wirk­sam gegen den H1N1-​​Virus schüt­zen sol­len. Pan­dem­rix für die einen und Cel­va­pan für die ande­ren. Wäh­rend sich Bür­ger mit dem ris­kan­te­ren zufrie­den geben müs­sen, erfreuen sich Poli­ti­ker und Staats­ver­tre­ter an einem Prä­pa­rat, das kaum Neben­wir­kun­gen auf­weist. Benut­zen die Mäch­ti­gen des Lan­des die Masse als Labor-​​Meerschweinchen? Ein Kommentar.

Kaum ein ande­res Thema hat in der letz­ten Zeit so gro­ßes Auf­se­hen erregt wie die soge­nannte Schwei­ne­grippe. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) hat nach ihrer Bekannt­gabe, die Ver­brei­tung  des H1n1-​​Virus zur Pan­de­mie zu erklä­ren, eine Welle von Reak­tio­nen in der welt­wei­ten Bevöl­ke­rung aus­ge­löst. Die Aus­wir­kun­gen durch die Grippe seien ernst zu neh­men, so die WHO. Sie brachte einen Stein zum Rol­len, der nun eine Felsla­wine nach sich zieht.

Pro­fit­gier auf Kos­ten der Gesund­heit
Die Mas­sen­imp­fun­gen sol­len begin­nen. Und in Zei­ten der Wirt­schafts­krise erfreut sich die Phar­ma­in­dus­trie an dop­pelt so vie­len Auf­trä­gen als sonst. Eine posi­tive, frag­wür­dige Auf­trags­lage in Krisenzeiten.

Zwei­sei­tige Medi­en­be­richte und –mel­dun­gen las­sen an der tat­säch­li­chen Gefähr­lich­keit des Virus zwei­feln, denn  die Infor­ma­ti­ons– und Des­in­for­ma­ti­ons­flut der Medien ver­un­si­chert die Men­schen. Sie lässt sie müde wer­den für eine Impf­ent­schei­dung. Impf-​​müde.

Teil­weise begrün­det: Von knapp 20.000 infi­zier­ten Per­so­nen star­ben 16 Men­schen, ledig­lich zwei davon an den direk­ten Fol­gen des neuen Influ­enza Virus. Nicht mehr als bei einer nor­ma­len Grippe auch, sagen die Impf­kri­ti­ker. Die  WHO scheint immun gegen jeg­li­che Kri­tik. Sie sagt, die zweite Grip­pe­welle stünde erst noch bevor. So setzte sie, mit die­sem Argu­ment wirk­sam geschützt, sich für eine bal­dige Frei­gabe der Impf­stoffe ein. Die unzu­rei­chen­den Test­ver­su­che über die Ver­träg­lich­keit spiel­ten hier­bei nur eine unter­ge­ord­nete Rolle.

Tod durch Imp­fen
Auf Kos­ten der Bevöl­ke­rung und mit fata­len Fol­gen. Denn min­des­tens genauso ernst zu neh­men wie die Grippe selbst sind die all­er­gi­schen Reak­tio­nen der ers­ten Impf-​​Patienten. Sie kla­gen über Übel­keit, Zit­ter­an­fälle, unre­gel­mä­ßige Atmung. Einige erlit­ten schock­ar­tige Zustände, Neben­wir­kun­gen eines Impf­stof­fes, der auch nach Mei­nung vie­ler Fach­leute viel zu früh auf den Markt kam. Erste Mel­dun­gen über Todes­op­fer aus Schwe­den und ande­ren Län­dern, die an den Fol­gen des Impf­stof­fes gestor­ben sein sol­len, sor­gen für Besorg­nis. In Deutsch­land unter­sucht die Staats­an­walt­schaft aktu­ell den ers­ten Todes­fall, der kurz nach der Ver­ab­rei­chung des Wirk­stof­fes ein­ge­tre­ten war.

Vie­les lässt an dem Sinn die­ser bei­spiel­lo­sen Impf­mas­sen­ver­an­stal­tung zwei­feln. So maka­ber es auch klin­gen mag: Es bleibt abzu­war­ten, wie viele an den Fol­gen der Schwei­ne­grippe ster­ben und wie viele an denen des Impf­stof­fes. Ver­mut­lich wer­den die WHO und die Pharma-​​Konzerne dar­über  keine Anga­ben ver­öf­fent­li­chen (wollen).

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Ich sehe, was du tippst — Google Wave macht Mailing in Echtzeit möglich.

Aller Anfang ist schwer
Um Google Wave über­haupt nut­zen zu kön­nen, gilt es, die erste Hürde zu über­win­den. Da es sich momen­tan noch in einer Test­phase befin­det, wird der Zugang nicht jedem Inter­net­nut­zer gewährt. Um sich einen Account anle­gen zu kön­nen, braucht man eine Ein­la­dung, eine „Invite“. Diese bekommt man jedoch nur von einem bereits regis­trier­ten Mit­glied, oder man bean­tragt sie. Wir recher­chie­ren und las­sen uns von Lars, einem Bekann­ten, die Ein­la­dung schi­cken, um das Pro­gramm unter die Lupe neh­men zu können.

Der erste Ein­druck
Nach einer kur­zen Regis­trie­rung auf www.gwave.com, die nicht sehr kom­pli­ziert ist, öffnet sich die Inter­net­seite. Der Auf­bau ist sim­pel, es sind vier Fens­ter zu sehen: „Con­ta­cts“, „Navi­ga­tion“, „Inbox“ und „Wave“. Wir bemer­ken, dass das ganze Pro­gramm auf Eng­lisch ist. Für uns ist das kein Pro­blem. Kann man aller­dings kein Eng­lisch, ist hier Schluss. Die Sprach­kennt­nis ist Vor­aus­set­zung, da auch alle im Pro­gramm ent­hal­te­nen „Tuto­ri­als“ (Lehr­vi­deos) auf Eng­lisch sind.

Eine „Wave“ star­ten
Um eine Sit­zung zu begin­nen, öffnet man eine soge­nannte „Wave“ (zu Deutsch „Welle“). Wir haben nun theo­re­tisch die Mög­lich­keit, mit belie­big vie­len Per­so­nen in Echt­zeit zu kom­mu­ni­zie­ren, Dateien aus­zu­tau­schen und zu arbei­ten. Dazu wählt man aus sei­ner Kon­takt­liste („Con­ta­cts“) die gewünsch­ten Per­so­nen aus und lädt sie ein, an der „Wave“ teil­zu­neh­men. Dabei fällt uns auf, dass wir gar keine Kon­takte haben und das Pro­gramm für uns noch kei­nen Sinn ergibt.

Also machen wir uns auf die Suche nach Lars, um die Mög­lich­kei­ten einer „Wave“ tes­ten zu kön­nen. Über eine Such­funk­tion, die sich auch im „Contacts“-Fenster befin­det, geben wir seine Mail­adresse ein und wer­den sofort fün­dig. Lars ist sogar online. Jetzt steht der ers­ten „Welle“ nichts mehr im Weg.

Die vir­tu­elle Kon­fe­renz
Wir laden Lars zu unse­rer „Wave“ ein und begin­nen einen Text zu schrei­ben. Plötz­lich sehen wir, wie der Text ver­än­dert wird – von Lars, er kann direkt auf unser Doku­ment zugrei­fen. Im nächs­ten Moment befin­det sich ein Bild in der „Wave“. Spä­ter folgt ein Video. Lars hat die Funk­tion „Hoch­la­den“ benutzt und andere Medien direkt mit unse­rer Kon­fe­renz ver­knüpft. Das sind die grund­le­gen­den Funk­tio­nen einer „Wave“. Es gibt noch viele Bau­steine (Gad­gets genannt), mit denen man die Wave belie­big erwei­tern kann.

Der Haken eines Test­pro­gramms
Wie der Name „Test­pro­gramm“ schon sagt, steckt das Pro­gramm noch in den Start­lö­chern, so dass Kin­der­krank­hei­ten nicht aus­blei­ben. Das bedeu­tet, dass Google viele Funk­tio­nen ste­tig bear­bei­tet. Wir bekom­men das zum ers­ten Mal mit, als der „Mute-​​Button“ (Stumm­funk­tion) plötz­lich „Unfol­low“ heißt (eine Funk­tion, um eine Wave aus dem Post­fach zu ent­fer­nen). Der „Google Wave“-Nutzer muss also stän­dig auf dem neus­ten Stand sein, um nicht den Über­blick zu ver­lie­ren. Zudem kann es vor­kom­men, dass Funk­tio­nen plötz­lich aus­fal­len und man das Pro­gramm neu star­ten muss.

Mit­tes­ten?
Gene­rell kön­nen wir sagen, dass „Google Wave“ auf einer prak­ti­schen und wirk­lich guten Idee basiert. Der Vor­teil des Pro­gramms ist die erleich­terte Pla­nung. Ob es sich um die bevor­ste­hende Geburts­tags­feier han­delt oder um eine Prä­sen­ta­tion für die Uni, man kann trotz räum­li­cher Ent­fer­nung direkt zusam­men arbeiten. Die Nut­zung des Pro­gramms ist aber bes­ser abzu­war­ten, da es noch nicht aus­ge­reift ist. Wer trotz­dem in die Test­phase ein­stei­gen möchte, muss sich mit wenig Benut­zer­freund­lich­keit abfin­den und bereit sein, seine Kennt­nisse immer wie­der zu aktualisieren.

Daten und Fakten:

  • Am 27. Mai 2009 wurde Google Wave zum ers­ten Mal auf der Google-​​Entwicklerkonferenz in San Fran­cisco vor­ge­stellt. Hier das Video.
  • Ent­wick­ler des Pro­gramms sind die Brü­der Jens und Lars Ras­mus­sen. Zuvor lie­fer­ten die bei­den Aus­tra­lier die Grund­lage für Google Maps.
  • Der Beta­test, der auf eine End­nut­zer­zahl von 100.000 Usern begrenzt ist, star­tete am 30. Sep­tem­ber 2009.

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„Morgen, morgen nur nicht heute“

Sir Peter Usti­nov sagte ein­mal: „Die Men­schen, die etwas von heute auf mor­gen ver­schie­ben, sind die­sel­ben, die es bereits von ges­tern auf heute ver­scho­ben haben.“ Da hat er wohl recht. Denn wer schiebt unan­ge­nehme Tätig­kei­ten nicht hin und wie­der auf die lange Bank, erle­digt sie auf dem letz­ten Drü­cker oder pro­lon­giert sie, wie es die Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler nen­nen. Unfass­bar, wie attrak­tiv plötz­lich Staub­sau­ger oder Wasch­ma­schine wer­den, sobald man vor dem lee­ren Blatt Papier sitzt, auf dem eigent­lich schon bald die Haus­ar­beit ste­hen müsste. Auf­schie­ben ist ein allzu mensch­li­ches Las­ter, das schein­bar von Faul­heit und zu wenig Selbst­dis­zi­plin zeugt. Doch was ist, wenn man chro­nisch auf­schie­ben muss? Wenn man nicht ande­res kann, als den Anruf beim Arzt immer wie­der hinauszuzögern?

Psy­cho­lo­gen haben dafür den Fach­be­griff „Pro­kras­ti­na­tion“ geprägt – abge­lei­tet von dem latei­ni­schen Verb „pro­cras­ti­nare“, das so viel bedeu­tet wie „auf mor­gen ver­le­gen“. „Es ist ein Pro­blem – fak­tisch mit Sicher­heit, sonst wür­den nicht so viele Ter­mine nicht ein­ge­hal­ten wer­den“, erklärt Dr. Gün­ter Faber. Mit sei­nen Stu­den­ten forscht er am Insti­tut für Päd­ago­gi­sche Psy­cho­lo­gie der Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver zum Thema Pro­kras­ti­na­tion. Seit den 1980er Jah­ren wid­men sich inter­na­tio­nale Wis­sen­schaft­ler dem Phä­no­men. Mehr als eine Arbeits­de­fi­ni­tion gibt es jedoch bis­her nicht. Dem­nach ist Pro­kra­tio­na­tion das gewohn­heits­mä­ßige und irra­tio­nale Auf­schie­ben von lang­fris­tig geplan­ten Auf­ga­ben, deren Wich­tig­keit einem bewusst ist. Oder ein­fach gesagt: Man orga­ni­siert seine To-​​Do-​​Liste stän­dig um, ohne etwas von ihr zu erledigen.


Abb. 1: 5 vor 12: Auf­schie­ber erle­di­gen wich­tige Auf­ga­ben oft in letz­ter Minute.
Abb. 2: Syn­onyme für das Wort „auf­schie­ben“ gibt es viele.
Abb. 3: Lee­rer Bild­schirm: Auf­schie­ber fin­den häu­fig kei­nen Anfang.

Erklä­rungs­ver­su­che gibt es viele
Wie weit das Pro­blem ver­brei­tet ist? Das fragt sich auch Dr. Faber. Stu­dien haben erge­ben, dass 20 bis 70 Pro­zent der welt­wei­ten Bevöl­ke­rung von der Auf­schie­be­ri­tis, wie Pro­kras­ti­na­tion im Volks­mund heißt, betrof­fen sind. Vor allem Stu­die­rende schei­nen an dem Phä­no­men zu lei­den – zumin­dest ist ihr Auf­schie­be­ver­hal­ten am bes­ten erforscht. Doch es gäbe kei­nen kri­ti­schen Wert, ab dem man sagen könne „So, jetzt ist es Pro­kras­ti­na­tion“, meint der Experte. Die Grenze zwi­schen Las­ter und Stö­rung bzw. Krank­heit ist den Wis­sen­schaft­lern noch unklar.

Ebenso unge­klärt sind die Ursa­chen der Arbeits­stö­rung. „So rich­tig auf den Punkt, ‚jetzt wis­sen wir genau, wo es her­kommt‘“, soweit ist die For­schung noch nicht, sagt Gün­ter Faber — auch wenn sie uns das gerne glau­ben machen würde. Erklä­rungs­ver­su­che hin­ge­gen gibt es viele. Dabei ist das Ziel des Auf­schie­bens oft Selbst­wert­schutz. Betrof­fene ver­mei­den alles, das mit unan­ge­neh­men Gefüh­len ver­bun­den sein könnte. Psy­cho­lo­gen spre­chen daher oft vom „Avo­idance Pro­cras­ti­na­tor“, dem Vermeidungsaufschieber.

Per­fek­tio­nis­ten schei­tern bei­spiels­weise an ihrem eige­nen krank­haf­ten Ver­lan­gen, immer das Beste zu geben. Aus Angst vor dem Ver­sa­gen, begin­nen sie lie­ber gar nicht erst. Aber auch Prü­fungs­angst kann Grund zum Pro­kras­ti­nie­ren sein. Wieso für die Füh­rer­schein­prü­fung ler­nen, wenn man eh weiß, dass man durch­fällt? Hier­bei spie­len auch moti­va­tio­nale Pro­bleme eine Rolle. Wird eine Auf­gabe als lang­wei­lig, unin­ter­es­sant oder min­der­wer­tig bewer­tet, fällt es schwer die nötige Moti­va­tion auf­zu­brin­gen. Nur zu gerne lässt sich der Auf­schie­ber dann Ablenken.

Einige Psy­cho­lo­gen ver­mu­ten hin­ter der Stö­rung „fal­sche“ Idole, die meist im engs­ten Fami­li­en­kreis zu fin­den sind. Da ist zum Bei­spiel der Vater, der im Job per­fekt funk­tio­niert und auf der Erfolgs­welle schwimmt, seine Fami­lie zuhause jedoch ver­nach­läs­sigt. Natür­lich wer­den seine Kin­der bestrebt sein, alles anders zu machen: Sie wer­den zu lie­be­vol­len Fami­li­en­men­schen, hin­ken im Beruf aber stets hin­ter her.

Und dann gibt es da noch die Auf­schie­ber, die den Kick brau­chen, die nur unter Druck krea­tiv sind und des­halb alle Auf­ga­ben in der letz­ten Minute fer­tig­stel­len. Dou­glas Adams, Autor von „Per Anhal­ter durch die Gala­xis“, kon­sta­tierte dazu einst: „Ich mag Dead­lines. Ich mag das „Whoosh“-Geräusch, das sie im Vor­bei­flie­gen machen.“ Exper­ten haben für Men­schen wie Adams daher den Begriff „Arou­sal Pro­cas­ti­na­tor“, Erre­gungs­auf­schie­ber, geprägt.

Im Ein­zel­fall kom­men alle Ursa­chen zusam­men
Die Liste der mög­li­chen Ursa­chen der Auf­schie­be­ri­tis ließe sich noch eine Weile fort­set­zen. Denn selbst die Struk­tur unse­res Gehirns wurde von Wis­sen­schaft­lern schon als Übel­tä­ter aus­fin­dig gemacht. „Alle in Frage kom­men­den Ursa­chen kom­men im Ein­zel­fall wohl zusam­men“, urteilt Dr. Gün­ter Faber von der Uni­ver­si­tät Hannover.

Für ihn ist trotz der inten­si­ven For­schung und der vie­len Befunde alles noch sehr vage: „Im Moment kann man mehr Fra­gen stel­len als Ant­wor­ten haben.“ Es schreit alles nach einer Lang­zeit­stu­die, sagt Faber. Denn bei allen bis­he­ri­gen Unter­su­chun­gen wur­den Pro­kra­ti­na­to­ren nie über meh­rere Jahre hin­weg beob­ach­tet, sodass die For­schung nicht sicher sein kann, was Ursa­che und was Folge ist. Beginne ich etwa auf­grund von Miss­er­fol­gen wich­tige Tätig­kei­ten zu ver­ta­gen oder resul­tie­ren die Miss­er­folge aus mei­nem Auf­schie­be­ver­hal­ten? Es stellt sich des­halb die ewige Frage: Was war zuerst – Huhn oder Ei?

Oft wird Pro­kras­ti­na­tion an den Fol­gen für die Betrof­fen fest gemacht. Diese kön­nen sowohl per­sön­li­cher als auch beruf­li­cher Natur sein. Psy­cho­lo­gen an der Uni­ver­si­tät Müns­ter konn­ten bei­spiels­weise fest­stel­len, dass Stu­den­ten, die die Regel­stu­di­en­zeit über­schrit­ten und eine Ten­denz zum Auf­schie­ben haben, in der Regel depres­siv sind. Am häu­figs­ten trifft es Stu­die­rende der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten, da ihr Stu­dium weni­ger struk­tu­riert ver­läuft und von ihnen mehr Eigen­in­itia­tive ver­langt wird.

Auf­schie­ber lei­den sub­jek­tiv
Für Gün­ter Faber ist aller­dings noch nicht end­gül­tig geklärt, ob Auf­schie­ber tat­säch­lich Scha­den neh­men. „Sie lei­den sub­jek­tiv dar­un­ter“, sagt er. Jedoch ist sei­ner Mei­nung nach ein direk­ter Zusam­men­hang zwi­schen (aka­de­mi­schen) Leis­tun­gen und der Pro­kras­ti­na­ti­ons­ten­denz empi­risch noch nicht bewie­sen. Etwa der Abitur­durch­schnitt gäbe keine Aus­kunft über ein mög­li­ches Aufschiebeverhalten.

Inter­es­sant ist auch, dass Män­ner und Frauen schein­bar glei­cher­ma­ßen von der Stö­rung betrof­fen sind. Ebenso wenig belegt, ist eine Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Auf­schie­ben und Intel­li­genz oder Auf­schie­ben und dem Kul­tur­kreis. So fin­den in den letz­ten Jah­ren auch in China ver­mehrt Stu­dien zum Thema Pro­kras­ti­na­tion statt. Auf­schie­ber gibt es also nicht nur in der west­li­chen Welt.

Trotz der vie­len For­schungs­in­itia­ti­ven seit den 1980er Jah­ren ist das Pro­blem noch nicht greif­bar. Im Gegen­teil – die Abgren­zun­gen zu ande­ren psy­chi­schen Erkran­kun­gen, wie etwa der Prü­fungs­angst, ver­schwim­men immer mehr. Dies meint zumin­dest Dr. Gün­ter Faber: „Je mehr ich mich mit der Pro­kras­ti­na­tion beschäf­tigt habe, desto unsi­che­rer bin ich mir.“

Er ist sich aber sicher, dass die Auf­schie­be­ri­tis in Mode­thema ist: „Wer ein Ratgeber-​​Buch über Pro­kras­ti­na­tion schreibt, hat hohen Absatz.“ So wer­den ver­mut­lich noch viele Sei­ten mit Tipps gefüllt, die mal mehr, mal weni­ger wert­voll sind, bis wir das Phä­no­men „Auf­schie­ben“ end­gül­tig ver­ste­hen – vor­aus­ge­setzt, die Auto­ren müs­sen nicht vor­her den Müll raus­brin­gen, Oster­gras anse­hen oder ihren Schreib­tisch aufräumen.

Ser­vice­an­ge­bot an Sie:
Sind Sie ein Auf­schie­ber? Tes­ten Sie hier Ihre eigene Prokrastinationstendenz.

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