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Die Bahn und der Berliner Flughafen #BER

Die Deutsche Bahn und der Berliner FlughafenWenn ich mir diesen Folder genauer ansehe, der bei fast jeder Bahnfahrt vor dem Bahn-Reisenden liegt, dann muss ich mich bei dem Zitat „Eröffnungstermin (…) auf unbestimmte Zeit verschoben“ schon fragen: Weiß die Bahn schon mehr bzgl. der künftigen Flughafeneröffnung in Berlin? Ist sie besonders vorausschauend, was natürlich zu einem Mobilitätsunternehmen passen würde? Oder will sie – wie andere vermuten – einfach nur Geld sparen, falls die Eröffnung nochmals verschoben wird? Fragen, die man sich wirklich mal stellen darf.

Expedia und der Flughafen Berlin-Tempelhof

Liebes Expedia-Team,

es ist ja wirklich nett, dass ihr mich bei meiner Reiseplanung immer unterstützt, in dem ihr mich darauf hinweist, dass meine Abflugstadt gleich mehrere Flughäfen besitzt. Vielen Dank für diese tolle Information. Aber leider läuft in dieser Stadt die Zeit der Innenstadtflughäfen ganz langsam aus. Und Berlin-Tempelhof ist samt dem langjährigen Flugzeichen THF schon seit einigen Tagen und Wochen von der Flug-Landkarte getilgt worden. Jetzt weiß ich nicht, ob ihr die nostalgischen Gefühle der Berliner noch ein bisschen streicheln wollt oder ob diese Streich-Information noch nicht zu eurem Ableger nach München gekommen ist? Sind ja immerhin auch einige Kilometer in die bayrische Kleinstadt.

Flugbuchung bei Expedia

Nur schon jetzt als kleiner Vor-Info-Tipp – und auch ganz umsonst: Bald dürft ihr diese Info übrigens ganz streichen, wenn sich Berlin von der Landkarte der Mehr-Flughafen-Städte endgültig selbst entfernt. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Fliegende Grüße schickt

Ein Vielflieger

Wenn Fotos sprechen

Auch wenn diese Ausstellung der Gewinner des World Press Foto Award 2007 im Berliner Willy-Brandt-Haus bereits vorüber ist, wollte ich gerade allen Nicht-Besuchern noch einmal vorführen, was sie verpasst haben. Im Vergleich zum Vorjahr hatte dieser Jahrgang sicherlich etwas an Dichte und Eindringlichkeit eingebüßt. Und doch sind die ausgestellten Fotos wieder ein Beweis, was Bilder – auch im Unterschied zum Text – aussagen und teils bewegen können.

Damit meine ich weniger den diesjährigen Sieger – Tim Hetherington, der für Vanity Fair einen erschöpften amerikanischen Soldaten nach einem Kampfplatz in Afghanistan aufnahm.

Tim Hetherington — Gewinner World Press Foto Award 2007

Viel eindringlicher fand ich beispielsweise die Dokumentation von Vanessa Winship über eine staatliche Kampagne, um Frauen in der Osttürkei zur Schule zu bewegen. Das Motto „Wir gehen zur Schule“ spiegelt sich in ihren Frauen- und Mädchenportraits wider.

Vanessa Winship Kampagne »Wir gehen zur Schule«

Schule mal ganz anders: Richtig aufschreckend sind die Portraits von Erika Larsen über Kinder, die in amerikanischen Staaten bereits im Alter von unter 12 Jahren – in Begleitung von Erwachsenen – jagen und damit töten dürfen. Die absurde Begründung: Den Kindern soll dies eine alternative Freizeitbeschäftigung zu Computerspielen bieten.

Portrait von Erika Larsen: Kinder, die jagen

Die Gewalt in Kolumbien zeigt sich in den Portraits von Francesco Zizola: Ein mehrfach vergewaltigtes und schwangeres Mädchen, das allein in einem Zimmer auf die Abtreibung wartet; genauso beeindruckend: Der durch amerikanische Luftangriffe verletzte Junge in Afghanistan, den sein besorgter Vater im Arm hält;

Ein Vater und sein Sohn: Krieg in Afghanistan

Die aufgeputschte Atmosphäre nach dem Anschlag auf Benazir Bhutto im Dezember 2007 zeigt sich in einer Serie von Bildern; noch intensiver sind aber die fast filmischen Protraits von Generälen im Kongo von Cédric Gerbehaye.

Cedric Gerbehaye: Generäle in Kongo

Im Anschluss an diese Bilder ist es für viele Besucher schon richtig entspannend, wenn er sich auf fotografische Urlaubsreise begibt – mit den Heißluftballons von Massimo Siragusa, die über einen Freizeitpark in Ravenna schweben – und nicht wie bei Erik Refners erschöpft nach dem Kopenhagener Marathon zusammenbricht.

Erik Refners: Marathon in Kopenhagen