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Abschied: Tipps für Kolumbien-​​Reisende


Cartagena bei Nacht in Kolumbien

Nach drei Wochen ist meine Kolumbien-​​Reise jetzt zu Ende. Statt eines Resü­mees will ich lie­ber jedem Neu­gie­ri­gen die­ses Land wärms­tens ans Herz legen. Und damit die Rei­se­pla­nung etwas ein­fa­cher wird, habe ich meine wich­tigs­ten Tipps kurz zusammengefasst.

Flüge: Mei­nen rich­ti­gen bil­li­gen Airfrance-​​Flug (ca. 550 Euro) habe ich über meine der­zei­tige Lieblings-​​Reisesuchmaschine swoo­doo geschos­sen. Im Inland bin ich bis­lang mit der Bil­lig­flug­li­nie Easy­fly, der Staats­li­nie Avi­anca und der Panana-​​Line Copa geflo­gen — alle recht zuver­läs­sig und pünktlich.

Rei­se­zeit: Eigent­lich emp­fiehlt jeder den Zeit­raum zwi­schen Dezem­ber und April als Rei­se­mo­nate — also zwi­schen den Rei­se­zei­ten. Aber bei dem, was „La Nina“ mit uns die­ses Jahr wie­der ange­stellt hat (bzw. wir mit der Natur anstel­len), wer­den Reisezeit-​​Tipps immer schwie­ri­ger. Trotz­dem würde ich den Zeit­raum bis auf den Januar emp­feh­len, denn da hat das gesamte Land Ferien, und die Preise sind deut­lich höher.

Hotels: (alles Preise für EZ/​DZ inkl. Frühstück)

  • Bogota: Die­ses Mal habe ich die Casa Vio­leta gewählt, das sich wie viele hier „Bou­tique“ nennt. Das Hos­tal ist erst 6 Monate alt — und noch viel wird gewer­kelt. Das Team nett und bemüht, der Preis pro Zim­mer bei 29 Euro mit Gemein­schafts­bad okay. Wer keine Hei­zung braucht (in Bogota wird’s auf 2.700m ver­dammt kalt) und null lär­m­emp­find­lich ist (Zim­mer sind ziem­lich hell­hö­rig) kann zum Bei­spiel mein Comic-​​Zimmer buchen. Aber es gibt mit Sicher­heit bes­se­res zu ähnli­chen Preisen.
  • Villa de Leyva: Die Hos­pe­deria La Roca war meine per­sön­li­che Lieblings-​​Neuentdeckung — und das zum jähr­li­chen Feu­er­werk­spek­ta­kel. Direkt an einem der schöns­ten Plätze der Welt gele­gen dehnt sich das Hotel sich über zwei große, zwei­stö­ckige Innen­höfe aus. Wun­der­bare Zim­mer, tolle Atmo­sphäre und das für 30 Euro inkl. Pri­vat­bad — ich war 4 Nächte lang sehr glücklich.
  • Tunja: Über die­ses Hotel in der eher mit­tel­präch­ti­gen Stadt hülle ich lie­ber den Man­tel des Schwei­gens. Bes­ser nach 2 Stun­den Auf­ent­halt direkt weiterreisen.
  • San Gil: Erst vor 2 Mona­ten als Hotel-​​Ergänzung zu Sam’s Hos­tel eröff­net, will Sam mit der Man­sión del Par­que Rei­sende anzie­hen, die etwas mehr als Mehr­bett­zim­mer und Gemein­schafts­bad erwar­ten. 30 Euro mit Bad ohne Früh­stück ist für den gro­ßen, extrem hell­hö­ri­gen Raum nicht bil­lig. Auch würde ich eher eine Unter­kunft in dem wun­der­schö­nen, nur 40 Minu­ten ent­fern­ten Kolonial-​​Dorf Bari­chara empfehlen.
  • Girón: Auch wenn die E-​​Mail-​​Kommunikation mit dem Hotel Las Nie­ves etwas müh­sam war, hat es sich gelohnt: Direkt am Haupt­platz des wun­der­schö­nen Ortes Girón gele­gen, ist es ein stol­zes, hüb­sches Haus mit net­tem Innen­hof, extrem groß­räu­mi­gen Zim­mern — und das für 15 Euro inkl. Privatbad.
  • Santa Marta: Mein Lieb­lings­ho­tel: Jeder, der nach Santa Marta kommt, sollte unbe­dingt ins Nueva Gra­nada. Das Team um Javier ist super­nett und hilfs­be­reit, die Lage der Zim­mer rund um den Innen­hof mit klei­nem Pool und kräch­zen­dem Papa­gei ent­spannt. Und wem es wie mir mal gesund­heit­lich schlecht geht, kann sich auf alle 100%ig ver­las­sen. Der Preis: 25 Euro pro Zim­mer mit Bad. Bes­ser geht es nicht.
  • Car­ta­gena: Die schönste Stadt Kolum­bi­ens ist teuer — und auch die Hotels sind nicht wirk­lich bil­lig. Wer ein biss­chen Qua­li­tät haben will, sollte sich das 3 Ban­de­ras vor­neh­men. Die Lage im etwas weni­ger tou­ris­ti­schen Stadt­teil San Diego ist top, alles Sehens­wür­dige in siche­rer Lauf­ent­fer­nung, das Haus mit sei­nen Brun­nen und den Zim­mern sehr geschmack­voll gestal­tet, das Team stets hilfs­be­reit. Der Preis: 75 Euro inkl. a/​c, Früh­stück und Bad.

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Abschied von Villa de Leyva


Die Hauptplaza im kolumbianischen Villa de Leyva

Ein wun­der­schoener Ort, den ich ges­tern ver­las­sen habe: Villa de Leyva. Allein der Name klingt herr­schaft­lich, ele­gant, vor­nehm, nach wirk­li­cher Groesse. Gross ist aber nur der Platz, einer der groess­ten ganz Sue­dame­ri­kas: 14.000 m2 Weite, um es ganz genau zu neh­men. Dazu frei­ge­hal­ten als tae­gli­che Begeg­nungs­staette und Ort wich­ti­ger Fei­ern wie des jaehr­li­chen Fes­ti­val de Luces.

Wenn man genau in der Mitte des Plat­zes an die­sem klei­nen, alten Brun­nen steht, den man so leicht ueber­se­hen kann und aus dem fru­e­her die Frauen ihr tae­gli­ches Was­ser scho­epften, ver­liert sich der eigene Blick ein wenig: Nur auf­ge­fan­gen von den geweis­sel­ten, zwei­s­toecki­gen Gebaeu­den im kolo­nia­len Archi­tek­tur­stil, mit ihren schwar­zen Tue­ren, Fens­tern und Bal­ko­nen, die sich spae­tes­tens ab 23 Uhr in die Dun­kel­heit des Schla­fes ver­ab­schie­den, wenn sich nur noch ver­ein­zelte Dorf­ju­gend­li­che und nim­mer­muede Hunde Bier­fla­sche oder Schwanz wedelnd etwas lau­ter gute Nacht sagen.

Still, alt, ent­spannt, verschlafen

Villa de Leyva war nach Bogota die zweite laen­gere Sta­tion auf mei­ner Tour und der volle Gegen­satz: Dort die Mil­lio­nen Metro­pole, laut, modern, hek­tisch, her­risch; hier der 15.000 See­len­ort, still, alt, ent­spannt, zuru­eck­hal­tend, der auf 450 Jahre Geschichte zuru­eck­blickt. Boese koennte man von einer Pup­pen­stube spre­chen — huebsch gemacht, mit den vie­len klei­nen Cafes, den gemuet­li­chen Restos und den nett anzu­se­hen­den Anti­qui­ta­te­ten­la­eden. Und dies waere kei­nes­wegs falsch beschrie­ben, schliess­lich lebt die­ses kolo­niale Sta­edt­chen knapp drei Stun­den Fahrt noerd­lich von Bogota aus­schliess­lich vom Tou­ris­mus. Und dies kei­nes­wegs schlecht. Doch im Unter­schied zu heu­ti­gen rei­nen Tou­ris­ten­ge­scho­ep­fen wie Assisi, Obi­dos oder Rothen­burg ob der Tau­ber (ich weiss, dass die­ser Ver­gleich gerade sehr will­ku­er­lich ist), hat sich der Ort seine Ent­spannt­heit, seine eigene Nor­ma­li­taet, sei­nen Dorf­cha­rak­ter, seine Tages­ab­la­eufe — gerade wenn die som­mer­li­chen Wochen­en­den vor­bei sind -, bewahrt.

Viel­leicht laesst sich dies damit erklae­ren, dass es hier eigent­lich nicht viel zu sehen gibt: 2–3 Kir­chen, das Haus eines Revo­lu­ti­ons­hel­den, ein Museum fuer loka­les Kunst­hand­werk, dazu ein klei­ner Natio­nal­park mit maenn­li­chen Frucht­bar­keits­sym­bo­len und ein pra­ech­tig erhal­te­nes Domi­ni­ka­ner­kon­vent in der nahen Umge­bung. Auch ist der Ort, wie ein Fueh­rer pas­send schrieb, inner­halb von zehn Minu­ten in allen Rich­tun­gen zu erlau­fen — natu­er­lich immer vom zen­tra­len Platz ausgehend.

Weni­ger ist manch­mal mehr

Doch braucht man wirk­lich mehr? Genuegt nicht das als Schach­brett­mus­ter ange­legte Gas­sen­ge­flecht aus mal purer, mal etwas ver­spiel­ter kolo­nia­len Archi­tek­tur? Diese vor 60 Jah­ren mit Kopf­stein­pflas­ter ange­leg­ten Wege, die jede Stoe­ckel­schuh­trae­ge­rin unwei­ger­lich in die Arme des naechs­ten Schus­ters trei­ben? Und die sich bei Regen in Minu­ten­schnelle in reis­sende Bae­che ver­wan­deln koen­nen, deren Ueber­que­rung zur Kern­auf­gabe jedes Fuss­ga­en­gers wird? Die klei­nen Laeden, deren Besit­zer einem schon bald ein mor­gend­li­ches oder abend­li­ches Lae­cheln schen­ken oder ein paar Worte zuru­fen? Die Hand­voll — ueber­teu­er­ter — Restos und Bars rund um die Plaza, die zu die­ser glu­eck­li­chen Weite im eige­nen Blick ein­la­den — und dies jeden Tag und Abend aufs Neue?

Es gibt die­sen sehr tref­fen­den Aus­spruch (von wem stammt der eigent­lich?), dass „manch­mal“ — warum eigent­lich nur manch­mal! — „weni­ger mehr ist“. So ist es auch hier. Dies wird vie­len jedoch erst dann wirk­lich auf­fal­len, wenn sie die­sen Ort bereits hin­ter sich gelas­sen haben und seine Ruhe, Ent­spannt­heit, Ver­traut­heit und kolo­niale Scho­en­heit etwas zu ver­mis­sen beginnen.

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Ein schlafender Riese wacht langsam auf


Schon bei mei­ner letz­ten Kolum­bien–Tour vor ziem­lich genau drei Jah­ren habe ich viel davon gese­hen und dar­u­e­ber geschrie­ben (z.B. hier), wie sehr sich die­ses Land in einem ste­ti­gen Wan­del befin­det. Die­ser Wan­del hat sich wei­ter beschleu­nigt — fuer alle und jeden sichtbar.

Schon bei der Fahrt vom Flug­ha­fen ins Zen­trum von Bogota fal­len die aus der Erde gestampf­ten, neuen Geschaefts­vier­tel, die maech­ti­gen Hoch­haus­kom­plexe und die neuen Sta­tio­nen des Schnell­bus­ses Trans­Mi­le­nio auf, der schon bald Air­port und City ver­bin­den wird. Die­ses explo­sive Wachs­tum bele­gen ein paar ein­fa­che Zah­len: Bogota hat offi­zi­ell nicht nur bereits rund 9 Mil­lio­nen Ein­woh­ner, die Stadt waechst jedes Jahr um rund 100.000 Ein­woh­ner und ist damit eine der schnellst wach­sen­den Metro­po­len der Welt. Eine unvor­stell­bare Zeit, wenn man diese Wachs­tums­rate mit euro­pa­ei­schen Ver­ha­elt­nis­sen vergleicht.

Ganz typisch fuer Schwel­len­la­en­der: Der enorme Nach­hol­be­darf. Rund 350.000 Wagen kur­ven schon heute durch die bru­e­chi­gen, stets ver­stopf­ten Stras­sen Bogo­tas. Par­al­lel dazu waechst die Wirt­schaft enorm, die Zahl inter­na­tio­na­ler Koope­ra­tio­nen und Inves­to­ren hat stark zuge­nom­men. (Hallo, liebe Ban­ken, wo sind eigent­lich die Fonds?), eine gute Bil­dung selbst fuer die wach­sende Mit­tel­schicht ist zen­tral und fast schon nor­mal, die Zahl der Aus­tau­sche mit US– oder Europa-​​Universitaeten und –Schu­len kraef­tig am stei­gen. Denn Bil­dung zaehlt. Und dies in einem Land, in dem 50% unter 30 Jah­ren sind und eine pro­ble­ma­ti­sche Alters­spi­rale wie bei uns so nicht exis­tiert. Dies sind nur ein paar wenige Fak­to­ren, die neben Bogota auch Boom-​​Metropolen wie Cali, Medel­lin, Buca­ra­manga, die Shakira-​​Heimat Bar­ran­quilla oder die UNESCO-​​Weltkulturstadt Car­ta­gena betreffen.

Alvaro Uribe sei dank

Viel davon, so beschrieb mir der Unter­neh­mer Edu­ardo waeh­rend einer laen­ge­ren Bus­fahrt, habe mit dem fru­e­he­ren Pra­e­s­i­den­ten Alvaro Uribe zu tun. In sei­ner fast 10-​​jaehrigen Amts­zeit ging er nicht nur radi­kal gegen die FARC vor und sorgte mit hoher Poli­zei­pra­es­enz auf den Stras­sen fuer mehr Sicher­heit und damit auch fuer lang­sam wach­sen­des Ver­trauen bei (aus­la­en­di­schen) Inves­to­ren und Gaes­ten; er moder­ni­sierte auch radi­kal die Insti­tu­tio­nen, beka­empfte Kor­rup­tion und ver­schrieb dem Land einen Auf­bruch, das die­ses gerne quer durch die Schich­ten annahm. Man darf nur hof­fen, so Edu­ardo, dass sein Nach­fol­ger Juan Manuel San­tos trotz neuer Schwer­punkte diese Vor­lage nut­zen und in sei­ner Arbeit daran ank­nue­p­fen wird, um die­ses neue Ver­trauen der Bevo­el­ke­rung in ihren lange Zeit ver­ach­te­ten Staat zu wahren.

Gehen wir an die­ser Stelle noch einen Schritt wei­ter: Die Latein­ame­ri­ka­ni­schen Laen­der sind der­zeit dabei — wenn auch noch ganz am Anfang -, schritt­weise eine Wirt­schafts­union zu bil­den, die irgend­wann auch — so Edu­ardo — sicher­lich „in einer Waeh­rungs­union und einer gemein­sa­men Waeh­rung enden wird, da auf die Dauer der Ver­stand immer ueber das Sen­ti­men­tale siegt“. Wenn man sich jetzt die­sen Wirt­schafts­raum mit rund 600 Mil­lio­nen groess­ten­teils jun­gen, gebil­de­ten und auf­stiegs­hung­ri­gen Men­schen sieht, dann erkennt jeder in die­ser — auch mit den USA eng ver­link­ten — „Laen­de­r­union“ einen (bis auf Bra­si­lien) noch schla­fen­den Rie­sen, den Europa gerade durch die his­to­ri­schen Ver­bin­dun­gen viel genauer beob­ach­ten sollte, um nicht irgend­wann ueber­flues­sig zu wer­den. Vor allem, so mein Bus-​​Nachbar, „beob­ach­ten unsere Regie­run­gen die Finanz– und Wirt­schafts­pro­bleme in Europa sowie die Schwae­che der euro­pa­ei­schen Insti­tu­tio­nen sehr genau, um nicht irgend­wann die­sel­ben Feh­ler zu machen“.

Wie lang wird der Weg sein?

Selbst­ver­staend­lich spre­chen wir — gerade auch auf Kolum­bien bezo­gen — noch von „irgend­wann“ und einem lan­gen Weg, der noch ganz am Anfang ist. Doch wenn das Wachs­tum bei Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Bil­dung so dyna­misch wei­ter­geht, das Sicher­heits­pro­blem noch bes­ser in den Griff bekom­men wird, um wei­tere Fir­men, Inves­to­ren und Besu­cher in die­ses scho­ene Land zu holen, kann aus dem „irgend­wann“ sehr schnell ein „bald“ werden.

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Freiheit fuer alle Gefangenen


Gefahr. Ent­fu­eh­rung. Ter­ror. Non-​​Go-​​Land. Bedro­hung. Angst. Warum Kolum­bien. Die­ses waren einige Begriffe, dich ich in den letz­ten Wochen vor mei­ner Abreise zu hoe­ren bekam. Voll­kom­men nor­mal, wenn man von aus­sen auf die­ses Land blickt und als ein­zige Quelle die bekann­ten Medien nennt. Wer hier ankommt, erha­elt ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild. Und Angst kenne ich eigent­lich nicht — wenn man die bekann­ten Non-​​Go-​​Areas meidet.

Dafuer sorgt schon die extrem hohe Militaer-​​Praesenz. An jeder Ecke steht eine Gruppe Jungs mit schwe­ren Waf­fen. Ihre Auf­gbe: Sicher­heit ver­mit­teln. Ihr Vor­ge­hen: Unent­wegt SMS an Freunde und Fami­lie ins Black­berry tip­pen, da sie sich so unglaub­lich lang­wei­len. Schliess­lich gibt es fuer sie nichts zu tun. Hat man dies ein­mal erkannt, las­sen sich die freund­li­chen Jungs ganz prima als Frem­den­fu­eh­rer und Info­bo­ten miss­brau­chen. Prak­tisch. Liesse sich dies nicht auch bei uns einfuehren?

Aber poli­tisch ist diese Stadt. Vor allem poli­ti­siert auf­ge­wu­ehlt, dass noch immer Men­schen vor allem von der Guer­rilla– und Terror-​​Organisation FARC ent­fu­ehrt, ermor­det wur­den oder bis heute gefan­gen gehal­ten wer­den. Immer wie­der bricht diese Wut aus. In ihrer gan­zen Inten­si­taet. Zum Bei­spiel ges­tern, 6.12.2011: Punkt 12 brach kur­zer­hand das oef­fent­li­che Leben zusam­men. Zig­tau­sende Kolom­bia­ner stro­em­ten durch die teils gesperrte Innen­stadt und for­der­ten laut­hals das Ende der FARC und die sofor­tige Frei­las­sung der Gefan­ge­nen: „No mas FARC“, „Libe­ren­los ya“ schallte stun­den­lang durch die Gas­sen — und dies lan­des­weit. Kin­der, Erwach­sene, Gross­el­tern, Stu­den­ten, Poli­zis­ten, Arbei­ter ein­ge­hu­ellt in T-​​Shirts, Fah­nen, Tue­cher mit den obi­gen Losun­gen und der Beto­nung: Wir sind Kolom­bia­ner. „Yo soy Colombia“.

In sol­chen Momen­ten wird einem bewusst, in was fuer einem Lnd man sich hier befin­det, auf­ge­wu­ehlt, erscho­epft, erzu­ernt ueber alle For­men der Gewalt des Krie­ges, muede, nach Frie­den schrei­end, ein Ende der Gewalt for­dernd, die Frie­dens­taube ueber sich wehen las­send. Wie rief doch ein Red­ner vom Podium: „Wir sind fro­eh­lich, wir sind herz­lich, so sind wir Kolom­bia­ner in Wirk­lich­keit“. Fuer die­ses sym­pa­thi­sche Volk laesst sich nur hof­fen, dass sie diese posi­ti­ven Eigen­schaf­ten irgend­wann in der Zukunft aus­schliess­lich zei­gen duer­fen und die andere Gegen­wart dann Ver­gan­gen­heit sein wird. Nur wann?

Kolumbien hofft auf Frieden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Massendemonstrationen in Bogota fordern das Ende der FARC

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Der texter on road geht wieder auf Reisen: Kolumbien 2011


Ab Mon­tag, den 5. Dezem­ber, ist es mal wie­der so weit: Der tex­ter on road geht wie­der auf Rei­sen und wird die­ses Mal — sofern Internet-​​Verbindung, Zeit und Lust vor­han­den — einige klei­nere Geschich­ten aus Kolum­bien mit­brin­gen. Und rich­tig: Dort war der Tex­ter schon mal, genau gesagt vor 3 Jah­ren. Da es ihm so gut gefal­len hat, wird er genau dort­hin wie­der zurückkehren.

Die­ses Mal — wie auch die unscharfe Karte zeigt — ver­läuft die Reise von der 10-​​Millionen-​​Metropole Bogotá im Zen­trum Kolum­bi­ens aus ziem­lich senk­recht gen Nor­den quer durchs Land: Über die höher gele­ge­nen und kolo­nial gepräg­ten Villa de Leyva, Tunja, Bari­chara, San Gil, Girón, die Schuh­metro­pole Buca­ra­manga und das kolonial-​​heiße Mom­pos, führt der Weg bis an die Kari­bik­küste, wo die Reise an den Strän­den von Santa Marta und im auf­re­gen­den Car­ta­gena enden wird. Ach ja: Um süße Trä­nen gleich wie­der zu trock­nen: Ich komme wie­der. Ver­spro­chen. In der Zwi­schen­zeit dürft ihr hier gerne kom­men­tie­ren. Sonst über­lege ich es mir doch noch­mal anders ;-)

Eine schöne ((Vor-)Weihnachts-)Zeit wünscht der tex­ter on road

Kolumbien-Tour 2011 texterblog on road

Der tex­ter on road reist nach Kolumbien

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Reisenotizen: Meine Hotels im Rückblick


Rück­bli­ckend habe ich für jeden künf­ti­gen Kolumbien-​​Reisenden einen klei­nen Über­blick über die Hotels erstellt, die mein müdes Haupt gebet­tet haben. Alle Hotels lie­gen abso­lut zen­tral. Die ange­ge­be­nen Preise bezie­hen sich auf Ein­zel­zim­mer mit Bad/​Toilette pro Nacht inkl. Steu­ern. In der Weih­nachts­zeit (ca. vom 15. Dezem­ber bis 10. Januar) stei­gen die Preise meist um ca. 30 Pro­zent, da dann auch die Kolum­bia­ner Ferien haben.

Bogota: Hotel Aba­dia Colo­nial, 39 Euro inkl. Früh­stück: Sehr schö­nes Hotel mit­ten im zau­ber­haf­ten Candelaria-​​Viertel; gute Zim­mer mit Hei­zung (nachts wird’s in Bogota kalt!), lecke­res Früh­stück, nette Innen­höfe zum rela­xen und Kaf­fee trin­ken, Zim­mer etwas hell­hö­rig — wie übri­gens in allen Hotels.

Cali: Cali Plaza Hotel, 52 Euro ohne Früh­stück: Wen es nicht stört, dass er bis mor­gens um 3 Uhr die volle Salsa-​​Dröhung auf’s Ohr bekommt — das Hotel hat näm­lich keine Außen­tür und liegt mit­ten im Aus­geh­vier­tel -, der kann es hier pro­bie­ren. Das Team ist o.k., der Rest sehr lieb­los. Auch wenn es etwas abseits liegt: Die Pen­sion Stein ist sicher­lich die bes­sere Wahl.

Mani­za­les: Hotel Esco­rial, 23 Euro inkl. Früh­stück: Sehr schö­nes Art-​​Deco-​​Hotel in der Kaf­fe­zone, über das und seine Mini-​​Bar ich schon geschrie­ben habe. Ich bin nur wegen der ele­gan­ten Zim­mer und der tol­len Stadt­lage gleich 1 Tag län­ger geblie­ben — und habe dadurch auch José ken­nen­ge­lernt

Medel­lin: Hotel Capi­to­lio, 17 Euro ohne Früh­stück, aber Kaf­fee frei: Durch­schnitt­li­ches Hotel mit net­ten Leu­ten, dafür recht bil­lig. Liegt am Rand des Top-​​Zentrums am Par­que Bolívar, der tags­über lus­tig, aber nachts nichts für Angst­ha­sen ist. Aber die Hotel­su­che ist in Medel­lin gene­rell nicht einfach.

Santa Marta: Hotel Nueva Gra­nada, 17 Euro inkl. Früh­stück + Was­ser, Kaf­fee und Inter­net frei: Ach habe ich die­ses Hotel geliebt. Sehr inter­es­san­ter Chef, hilfs­be­rei­tes Team gerade auch bzgl. Aus­flüge in den Par­que Tay­rona oder in die Ciu­dad Per­dida, schö­ner Innen­hof zum Früh­stü­cken. Ja, hier fühlt sich jeder wohl — und das mit­ten in Santa Marta.

Car­ta­gena: Hotel 3 Ban­de­ras, 50 Euro inkl. Früh­stück + Inter­net frei: Auch die­ses Hotel ist ein Traum: Die Lage im San Diego Vier­tel ist top, das Team hyper­nett und hilfs­be­reit, die Zim­mer groß­zü­gig, die Innen­höfe gemüt­lich. Aber diese Qua­li­tät und der Tou­ris­mus haben ihren Preis, der sowohl für Car­ta­gena als auch für die Insel Tierra Bomba gilt.

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