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So meistern wir die Finanzkrise

Es ist August, eine kleine Stadt an der Riviera, Haupt-Saison, aber es regnet, also ist die Stadt leer. Alle haben Schulden und leben auf Kredit.

Zum Glück kommt zu einem Hotel ein reicher Russe. Er will ein Zimmer und legt 100$ auf dem Tisch. Danach geht er sich das Zimmer anzuschauen. Der Hotelchef nimmt schnell die Banknote in die Hand und läuft schnell, um seine Schulden bei dem Fleischlieferanten zu regulieren. Dieser nimmt die Banknote in die Hand und läuft schnell, um seine Schulden bei dem Schweinezüchter zu regulieren. Dieser nimmt die 100$ in die Hand und läuft schnell, um bei dem Futterlieferanten seine Schulden zu reduzieren.

Dieser nimmt mit großer Freude das Geld in die Hand und gibt es der Hure, mit der er letztens war und bei der er die Dienstleistungen auf Kredit genommen hat. Die Hure nimmt das Geld in die Hand und läuft froh, um ihre Schulden bei dem Hotelchef zu regulieren, wo sie auch letztens war und da Kredit hat….

Und in derselben Sekunde kommt der Russe vom Zimmer zurück und sagt, dass das Zimmer gefällt ihm nicht. Er nimmt seine 100$ in die Hand und verlässt
die Stadt.

Niemand hat verdient, aber die ganze Stadt hat keine Schulden mehr und schaut optimistisch in die Zukunft!

Von Vermögen und Unvermögen

Viele Menschen sind mit reichlich Vertrauen und einem ansehnlichen Vermögen in das Jahr 2008 gestartet. Zum Ultimo sind es nicht wenige, die im Zuge der Finanzkrise stattliche Teile ihres Vermögens und ihres Vertrauens verloren haben. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen bezeichne ich als Unvermögen.

Prof. Dr Reinfried Pohl (Vorstandsvorsitzender der Deutsche Vermögensberatung AG) in Cicero – Magazin für politische Kultur

Edit: Hier übrigens — um einer (weiteren) Fehlinterpretation vorzubeugen, der gesamte Artikel.

2009 oder: Warten auf die Krise

Frohes Neues wünscht man sich gemeinhin zum Jahresbeginn. Für 2009 scheint dieser Wunsch besonders angebracht zu sein, mahnt unsere Kanzlerin trotz versuchter Zuversicht doch ein „Jahr schlechter Nachrichten“ an. Egal. Wir trotzen der Krise mit Humor und zitieren den US-amerikanischen Komiker und Fensehmoderator Jay Leno. Here we go:

„The US has made a new weapon that destroys people but keeps the building standing. It’s called the stock market

„Do you have any idea how cheap stocks are? Wall Street is now being called Wal Mart Street

„I want to warn people from Nigeria who might be watching our show, if you get any emails from Washington asking for money, it’s a scam. Don’t fall for it!“

„Bush was asked about the credit crunch. He said it was his favourite candy bar.“

„President Bush’s response was to meet some small business owners in San Antonio last week. The small business owners are General Motors, General Electric and Century 21.“

„The problem with investment bank balance sheet is that on the left side nothing’s right and on the right side nothing’s left.“

„What worries me most about the credit crunch, is that if one of my cheques is returned stamped ‚insufficient funds‘. I won’t know whether that refers to mine or the bank’s.“

Was meinen die texterblog-Leserinnen und -Leser? Krisenstimmung oder Riesenstimmung? Wie sind Sie ins Neue Jahr gestartet? Lassen Sie’s uns wissen — mit einem Klick auf die Krisenumfrage in der Sidebar rechts!

Keine Überraschung beim Wort des Jahres 2008

„Finanzkrise“ ist das Wort des Jahres 2008. So hat es die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbanden entschieden und damit für alles andere als eine Überraschung gesorgt. Die zehn Jurymitglieder, bestehend aus Vorstand und Mitarbeitern der GfdS, küren alljährlich das Wort des Jahres und wollen damit eine „sprachliche Chronik des zu Ende gehenden Jahres“ abbilden.

Blickt man auf die „Top Ten“, stellt man fest, dass sich dort überwiegend Begrifflichkeiten mit negativer Auspräung finden: Neben der Finanzkrise stehen“verzockt“, „Datenklau“, Nacktscanner“ oder „Rettungsschirm“ auf den vorderen Plätzen. Einzig Obama’s Claim „Yes, we can“ trotzt dem sprachlichen Negativismus der ersten zehn Plätze.