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Grenzgeschichten zwischen Argentinien und Chile

„Busse fahren in Chile und Argentinien meist sehr puenktlich.“ So oder ganz aehnlich schrieb mein miserabler und ungenauer Lonely Planet. Und ich wollte auch unbedingt das Gegenteil erleben. Das ging ganz einfach: Ich fuhr gestern von Mendoza nach Santiago. Nach der 15h-Busfahrt von Buenos Aires nach Mendoza schienen mir die angekuendigten 6 Stunden wie ein kleiner Klecks. Aber da wusste ich vieles noch nicht!

Die Strecke selbst ist unglaublich: Von Mendoza in der argentinischen Tiefebene quaelt sich der Bus unsere bereits absolvierte Hochgebirgsstrecke auf 3.200 Meter hoch, um auf chilenischer Seite sich dann in einer abenteuerlichen, schneckenfoermigen Fahrt wieder Tausende von Hoellenmetern herunterzudrehen. Soweit so schoen so atemberaubend so magenbelastend so furchteinfloessend so nix fuer Angsthasen.

Santiago Grenzuebergang
Die Abfahrt nach dem Grenzeintritt nach Chile - auch Schnecke genannt.

Wenn da nicht die Grenze und ihre Grenzer waeren. Und diese verlaengerten unsere kleine Spritzfahrt einfach mal um glatte 6 Stunden. Und das ging so: Vor uns standen ca. 20 andere Busse, die im Zeitlupentempo abgefertigt wurden. Dabei gab es fuer alle Passagiere auf diesem wichtigsten Grenzuebergang zwischen Argentinien und Chile genau 1 Person fuer den Ausreise- und eine Person fuer den Einreisestempel. Und beide durfte natuerlich jeder brav besuchen kommen.

Von da an ging es dann in einen Nebenraum. In der Zwischenzeit war unser Gepaeck schon komplett durchgecheckt worden. Immerhin. Nur: Da lagen jetzt auf dem Band ganz genau 5 „verdaechtige“ Gepaeckstuecke. Niemand durfte den engen Raum verlassen, bis nach 1 Stunde die Besitzer dieser Gepaeckstuecke feststanden. Dass diese zu einer ganz anderen Gruppe gehoerten, will ich jetzt nicht weiter kommentieren …. Insgesamt wurde ich einfach das Gefuehl nicht los, dass uns die Chilenen einfach nicht ins Land lassen wollten – oder erst nach diesem Huerdenlauf. Daher zwei kleine Tipps:

a) An die lieben chilenischen Behoerden: Auf diese Weise verschreckt ihr doch die lieben devisenbrinenden Touristen so richtig. Oder wollt ihr die nicht haben? Dann sagt Bescheid.

b) An die lieben Reisenden: Wer viel Zeit hat, darf sich gerne dieses landschaftlich aufregende, zeit- und nervenreiche Abenteuer gerne antun. Die anderen investieren 100 Dollar in einen Direktflug mit LAN oder Aerolineas. Und Fluege hatten bisher nur maximal 1 Stunde Verspaetung. Oder kommt da auch noch was?