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Von Fleischeslust und Fussballkunst


Fleischeslust in Buenos Aires

Ein klit­ze­klei­nes Steak in einem argen­ti­ni­schen Restaurant

Gerade habe ich mich als fleisch­fres­sen­des Wesen geou­tet. Ich sitze in Pippo´s und habe gerade ein ganz win­zi­ges Rin­der­steak erhal­ten — ein Bife de Cho­rizo. Es wird ueb­ri­gens auch als Hal­bes ange­bo­ten — natu­er­lich nicht fuer mich: Ich schaetze einen Dau­men hoch, locker 800 Gramm bis 1 Kilo schwer, ganz wenig Fett fuer die rich­tige Saf­tig­keit, die sich in der roet­li­chen Flues­sig­keit auch jetzt noch auf mei­nem Tel­ler abbil­det, schnitt sich wie But­ter, war zart und rosa im Biss und so was von leicht — das zum Thema Gewicht — dass ich immer noch mit mir hadere, ob ich mir nicht noch einen Nach­tisch goenne.

Und was hatte per­fekt dazu gepasst: Natu­er­lich ein schoen schwe­rer Vino Tinto der hie­si­gen Malbec-​​Traube. Ange­nehm gesaet­tigt — so wuerde ich mei­nen flei­sches­lus­ti­gen Zustand gerade beschrei­ben. Aber satt oder gar ueber­fres­sen? Dafuer muesste ich wohl noch ein Zwei­tes essen. Schme­cken wuerde es mir auf jeden Fall.

Was fuer ein tol­ler Laden (ich werde wie­der­kom­men, ver­spro­chen!): Locker 50 2er Tische, deren Besat­zung alle 30–45 Minu­ten wech­selt und die fuer einen Dauer-​​Gespraechs-​​Laerm sor­gen. Kein Wun­der, dass die Fern­se­her auf laut­los ste­hen. Schade eigent­lich. Denn gerade lau­eft Boca gegen Inde­pen­diente. Und den Stu­er­mer mit der Num­mer 20 von Inde­pen­diente wurde ich jedem Bundesliga-​​Scout knall­rot in sein Bue­ch­lein schreiben.

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