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Rom sagt nein zu Touristen-Menüs

Rom ist gegen TouristenmenüsDas ist doch ein wirklich überzeugendes Statement, das dieses kleine Restaurant im römischen Stadtteil Trastevere an seiner Tür abgibt: „Wir sind gegen Krieg und gegen Touristen-Menüs.“ Eine inhaltliche wie sprachlich interessante Mischung, wirklich.

Auch wenn – so ehrlich muss man sein – die Gefahr doch deutlich höher ist, in dieser Stadt Opfer eines touristischen Schnell-aber-schlechte-Qualität-Menüs als eines Krieges zu werden. Zumindest in Rom und zum Glück.

Daher sage ich: Danke für dieses ehrliche Statement. Überprüft habe ich es übrigens nicht. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber natürlich nur wenn es wieder weder Krieg noch Tourist-Menüs gibt.

Kleines Lokal in Trastevere ist gegen den Krieg und Tourist-Menüs

Von Fleischeslust und Fussballkunst

Fleischeslust in Buenos Aires
Ein klitzekleines Steak in einem argentinischen Restaurant

Gerade habe ich mich als fleischfressendes Wesen geoutet. Ich sitze in Pippo´s und habe gerade ein ganz winziges Rindersteak erhalten – ein Bife de Chorizo. Es wird uebrigens auch als Halbes angeboten – natuerlich nicht fuer mich: Ich schaetze einen Daumen hoch, locker 800 Gramm bis 1 Kilo schwer, ganz wenig Fett fuer die richtige Saftigkeit, die sich in der roetlichen Fluessigkeit auch jetzt noch auf meinem Teller abbildet, schnitt sich wie Butter, war zart und rosa im Biss und so was von leicht – das zum Thema Gewicht – dass ich immer noch mit mir hadere, ob ich mir nicht noch einen Nachtisch goenne.

Und was hatte perfekt dazu gepasst: Natuerlich ein schoen schwerer Vino Tinto der hiesigen Malbec-Traube. Angenehm gesaettigt – so wuerde ich meinen fleischeslustigen Zustand gerade beschreiben. Aber satt oder gar ueberfressen? Dafuer muesste ich wohl noch ein Zweites essen. Schmecken wuerde es mir auf jeden Fall.

Was fuer ein toller Laden (ich werde wiederkommen, versprochen!): Locker 50 2er Tische, deren Besatzung alle 30-45 Minuten wechselt und die fuer einen Dauer-Gespraechs-Laerm sorgen. Kein Wunder, dass die Fernseher auf lautlos stehen. Schade eigentlich. Denn gerade laueft Boca gegen Independiente. Und den Stuermer mit der Nummer 20 von Independiente wurde ich jedem Bundesliga-Scout knallrot in sein Buechlein schreiben.

Reisenotizen: Nichts fuer Nacht-Esser

So ganz verstehe ich das noch nicht: Eigentlich werden die Essenszeiten umso spaeter, desto suedlicher man reist. Und in Europa stimmt dies. In Kolumbien scheinen die Uhren in der Innenstadt – und ausserhalb der Zona Rosa – anders zu laufen. Wer sich in Bogota um halb 9 auf die Resto-Suche begibt, wird meist vor verschlossenen Tueren stehen. Ueberall dort, wo es den ganzen Tag von Restos und Cafes nur so wimmelte, wurden spaetestens um 8 Uhr die Tueren geschlossen.

O.k., rund um die Universitaet gibt es natuerlich noch Studi-Bars sowie Pizza- und aehnliche ToGo-Imbisse. Ansonsten ist es zappenduster. Restaurant-Besitzer scheinen sich alle puenktlich zu den „Noticias del dia“ mit einem Bier und der Frau und Freundin im Arm vor dem Fernseher bequem gemacht zu haben oder die Federkraft der Betten zu ueberpruefen. Das bezeichnet man dann hier auch als „Ritmo de la noche“ ;-).

Willkommen in Määäh-dorns Restaurant

„Wer das Schaf den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ sagt eine alte Weisheit. Die Bahn scheint dafür in gewisser Weise prädestiniert zu sein – macht Blogkollege Dominik doch eher negative Erfahrungen mit dem (noch) bundeseigenen Verkehrsunternehmen.

Zeit also, als bekennender Bahnvielfahrer eine Lanze für die Bahn zu brechen. Denn bei den geschätzten 12.000 Bahnkilometer, die ich in den vergangenen sechs Monaten zurückgelegt habe, ließen mich die Herren Schell und Mehdorn nur ein einziges Mal mit der erwähnenswerten Verspätung von anderthalb Stunden im Regen in der DB-Lounge stehen. Und in Sachen Freundlichkeit und Serviceorientierung hat mich spätestens der letzte Besuch in der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart davon überzeugt, dass es um die Bahn beileibe nicht schlecht bestellt ist.

Aber das ist ein anderes Thema, das sich bei einem Glas Wein trefflich diskutieren ließe – natürlich im Zugrestaurant, in dem aus aktuellem Anlass ganz neue kulinarische Genüsse ihren Weg auf die Karte gefunden haben…

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Freundliche Asiaten

Ich wusste ja schon lange, dass Asiaten von Hause aus ein sehr freundliches Volk sind. Allein dieses ständige Verbeugen und Lächeln steht doch im deutlichem Gegensatz zu unseren (schlechten) Gewohnheiten – zumindest hier in Berlin. Und natürlich nicht überall. Oder ist dies alles nur ein Klischee? Dass diese Höflichkeit jetzt aber schon so weit geht, dass Restaurantbesitzer ihre Gäste um Urlaub bitten und parallel für eine Urlaubsvertretung sorgen, das muss selbst Asien-Freaks überraschen.
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gefunden im c’Mag, Juni 2007