Tag Archive | "Texter"

Deutsche Wörter auf Wanderung


Schon der Titel ver­sprach allen Sprach– und Text­lieb­ha­bern viel: „Wan­dernde Wör­ter“! Und der Text hielt die­ses Ver­spre­chen auch. Autor Ralf Geiß­ler hat in sei­nem Bei­trag im aktu­el­len „jour­na­list“ nicht nur eine wun­der­schöne Umschrei­bung von Sprach­ex­por­ten gefun­den. Er hat auch unge­wöhn­li­che Wör­ter ent­deckt, die sich aus dem deut­schen heute in ande­ren Spra­chen wie­der­fin­den: „Libes­brif“ im tsche­chi­schen, „loustic“ im fran­zö­si­schen oder „but­ter­brod“ im rus­si­schen, auch wenn das Brot Wurst, Käse oder Kaviar statt But­ter krönt.

Vor allem hat er einen Bei­trag geschrie­ben, der gerade Text­lieb­ha­bern die deut­sche Spra­che wie­der näher­bringt, der Lust dar­auf macht, tie­fer in die­ses Text­gut ein­zu­tau­chen und jeden Tex­ter von der Angst befreit, das Deut­sche würde schlei­chend aus­ster­ben. Danke dafür!

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Falls Werber zu amüsanten Textern werden …


Nein, die Werber-​​Zeitschrift werben&verkaufen war nie wirk­lich berühmt für beson­ders ori­gi­näre oder etwa locker geschrie­bene Texte. Eher etwas drö­ger Ein­heits­brei war ihr online wie print zu ent­lo­cken, den man als höchs­ten der Genüsse viel­leicht als „mehr­heits­fä­hige Infor­ma­tion“ titu­lie­ren könnte. So war es bis­lang. Und nun das:

Als heute mor­gen eine w&v Mor­gen­post mal wie­der unge­fragt in mei­nem E-​​Mail-​​Postfach lan­dete, wollte ich sie eigent­lich nur kurz über­flie­gen und dann mit dem Lösch-​​Button für immer ent­sor­gen. Doch schon die erste Über­schrift stoppte die­ses Vor­ha­ben für einige Minu­ten: „Mc Donald’s will Star­bucks abko­chen. Clash der Ess-​​Kulturen.“ Neu­gie­rig über die­ses hohe Maß an nicht erwar­te­ter Krea­ti­vi­tät las ich wei­ter. Und mit wach­sen­dem Genuss. Plötz­lich wurde hier locker von der Bul­let­ten­brä­te­rei McDonald’s geschrie­ben und von der „Kaf­fee­haus­kette Star­bucks (Cof­fee to go — Kaf­fee zum Davon­lau­fen)“, die anein­an­der geraten.

Bul­let­ten­brä­te­rei“? „Kaf­fee zum Davon­lau­fen“? Yo, man, voll rich­tig. Sel­ten geschrie­ben und auf jeden Fall hier nie gele­sen. Ein paar Zei­len spä­ter wird vom Starbucks-​​Chef Jim Donald geschrie­ben, der sei­nen Job ver­lo­ren hat und bei dem Namen „ohne­hin bes­ser beim Klops-​​Konzern“ arbei­ten sollte. „Klops-​​Konzern“? Was ist das plötz­lich für eine lockere Spra­che — und ohne Rück­sicht bzgl. even­tu­el­ler Anzeigenkunden.

Ob dies wohl eine Aus­nahme gewe­sen ist? Oder hat die w&v die Lust am Tex­ten ent­deckt? Im tex­ter­blog wer­den wir auf jeden Fall gespannt beob­ach­ten, ob man von einer neuen Ent­wick­lung, der spe­zi­fi­schen „w&v-Morgenpost“-Sprache oder einer amü­san­ten, aber lei­der nur kurz zap­peln­den Ein­mal­fliege spre­chen darf.

Ach ja: Online klang das Ganze dann doch gleich viele w&v-iger. Also doch nur Einmal-​​Fliege? Wirk­lich schade!

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Japaner entdecken Geheimnis der kreiselnden Computer-​​Maus


Jeder Tex­ter — und auch die Nicht-​​Texter übri­gens — kennt ihn: Den klei­nen Pfeil auf dem Com­pu­ter­bild­schirm, dem die Maus täg­lich immer kräf­tig Beine macht: Mal ein klein biss­chen nach links, dann lie­ber schnell nach oben, ab über die Flä­che flugs nach links unten und dann wie­der der Klick mit­ten drauf. Wie auch immer. Und wie Jens Leh­mann in sei­nen bes­ten Jah­ren hech­tet sie nach der Bewe­gung — und meis­tens sogar erfolgreich.

Nur wer bewegt die­sen Pfeil denn dann immer? Bis­her wurde immer von tech­no­lo­gi­schen Errun­gen­schaf­ten gespro­chen. Ein kla­rer Irr­tum, wie jetzt japa­ni­sche Technologie-​​Experten her­aus­fan­den, als sie den Pfeil erst­mals unter ein Ver­grö­ße­rungs­glas leg­ten. Aber über­zeug‘ dich doch hier ein­fach mal selbst. Übri­gens: Schön die Maus bewe­gen — und ruhig auch mal kli­cken — ein­fach genau so, als wärst du auf dei­nem Bildschirm.

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Sooft Du willst


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Was denn? Das berühmte Wort mit dem S am Anfang und der frü­he­ren Freun­din oder dem ent­fern­ten Gelieb­ten am Ende? Die Dau­er­ein­tritts­karte für das Ber­li­ner Knut(teltier)? Eines die­ser Sauf-​​Dich-​​Krank-​​Parties mit Billlig-​​Fusel bis zum abwin­ken? Nicht ganz.

Die Ber­li­ner S-​​Bahn hat sich aus­nahms­weise mal etwas Locke­res ein­fal­len las­sen — zumin­dest als Post­karte — um ihre ganz nor­male Tages­karte zu bewer­ben: „Sooft man will bis 3 Uhr nachts“. Nette Idee, auch wenn ich mir im ers­ten Moment etwas Auf­re­gen­de­res hin­ter die­ser Post­karte vor­ge­stellt hatte. Aber viel­leicht sollte das ja auch so sein. Wie schlau sind doch diese Wer­be­tex­ter .… Aber ich bin noch schlauer und werde die Post­karte wohl etwas Zweck ent­frem­den. Haa — und ich weiß schon wie!

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texterblog-​​Gewinnspiel: Texten auf Magnetic


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Ken­nen Sie Mön­chen­glad­bach? Ich nicht. Oder eine Tex­ter­of­fen­sive aus der Stadt der Borus­sen? Ich auch nicht.

Nichts­des­to­trotz las­sen sich mit die­sen bei­den Begrif­fen (und noch wei­te­ren 253) illus­tre Wort­spiele bilden.

„Tex­ter­of­fen­sive aus Mön­chen­glad­bach sollte nicht ego­zen­trisch und laut sein“ waren meine ers­ten Worte auf Magne­tic, einem klei­nen und fei­nen AJAX-​​Tool, das ich auf broken-notebook.com ent­deckt habe. Das kleine Board funk­tio­niert wie eine Magnet­ta­fel mit zahl­rei­chen vor­ge­ge­be­nen Wor­ten und Wort­tei­len. Tex­ten neu defi­niert: Bas­teln Sie sich Ihren eige­nen Text aus vor­ge­ge­be­nen Worten.

So. Und jetzt sind Sie dran. Ich will Ergeb­nisse sehen!

Ihr Job: Sinn­volle oder sinn­ent­leerte Sätze auf unse­rer Magnetic-​​Website bil­den und so wenig Wör­ter wie mög­lich übrig las­sen.
Der Lohn: Ein klei­ner Gewinn. Was, weiß ich noch nicht – aber auf mei­nem Schreib­tisch lässt sich was fin­den.
Der Ter­min: 14 Tage haben Sie Zeit. Also bis zum 21. März 2007.

Legen Sie los und schi­cken Sie einen Screen­shot mit Ihrem Werk an text@texterblog.de. Aus allen ein­ge­sen­de­ten Tex­ten wäh­len wir einen aus. Völ­lig (un)parteiisch, nach Lust, Laune und Tages­form. Und die­ser eine soll gewin­nen. Klar, dass der Rechts­weg aus­ge­schlos­sen ist und wir den Gewin­ner hier im Blog vor­stel­len. Ehre, wem Ehre gebührt.
Also: Wor­auf war­ten Sie noch?

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Ich hasse Selbstportraits


Tex­ter kön­nen ja vie­les. Wirk­lich. Vor allem über vie­les schrei­ben. Als Jour­na­lis­ten bas­teln sie Berichte und Repor­ta­gen, als Wer­ber kna­ckige Head­lines und pas­sende Copies, als PR-​​Redakteure sau­bere Pres­se­texte und gute News­let­ter und alle zusam­men pro­bie­ren sich an anspruchs­vol­len Kun­den– und Mit­ar­bei­ter­zei­tun­gen, Web­sites und – man­che – sogar an inter­es­san­ten Blog­posts. So weit so gut. Aber bei einem Thema schreien auch sie laut „Hilfe“ – zumin­dest fast alle: Wenn es um sie selbst geht.

Denn wie schreibt man eigent­lich ein Por­trait über sich? Wie stellt man sich schrift­lich vor? Wie macht man aus sich selbst eine posi­tive Figur, die man doch sicher­lich ist? Wie for­mu­liert man dies, ohne in unin­ter­es­sante per­sön­li­che Lebens­sto­ries und Was-​​ich-​​schon-​​alles-​​tolles-​​gemacht-​​habe-​​Lobgesänge abzu­drif­ten oder sich mit den übli­chen For­mu­lie­run­gen selbst abzu­spei­sen? Das geht doch nicht. Gerade als Tex­ter. Denn klar hat man bei einem Por­trait über sich selbst hohe Ansprü­che. Und das ist dann noch schlim­mer! Gibt es denn nir­gendwo das lecker zube­rei­tete und appe­tit­lich ser­vierte Rezept „So backe ich mir das per­fekte Selbst­por­trait!“, das dann alle sym­pa­thisch fin­den? Den danach alle unbe­dingt haben wol­len, wenn schon nicht zum hei­ra­ten, so zumin­dest zum beschäf­ti­gen? Hilfe!

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