Tag Archive | "Tierrabomba"

Begegnungen: Damaris, die gute Hotelseele


Fast jeder, das das Strand­ho­tel 3 Ban­de­ras Playa auf Tier­ra­bomba besucht, wird sie ken­nen­ler­nen: Dama­ris. Mitte 50, ganz dunkle Haut, immer in weiss geklei­det, stets mit einem herz­li­chen Lae­cheln im Gesicht — sie ist der Engel des Hotels, den alle lie­ben und am liebs­ten mit­neh­men wuer­den. Auch mich hatte sie schnell in ihr war­mes Herz geschlos­sen. „Was sol­len Sie heute essen?“ „Wie waere es mit einem fri­schen Saft, zum Bei­spiel Coco?“ „Kom­men Sie, ich zeige Ihnen mal alle Fru­echte unse­res Gar­tens. „Ja, reis­sen Sie eine Papaya ab, ich mache sie Ihnen zum Fru­ehs­tu­eck“. Mit sol­chen und aehn­li­chen Ges­ten beglei­tete sie unsere 2-​​taegige Freund­schaft, ohne auch nur ein biss­chen auf­dring­lich zu sein. Dama­ris ist dabei sehr typisch kolum­bia­nisch: Gerne sollte man selbst den ers­ten Schritt machen, aber dann bekommt man prak­tisch alles.

Viel erzaehlte sie mir auch von ihrem Dorf nahe Car­ta­gena, den Men­schen dort, ihren Gewohn­hei­ten, ihrer Fami­lie, der eige­nen Spra­che und dass sie mich beim naechs­ten Mal unbe­dingt mit­neh­men wolle. Denn mir dies alles per­so­en­lich zei­gen zu koen­nen, das waere fuer sie das Scho­enste. Nur eine Bitte hatte sie: „Bit­ten schi­cken Sie mir ein Bild von sich“ — und drueckte mir dabei ihre Tele­fon­num­mer in die Hand. Als ich es ver­sprach, da begann auch wie­der ihre sil­berne Krone in ihrem Lae­cheln zu leuchten.

Als ihr zum Abschied die Trae­nen her­un­ter­lau­fen, muss auch ich schlu­cken. Denn das sind die scho­ens­ten Begeg­nun­gen und wert­volls­ten Momente, an die ich mich erin­nern werde.  

Posted in texter on roadComments (2)

Reisenotizen: Im Paradies


Tayrona Nationalpark in Kolumbien 

Es gibt ja sicher­lich viele Para­diese auf die­ser Welt. Kurz durch das Netz gesurft oder einige Rei­se­ka­ta­loge gewaelzt, schon waehnt man sich im Para­dies, auch wenn sich hin­ter der schein­ba­ren Traum­welt dann eine scheuss­li­che Feri­en­an­lage ver­ber­gen kann. Ich habe das Glu­eck, hier in Kolum­bien gleich zwei Para­diese ken­nen­ler­nen zu duerfen.

Der Aus­flug von Santa Marta in den Natio­nal­park Tay­rona mit Fran­kie, dem Guide war zwar eine etwas beschwer­li­che, wenn auch span­nende Wan­de­rung. Aber das Ziel war atem­be­rau­bend: Eine traum­haft gele­gene Bucht, natu­er­lich Pal­men gesae­umt, wenige Besu­cher, ein klei­ner Mirador-​​Ausblick mit Blick ueber die gesamte Kueste, fei­ner Sand­strand und ein kla­res Meer, in das sich nur ein Argen­ti­nier und ich getraut haben. O.k., jetzt weiss ich den Grund: Die meis­ten Kolum­bia­ner koen­nen nicht schwim­men und nut­zen das Meer eher als Planschbecken.

Das 2. Para­dies bescherte mir jetzt das Hotel 3 Ban­de­ras in Car­ta­gena, die einen Playa-​​Ableger auf der Insel Tierra Bomba, ca. 15 Minu­ten Boots­fahrt ent­fernt haben und das ich blind fuer 2 Tage gebucht hatte. Schon die Ankunft ist auf­re­gend: Das schmale Boot haelt, Schuhe aus­zie­hen, ins fla­che Was­ser sprin­gen, ueber den Strand lau­fen, ein Eisen­tor oeff­nen und „Bien­ven­i­dos en el Paraiso“. Vor einem liegt eine kleine Anlage mit ca. 10 Huet­ten und klei­nen Haeu­schen zwi­schen sel­te­nen Pflan­zen und rie­si­gen, Schat­ten spen­den­den Pal­men, in deren Gip­feln Papa­yas, Man­gos, Bana­nos (kleine Bana­nen), Pla­ta­nos (grosse Bana­nen), Tama­r­indo, Nis­pe­ros, Mamo­nes, Gui­neos — wenn ich wuesste, was das alles war, das ich geges­sen und als lecker emp­fun­den habe -, eine kleine Ter­rasse mit Meer­blick, ein schoener Swim­ming­pool fuer die kolum­bia­ni­schen Plan­scher und die aus­la­en­di­schen Kurz­schwim­mer. Auch wenn es sicher­lich brei­tere Straende und ein sau­be­res Meer gibt — der Hafen von Car­ta­gena laesst gru­es­sen: Wenn mor­gens schon die Maracuya-​​, Mango-​​, Papaya– und Was­ser­me­lo­nen­saefte war­ten, im Radio natu­er­lich schmis­si­ger Reg­gae­ton, Salsa und Val­lenato lau­fen, die Sonne brennt — dann ist das Para­dies schon sehr nah.

Wenn ich hoch sehe, dann krei­sen ueber uns Gole­ros (Gei­er­art) und die suesse Maria Mulata, der pech­schwarze Cartagena-​​Vogel, waeh­rend ueber dem Meer Peli­kane mit ihren rie­si­gen Schna­ebeln Fische jagen: Erst lie­gen sie unbe­weg­lich in der Luft, dann las­sen sie sich ploe­tz­lich fal­len, lan­den mit einem sprit­zen­den Klat­scher im Meer, ver­spei­sen dort den Fisch — wenn sie mal erfolg­reich waren -, um sich dann wie­der in die Luefte zu heben. Ein wun­der­vol­les Schau­spiel, dem ich stun­den­lang zuse­hen kann und so die Zeit gut verbringe.

Denn aus­ser schwim­men gehen, am Strand lie­gen, ein win­zi­ges Bretterhuetten-​​Dorf besu­chen, frisch geo­eff­nete Kokos­nuesse aus­sau­gen, Fisch­suppe loef­feln, mit der wun­der­vol­len Dama­ris, der guten Seele des Hau­ses, durch den Gar­ten schlen­dern, gibt es an die­sem Ort auch nichts zu tun. Aber gerade dies tut so gut!

Posted in texter on roadComments (0)


Umfragen

Nach 2 Jahren haben wir das Layout des texterblogs völlig verändert. Wie gefällt es euch?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Tags