Posted on 28 Dezember 2008. Tags: Bogota, Cali, Cartagena, Hotel, Kolumbien, Manizales, Medellin, Reisenotizen, Santa Marta, Tierra Bomba
Rückblickend habe ich für jeden künftigen Kolumbien-Reisenden einen kleinen Überblick über die Hotels erstellt, die mein müdes Haupt gebettet haben. Alle Hotels liegen absolut zentral. Die angegebenen Preise beziehen sich auf Einzelzimmer mit Bad/Toilette pro Nacht inkl. Steuern. In der Weihnachtszeit (ca. vom 15. Dezember bis 10. Januar) steigen die Preise meist um ca. 30 Prozent, da dann auch die Kolumbianer Ferien haben.
Bogota: Hotel Abadia Colonial, 39 Euro inkl. Frühstück: Sehr schönes Hotel mitten im zauberhaften Candelaria-Viertel; gute Zimmer mit Heizung (nachts wird’s in Bogota kalt!), leckeres Frühstück, nette Innenhöfe zum relaxen und Kaffee trinken, Zimmer etwas hellhörig — wie übrigens in allen Hotels.
Cali: Cali Plaza Hotel, 52 Euro ohne Frühstück: Wen es nicht stört, dass er bis morgens um 3 Uhr die volle Salsa-Dröhung auf’s Ohr bekommt — das Hotel hat nämlich keine Außentür und liegt mitten im Ausgehviertel -, der kann es hier probieren. Das Team ist o.k., der Rest sehr lieblos. Auch wenn es etwas abseits liegt: Die Pension Stein ist sicherlich die bessere Wahl.
Manizales: Hotel Escorial, 23 Euro inkl. Frühstück: Sehr schönes Art-Deco-Hotel in der Kaffezone, über das und seine Mini-Bar ich schon geschrieben habe. Ich bin nur wegen der eleganten Zimmer und der tollen Stadtlage gleich 1 Tag länger geblieben — und habe dadurch auch José kennengelernt.
Medellin: Hotel Capitolio, 17 Euro ohne Frühstück, aber Kaffee frei: Durchschnittliches Hotel mit netten Leuten, dafür recht billig. Liegt am Rand des Top-Zentrums am Parque Bolívar, der tagsüber lustig, aber nachts nichts für Angsthasen ist. Aber die Hotelsuche ist in Medellin generell nicht einfach.
Santa Marta: Hotel Nueva Granada, 17 Euro inkl. Frühstück + Wasser, Kaffee und Internet frei: Ach habe ich dieses Hotel geliebt. Sehr interessanter Chef, hilfsbereites Team gerade auch bzgl. Ausflüge in den Parque Tayrona oder in die Ciudad Perdida, schöner Innenhof zum Frühstücken. Ja, hier fühlt sich jeder wohl — und das mitten in Santa Marta.
Cartagena: Hotel 3 Banderas, 50 Euro inkl. Frühstück + Internet frei: Auch dieses Hotel ist ein Traum: Die Lage im San Diego Viertel ist top, das Team hypernett und hilfsbereit, die Zimmer großzügig, die Innenhöfe gemütlich. Aber diese Qualität und der Tourismus haben ihren Preis, der sowohl für Cartagena als auch für die Insel Tierra Bomba gilt.
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Posted on 23 Dezember 2008. Tags: Cartagena, Fisch, Kaffee, Kolumbien, Laos Beer, Reisenotizen, Santa Marta, Strasse
In einer laengeren Nacht in Santa Marta habe ich mit dem netten Manuel vom Laos Beer — viel Glueck noch auf deiner Tour und schick mal ein paar Bierkaesten rueber ;-) — angefangen, eine Liste mit kolumbianischen Erfindungen zu erstellen, die wir als importierenswert angesehen haben. Und dabei meinten wir mal nicht die schoenen Frauen und auf keinen Fall die Rumbas en Chiva. Hier mal einige Besonderheiten:
1) Fliegende Tinto-Bars: „Tinto, tinto“ ist ein typischer Ruf, der in allen kolumbianischen Staedten und Ortschaften zu hoeren ist. Meist stammt er aus der Kehle eines fliegenden Haendlers, der — in der einen Hand drei Thermoskannen schwarzer Kaffee (= Tinto), in der anderen einen Stapel Plastikbecher — durch die Strassen laeuft. Einfach kurz „Tinto, si“ rufen, und schoen laeuft eine recht schwarze und sehr heisse Fluessigkeit in den kleinen Becher. Was bei uns dazu wohl die Kaffeehaus– und Bar-Besitzer sagen wurden, wenn solche fliegenden Tinto-Haendler durch unsere Einkaufsstrassen ziehen wuerden?
2) Ratenzahlungen: Was bei uns nur bei groesseren Anschaffungen gilt, ist hier bei fast jedem Betrag ueblich: Ratenzahlungen. Schon beim Einkauf von einem Wert von ca. 20 Euro per Kreditkarte wird an der Kasse freundlich gefragt, in wie vielen Raten dieses Summe denn abgebucht werden soll. In 1, 3, 10 etc.… Bei solchen Momenten hoere ich die naechste Finanzkrise wegen geplatzter Karten schon leise in der Ferne rufen …
3) Obst-Rationen: Schubkarren voll frischem Obst koennen auch bei uns herumstehen. Aber dass die Mangos, Ananas, Melonen, Papayas, Avocados frisch geschnitten werden (stets hygienisch in Plastik-Handschuhen), fein saeuberlich in Plastiktuetchen verpackt werden, mit Salz — ganz wichtig! — und frischem Limettensaft bestreut bzw. betraeufelt werden, ist ein 50 Cent kostbarer und wirklich leckerer Service, der jeden taeglich zu seiner gesunden Portion Obst verhilft. Ach ja: Als Nachbarn wuensche ich mir aber dann solche Fleischspiesse– und Maiskolben– und Empanada-Staende bitte .…
4) Finger-Wasser: Wer bei uns Fisch isst — und dabei werden oft die Finger in „Mitleidenschaft“ gezogen — bekommt zum Schluss in guten Restos ein Toepfchen mit Wasser zum Fingerspuelen oder ein Tuetchen mit einem in kuenstliche Zitronenextrakte getunkten Lappen, mit den man sich die Fischreste von den Fingern reiben kann und den Fischgeruch so meistens gegen einen noch schlimmeren und intensiven Toiletten-Zitronen-oder-so-aehnliches-Geruch eintauschen kann. Nicht so in Kolumbien: Hat man seinen Fisch aufgegessen — meist uebrigens nur mit Gabel und den lieben Fingerlein — werden gleich 2 Schaelchen gebracht: Eines fuer die Vorwaesche mit Seifenwasser, eines zum Klarspuelen mit reinem Wasser. Was fuer ein Service — und doch so einfach!
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Posted on 20 Dezember 2008. Tags: Begegnungen, Kolumbien, Santa Marta, Sicherheit
Alfonso ist ungefaehr 45 Jahre alt. Sein kohlschwarzes Haar ist ganz kurz geschnitten. Nur ein paar wenige graue Straehnen verraten sein Alter. Sein stemmiger Koerper steckt in einer blauen Uniform, die ihm wirklich gut steht. Und Alfonso scheint auch stolz auf diese zu sein. Er ist einer der vielen privaten Wachleute, die mit dem Emblem „Securidad Privada“ das Bild des heutigen Kolumbiens in groesseren Staedten wie kleineren Ortschaften bestimmen. Sein persoenliches Reich: Eine Garage fast an der Strandpromenade von Santa Marta, wo er das Ein– und Ausfahren der Wagen ueberwacht - natuerlich verantwortungsvoll.
Mit ihm kam ich ins Gespraech, als ich ihn nach dem Weg zum Busbahnhof fragte. „Der ist ein Stueck ausserhalb. Nehmen Sie fuer 3.000 Pesos (= 1 Euro) ein Taxi oder den Bus. Aber gerade mit Gepaeck wuerde ich das Taxi vorziehen, allein wegen der Klimaanlage“, fuegt er empfehlend hinzu. „Und wo wollen Sie denn hin?“ „Cartagena“, meine ich. „Ach, wunderbare Stadt mit schoenen Straenden und vielen huebschen Maedchen nur mit Tangas bekleidet“, schwaermt er von der Stadt. Wir sprechen nicht ueber Frauen und Tangas, dafuer ueber Santa Marta, meine Reisestationen, er fragt nach Berlin, wundert sich ueber meine Sprachen.
Zum Schluss fragt er mich, ob ich denn mit dem Schiff nach Hause zurueckkehre. Ich erklaere ihm, dass ich mir diese Kreuzfahrt fuer ein anders mal aufgehoben habe und verabschiede mich mit dem ueblichen „Hasta luego“, bis ganz bald.
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Posted on 19 Dezember 2008. Tags: Begegnungen, Kolumbien, Nationalpark, Santa Marta, Tayrona
Er nennt sich Frankie el Abuelo. Und „Abuelo“, Opa, wird er wirklich von allen gerufen, denen wir begegnen werden. Ob er wirklich ein Grossvater mit Enkelkindern ist, kann ich nicht sagen. Zumindest ist er der aelteste Guide in Santa Marta, der durch den Tayrona Nationalpark fuehrt. „Es war genau im Jahre 1958 als ich zum ersten Mal hierher kam“, erzaehlt der grauhaarige kleinere Herr, dessen Augen unter der blauen Schirmmuetze ununterbrochen zu blitzen scheinen.
Schon in dem klapprigen, mit 10 Personen voll gepropften Minibus hatte er vom Park gesprochen: Von den Anfaengen in den 70er Jahren, von der teils einmaligen Flora und Fauna, warum die UNESCO dieses Gebiet im Norden Kolumbiens zur Schutzzone erklaert hat, von den Voelkern, die dieses Gebiet einst besiedelten und heute noch in der Sierra Nevada de Santa Marta leben.
Frankie der Abuelo scheint wirklich alles zu wissen: Wie die Pflanzen heissen, welche seltene Tiere hier leben, welche heruntergefallenen Kokosnuesse essbar sind, wie viele Esel auf diesem nur per Fuss zugaenglichen Pfad taeglich Lebensmittel und andere Utensilien zu den verstreuten Huetten und den Zelt– und Haengemattenplaetzen der Traveller bringen. Denn Frankie der Abuelo ist hier seit 37 Jahren Guide — und heute unser Guide.
Und so bleibt es auch ihm ueberlassen, am traumhaften Endstrand mit dem weissen Sand und dem aufgewuehlten warmen Meer zu verkuenden, dass wir nur zwei Stunden bleiben duerfen, da weitere 1,5 Stunden Rueckmarsch noch auf uns warten. Aber das ist die einzige schlechte Nachricht an diesem Tag.
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Posted on 17 Dezember 2008. Tags: Kolumbien, Reisenotizen, Santa Marta, Taganga, Tauchen
Dumme Auslaender gibt es ueberall. Auch hier in Kolumbien. Und heute war ich dieser dumme Auslaender. Beide Reisefuehrer hatten mir von Taganga — einer kleinen Palmenbucht bei Santa Marta — vorgeschwaermt. Und auf der Karte sah es wirkich na aus. Also lief ich einfach mal in der Mittagshitze los. Nach und nach wurde die Gegend immer komischer, die Huetten immer blechhaltiger, die Strassen immer staubiger, alles immer verwahrloster. Irgendwie hatte ich ein komisches Gefuehl. Und dazu gab es ploetzlich weder Busse noch Taxis …
Ploetzlich hoerte ich rechtsneben mir Rufe. Und die galten mir.3 Frauen um die 35 sassen am Randstein. „Wohin willst du?“ „Nach Taganga“, antwortete ich. „Wenn du hier weiterlaeufst, wirst du garantiert ausgeraubt.“ Ich hatte nicht viel Geld dabei. Aber diese Vorstellung gefiel mir trotzdem nicht besonders. „Wie soll ich dann laufen?“ „Lauf hier diese Strasse runter“, dabei zeigte eine der drei auf eine kleinere, staubige Strasse durch mindestens genauso zerfallene Haeuser, „und halte am Ende einen Bus an. Das ist noch er sichere Weg.„Ich gehorchte mal brav, lief mit etwas komischem Gefuehl die Strasse mit steif nach vorn gerichtetem Blick nach vorne — bloss niemanden ansehen — und fand unten keinen Buss. Dafuer nahm mich ein paar Minuten spaeter auf dieser gluehend heissen Strasse ohne Schatten ein Taxi mit. Bis nach Taganga. Ach ja: Es waren noch locker 5–8 km dorthin.
Und Taganga? Denn Ort find ich voellig ueberbewertet. Klar ist die Bucht schoen mit Palmen, Restos und Bars im Sand, der aber ziemlich steinig ist. Und Tauch-Liebhaber werden sicherlich auf ihre Kosten kommen. Aber ich stehe einfach nicht auf das Oeko-Leben gestrandeter Auslaender, die hier in „Jesus-Latschen“ rumschlurfen, Bier am Strand trinken, gemeinsam Haare flechten, selbst gemachten Schmuck verkaufen und zur Gitarre „Morning has broken“ singen. Wer das aber gerne hat, der wird sich hier sicherlich ganz wundervoll fuehlen — und auch abfuellen.
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Posted on 16 Dezember 2008. Tags: Avianca, Flug, Kolumbien, Reisenotizen, Santa Marta
12 Uhr 05: Eine kleine Fokker 50 landet auf dem Flughafen von Barranquilla. Mit uns an Bord. Aber Moment: Da wollte ich doch gar nicht hin? Ist auch eine ungeplante Notlandung inklusiver feuchter Haende. Denn anscheinend waren die Bremsen fuer den Flughafen Santa Marta ploetzlich nicht mehr optimal. Zumindest sagten dies die Piloten. 2 Stunden spaeter ging es mit dieser Maschine dann doch nach Santa Marta. Alles ging auch gut. Danke Herr Flugkapitaen.
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