Tag Archive | "Santiago"

Top– oder Flop-​​Hotel


Als Tipps für alle ande­ren Tra­vel­ler, die wie ich weder als Back­pa­cker noch als Edel­tra­vel­ler son­dern auf Middleclass-​​Niveau durch Chile und Argen­ti­nien rei­sen, hier meine Hotels im Rück­blick mit kur­zer Bewertung.

Bue­nos Aires, Hotel Mun­dial, EZ 30 Euro: Hotel o.k.; liegt rela­tiv zen­tral aber etwas zu nörd­lich an der berühm­ten Av. de Mayo; Ser­vice, Zim­mer, Früh­stück alles mit­tel­mä­ßig bis o.k.; kann man neh­men, gibt aber sicher besseres.

Iguazú, Los Tron­cos, EZ 50 Euro: Traum­haf­tes pri­va­tes Hotel in und gleich­zei­tig am Rand des Ortes — als Aus­gangs­punkt zu den Was­ser­fäl­len. Wer diese atmo­sphä­ri­sche Welt nicht genies­sen kann, ist sel­ber schuld.

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Das roman­ti­sche Hotel Los Tron­cos in Iguazú — per­fekt für einen Besuch bei den Wasserfällen

Men­doza, Hotel Nutibara, EZ 40 Euro: Von außen häss­lich, Zim­mer in Ord­nung, Lage, Ser­vice, Hilfs­be­reit­schaft fan­tas­tisch, der kleine Outdoor-​​Pool am mor­gen ganz für sich allein gött­lich. Und diese Freund­lich­keit! Beden­ken­los buchen — für 40 Euro gibt es in der Wein­stadt nix bes­se­res. Und auch für mehr Geld kaum.

San­tiago de Chile, Hotel Vegas, EZ 40 Euro: Liegt im hüb­schen, ver­win­kel­ten, kopfst­ein­ge­pflas­ter­ten Bar­rio Lond­res direkt süd­lich der Haupt­achse Ala­meda. Für Sight­seer liegt alles in Lauf­ent­fer­nung, für Nacht­eu­len die Szene zu weit nörd­lich. Aber Zim­mer, Früh­stück, Ser­vice alles mehr als o.k.. Ich würde wie­der­kom­men. Wer einen bes­se­ren Tipp hat, her damit. In Sna­tiago ist es nicht einfach.

Val­pa­raiso, B&B Har­ring­ton, EZ 40 Euro: Bei Tri­pad­vi­sor das best bewer­tete B&B in Val­pa­raiso — daher auch von mir gebucht. Ein sehr per­sön­li­ches Hos­tal mit 5 Zim­mern auf dem schöns­ten Hügel Con­cep­tion hat hier ein aus Besan­con aus­ge­wan­der­tes fran­zö­si­sches Paar erschaf­fen. Sehr geschmack­voll ein­ge­rich­tete Zim­mer, tol­les Früh­stück (und das in Chile!) und dazu jede Menge Tipps und Hil­fe­stel­lun­gen für jeden Neu­an­kömm­lich. Was will man mehr! Tipp: Zim­mer 1 ist das schönste Doppelzimmer.

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Das schöne B&B Har­ring­ton in Val­pa­raiso auf dem Hügel Conception

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Abschied von Santiago


2,5 Tage liegt San­tiago bereits hin­ter mir. Was war das fuer eine Begeg­nung? Auf jeden Fall eine politisch-​​historische. Und was ist das fuer eine Stadt? Auf jeden Fall eine span­nende und besu­chens­werte. Im ers­ten Augen­blick wirkt sie harm­los und fast ein wenig lang­wei­lig: Das Zen­trum besteht mehr oder weni­ger aus Fuss­ga­en­ger­zo­nen, Geschaef­ten, Stras­sen­ca­fes, schoenen Pas­sa­gen und eini­gen Plaet­zen. Eigent­lich fast wie bei uns. Furcht­er­re­gend ist anders, obwohl die Stadt immer­hin 5 Mio. Ein­woh­ner hat — und damit groes­ser als Ber­lin ist.

Was macht sie dann aus? Sehr scho­ene Kir­chen — zer­sto­ert, wie­der­auf­ge­baut, zer­sto­ert, wie­der­auf­ge­baut — gerade auch im Unter­schied zu Bue­nos Aires. Fas­zi­nie­rende Museen: Das Museum der Erin­ne­rung — siehe Artikel, das dem Pari­ser Petit Palais nach­emp­fun­dene Museo de Bel­las Artes, die hyper­mo­derne Kul­tur­samm­lung unter dem Pra­e­s­i­den­ten­pa­last La Moneda oder das in sich ver­schach­telte Neruda-​​Haus. Noch ael­tere Geschichte gefragt? Dann nix wie ins Museo de Arte Pre­co­lum­biana. Ja, es gibt viel zu sehen.

Nach­le­ben? Gibts. Das laute, ange­sagte Bar­rio Bel­la­vista, das fei­nere Bar­rio Bel­las Artes, die Cafes rund um die alter­na­tiv ange­hauchte Plaza Bra­sil, der Uni-​​Bereich oder das ele­gante Providencia-​​Viertel. Wer will kann hier pro­blem­los lange Stun­den an Bars ver­brin­gen, die ich mir aber fuer das naechste Mal auf­ge­ho­ben habe. Dazu war das Wet­ter ein­fach zu schoen.

Essen? Auch kein Pro­blem — v.a. fuer Fast­food­fans. Chile hat naem­lich schein­bar die Fast­food­kul­tur mehr oder weni­ger zur natio­na­len Erna­eh­rung erkla­ert. Und an den Staen­den und in den Restau­rants immer das selbe bild: Man nehme ein Hotdog-​​Broetchen, packe eine Wie­ner Wurst rein, bestrei­che das ganze dick mti Avocado-​​Creme und Mayo und denne das dann „ita­liano“. Genau dies — oft im Dop­pel­pack und fett erga­enzt mit zusaetz­lich Ketchup und Senf — schie­ben sich die Chi­le­nen zur Mit­tags­zeit rein. Aber wenn ich an mein wun­der­vol­les 400g Filetsteak im Las Vacas Gordas — also den fet­ten Kue­hen — denke, lecker!

Einen fet­ten Haken hat aber die Stadt — und wahr­schein­lich das ganze Land: Die Kaf­fee­qua­li­taet geht gar nicht — gerade fuer Ex-​​Kolumbianer. War sie schon in Argen­ti­nien von mit­tel­ma­es­si­ger Qua­li­taet, geht sie trotz prak­ti­schen Ket­ten im Cafe Haiti hier meist gar nicht. Mucke­fuck sagen die einen, Nescafe u.ae. die ande­ren. Wer aber ansons­ten au Geschichte, auf Kul­tur, auf Lite­ra­tur steht, sollte sich diese ansons­ten recht nor­male Gross-​​Klein-​​Stadt fuer den naechs­ten Besuch vormerken.

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Museum gegen das Vergessen


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Museo de la Memo­ria y los Derechos Huma­nos in San­tiago de Chile

Museo de la Memo­ria y los Derechos Huma­nos heisst die­ses frisch ero­eff­nete Museum in San­tiago de Chile. „… eine Ein­la­dung, um ueber die Angriffe auf das Leben und die Wuerde der Men­schen zwi­schen dem 11. Sep­tem­ber 1973 und dem 10. Maerz 1990 nach­zu­den­ken.“ So die beglei­tende Bro­schuere. 5 Stun­den habe ich mich heute mit die­sem Thema aus­ein­an­der gesetzt.

Warum? Jeder, der Chile besucht, wird an die Ver­bre­chen der Pinochet-​​Diktatur erin­nert, der Zehn­tau­sende zum Opfer fie­len. „Nunca mas“, nie­mals mehr, ist des­halb ein haeu­fig benutz­ter Auspruch in die­sem Land — wie auch in Argen­ti­nien. Chile hat die­sem „Nunca mas“ die­ses am 12. Januar 2010 ero­eff­nete Museum gewid­met. Ein Besu­cher schrieb tref­fend ins aus­lie­gende Aus­stel­lungs­buch: „Unsere Geschichte spielt sich in jedem Raum des Muse­ums wie­der, vol­ler Gefu­ehle und Gefu­ehls­re­gun­gen, die uns den Schmerz beglei­ten las­sen und dazu bei­tra­gen, dass all dies „Nunca mas“ gesche­hen wird. Heute geho­ert Chile uns.“

Wie inten­siv sich das Museum dem Thema Men­schen­rechte annimmt, ist schon auf dem Vor­platz zu lesen — der Plaza de la Memo­ria: Die Dekla­ra­tion der Men­schen­recht mit allen 30 Arti­keln ist an die Wand geschla­gen. Chile hatte diese unter­schrie­ben, als all diese Greu­el­ta­ten, denen ich schon in mei­nem Fried­hofs­ar­ti­kel gedacht habe, durch­ge­fu­ehrt. Nicht nur das: Der chi­le­ni­sche Bot­schaf­ter Hernan Santa Cruz war sogar einer der acht Auto­ren des Dokumentes.

Greu­el­ta­ten in einer Bru­ta­li­taet gegen die Mensch­lich­keit, denen sich das Museum auf beein­dru­ckende Weise annimmt: In laut don­nern­den Ori­gi­nal Audio– und Vidoe-​​Dokumenten unter ande­rem am Tag des Put­sches, in auf­wu­eh­len­den per­so­en­li­chen Stel­lungs­nah­men, in Zei­tungs­ar­ti­keln und Bil­dern, in Kin­der­zei­chun­gen und in Inter­views mit Fol­ter­op­fern — mal stumm, mal schrei­end, mal berich­tend — immer emotionalisierend.

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Pla­kate, Stel­lungs­nah­men, Fotos, die an den Putsch und seine grau­en­haf­ten Fol­gen erinnern

Stufe fuer Stufe, Kapi­tel fuer Kapi­tel wird in dem moder­nen Glas­ku­bus die Geschichte vom Kom­men und Gehen der Dik­tak­tur auf­ge­ar­bei­tet. Nicht nur auf Chile begrenzt: Schon im Ein­gangs­be­reich zeu­gen Berichte aller welt­wei­ten Wahr­heits­kom­mis­sio­nen — samt Stasi-​​Kommission in Deutsch­land — von den erfolg­ten, mal gelun­ge­nen mal geschei­ter­ten Ver­su­chen der Aufarbeitung.

Nur eines ist schade — wenn es mich per­so­en­lich nicht betrifft: Warum hat man alle Texte nur auf Spa­nisch auf­ge­fu­ehrt? Warum gibt es nicht einen inter­na­tio­na­len Ansatz, um auch das Aus­land an der Auf­ar­bei­tung teil­neh­men zu las­sen, die die­sen Umsturz teils unters­tu­etzt und gefo­er­dert, teils kri­ti­siert, teils gar nicht beach­tet haben? Aber viel­leicht kommt das ja noch.

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Nachdenken ueber Totgemachte


Mon­tag nach­mit­tag, 17 Uhr, Cemen­te­rio Cen­tral in San­tiago de Chile. Ein laues Lueft­chen federt kraft­los ums Gesicht. Drei Hunde knap­pern bei fast 30 Grad schla­ef­rig auf dem Rasen. Ein Fried­hos­f­ga­ert­ner schlu­erft von Grab zu Grab. Der Ort hat seine Lebens­kraft ver­lo­ren, jetzt am Nach­mit­tag. Dabei hat diese Gedenk­staette an zwei Mil­lio­nen Men­schen Macht: Die Macht der Betrof­fen­heit, die Macht des Den­kens, die Macht des Zuru­eck­bli­ckens, die Macht der Erschuet­te­rung. Und diese Macht laesst nie nach — und das ist auch wich­tig so.

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Mahn­mal fuer die Ver­schwun­de­nen auf dem Zen­tral­fried­hof von San­tiago de Chile

Vor mir das Denk­mal fuer die „Des­a­pe­reci­dos“, die Ver­schwun­de­nen oder bes­ser gesagt, die Ver­schwun­den gemach­ten. Vier Stein­skulp­tu­ren, Koe­pfe mit Gesich­tern, die dich direkt anse­hen, dich erin­nern an die Pinochet-​​Diktatur, die du nie­mals ver­ges­sen sollst, deren Opfer du ewig geden­ken sollst. Aber nicht mit dem gros­sen Zei­ge­fin­ger. Nein, viel staer­ker: Hun­derte von Namen auf einem Mahn­schild, Ver­schwun­dene in dues­te­ren Ker­kern, in eis­kal­ten Fol­ter­kam­mern, an unmensch­li­chen Orten, die aber der Mensch fuer andere Men­schen ein­ge­rich­tet und genutzt hat. Als men­schen­un­wu­er­di­ges Mar­ty­rium. Unab­haen­gig von Rasse und Klasse, von Namen und Geschichte. Nach­den­ken. Wozu sind Men­schen eigent­lich fae­hig, nicht nur zu quae­len, zu fol­tern, schreien zu las­sen, zu ent­wu­er­di­gen, ver­schwin­den zu las­sen, son­dern Opfern auch noch ihren Manen zu neh­men, der auf einem Grab fuer den Grabin­halt buergt? Nein, ver­schwin­den las­sen. Irgendwo. In Kel­lern, ueber Mee­ren, ernied­rigt, ver­scharrt, unsicht­bar, ver­ges­sen (gemacht). Die Augen traenen.

Eine bekannte Melo­die holt mich aus den Gedan­ken. Ein Weih­nachts­lied. Ohne Unter­lass. Woher? Von einer klei­nen Grab­stelle an der Opfer­wand. Mit fri­schen roten Rosen geschmueckt: „Opa, wir wer­den dich nie­mals ver­ges­sen.“ Rod­rigo war 19, als er am 12. Sep­tem­ber 1973 ver­haf­tet, mit Sicher­heit gefol­tert und dann irgend­wie und irgendwo ver­schwun­den gemacht wurde. So jung. Wie so viele der klei­nen, mit Namen besetz­ten Gra­eber in die­ser 20 Meter brei­ten und 5 Meter hohen Toten­wand: Ein Foto, ein Gedicht, Blu­men, viele Kar­ten der Liebe, des Ver­mis­sens, des Ankla­gens. Wich­tige Andenken.

Die Melo­die laeuft immer noch. Schon ein Monat lang seit Weih­nach­ten. Oder noch laen­ger? Als wollte sie imem­r­fort zum Geden­ken auf­ru­fen, zu „Nunca mas“. Nie­mals mehr? Was fuer ein posi­ti­ver Gedanke — und so unrea­lis­tisch. Jeden Tag steht ein neuer Beherr­scher, Macht­gier­hals, Men­schen­has­ser, Koer­per­be­sit­zer, See­len­be­set­zer, Men­schen­zer­stoe­rer, Human­ka­pi­tal­quae­ler auf, der die­sen schoenen hoff­nungs­fro­hen Gedan­ken ver­puf­fen laesst. Irgendwo in die­ser Welt.

Ein klei­ner Blu­men­strauss hat sich ver­liebt um ein Grab geschmei­chelt, das sei­nen Inhalt nicht gekannt hat. Mari­sol wird hof­fent­lich die Liebe ken­nen­ge­lernt und gefu­ehlt haben. Als sie noch lebte. Denn mit knapp 21 Jah­ren war Schluss. Erzwun­gen. Ihr Lei­den, ihre letz­ten Stun­den will ich mir nicht vor­stel­len. Die Macht der Vor­stel­lung ist staer­ker: Grau­en­volle Bil­der und Toene, Schreie, Win­seln, Heu­len und dann — end­lich — Schluss. Der Tod kann etwas Scho­enes sein. Als Erloesung.

Auch die amtie­rende Staats­pra­e­s­i­den­tin Michelle Bache­let war ein Fol­ter­op­fer. Vor einer Woche wurde Sebas­tian Piñeda zu ihrem Nach­fol­ger gewaehlt: Indus­tri­el­ler, Mul­ti­mil­lio­naer, intel­li­gent, klar rechts­ge­rich­tet, mit bes­ten Kon­tak­ten zu ehe­ma­li­gen Pinochet-​​Anhängern. Fol­ter­knecht statt Fol­ter­op­fer? Uebe­trie­ben viel­leicht. Trotz­dem nach­den­ken. Mir wird kalt bei die­sen Gedan­ken. Und dies an einem ganz nor­ma­len Tag in die­ser Gra­eber­stadt namens Zen­tral­fried­hof. Nor­mal? Ich weiss nicht.

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Grenzgeschichten zwischen Argentinien und Chile


„Busse fah­ren in Chile und Argen­ti­nien meist sehr puenkt­lich.“ So oder ganz aehn­lich schrieb mein mise­ra­bler und unge­nauer Lonely Pla­net. Und ich wollte auch unbe­dingt das Gegen­teil erle­ben. Das ging ganz ein­fach: Ich fuhr ges­tern von Men­doza nach San­tiago. Nach der 15h-​​Busfahrt von Bue­nos Aires nach Men­doza schie­nen mir die ange­ku­en­dig­ten 6 Stun­den wie ein klei­ner Klecks. Aber da wusste ich vie­les noch nicht!

Die Stre­cke selbst ist unglaub­lich: Von Men­doza in der argen­ti­ni­schen Tief­ebene quaelt sich der Bus unsere bereits absol­vierte Hoch­ge­birgs­stre­cke auf 3.200 Meter hoch, um auf chi­le­ni­scher Seite sich dann in einer aben­teu­er­li­chen, schne­cken­fo­er­mi­gen Fahrt wie­der Tau­sende von Hoel­len­me­tern her­un­ter­zu­dre­hen. Soweit so schoen so atem­be­rau­bend so magen­be­las­tend so furcht­ein­floes­send so nix fuer Angsthasen.

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Die Abfahrt nach dem Grenz­ein­tritt nach Chile — auch Schne­cke genannt.

Wenn da nicht die Grenze und ihre Gren­zer wae­ren. Und diese ver­la­en­ger­ten unsere kleine Spritz­fahrt ein­fach mal um glatte 6 Stun­den. Und das ging so: Vor uns stan­den ca. 20 andere Busse, die im Zeit­lu­pen­tempo abge­fer­tigt wurden. Dabei gab es fuer alle Pas­sa­giere auf die­sem wich­tigs­ten Gren­zu­e­ber­gang zwi­schen Argen­ti­nien und Chile genau 1 Per­son fuer den Aus­reise– und eine Per­son fuer den Ein­rei­ses­tem­pel. Und beide durfte natu­er­lich jeder brav besu­chen kommen.

Von da an ging es dann in einen Neben­raum. In der Zwi­schen­zeit war unser Gepa­eck schon kom­plett durch­ge­checkt wor­den. Immer­hin. Nur: Da lagen jetzt auf dem Band ganz genau 5 „ver­da­ech­tige“ Gepa­ecks­tu­ecke. Nie­mand durfte den engen Raum ver­las­sen, bis nach 1 Stunde die Besit­zer die­ser Gepa­ecks­tu­ecke fest­stan­den. Dass diese zu einer ganz ande­ren Gruppe geho­er­ten, will ich jetzt nicht wei­ter kom­men­tie­ren .… Ins­ge­samt wurde ich ein­fach das Gefu­ehl nicht los, dass uns die Chi­le­nen ein­fach nicht ins Land las­sen woll­ten — oder erst nach die­sem Huer­den­lauf. Daher zwei kleine Tipps:

a) An die lie­ben chi­le­ni­schen Beho­er­den: Auf diese Weise ver­schreckt ihr doch die lie­ben devi­sen­bri­nen­den Tou­ris­ten so rich­tig. Oder wollt ihr die nicht haben? Dann sagt Bescheid.

b) An die lie­ben Rei­sen­den: Wer viel Zeit hat, darf sich gerne die­ses land­schaft­lich auf­re­gende, zeit– und ner­ven­rei­che Aben­teuer gerne antun. Die ande­ren inves­tie­ren 100 Dol­lar in einen Direkt­flug mit LAN oder Aero­li­neas. Und Fluege hat­ten bis­her nur maxi­mal 1 Stunde Ver­spae­tung. Oder kommt da auch noch was?

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