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Chile und Argentinien sind unterschiedliche Nachbarn


Heute ist mein letz­ter Rei­se­tag. Zeit fuer ein klei­nes Resu­mee nach die­ser 2-​​Laender-​​Tour. Chile und Argen­ti­nien sind Nach­barn. Gleich­lang unter­schied­lich breit. Und zwar sehr unter­schied­lich: Das maech­tige Argen­ti­nien und das schmale Hand­tuch Chile. Getrennt nur durch die meh­rere Tau­send Kilo­me­ter lange Andenkette.

Doch wie stark unter­schei­den sie sich eigent­lich in ihren Gewohn­hei­ten? Sind sie so aehn­li­che Nach­barn wie Deut­sche und Hol­la­en­der oder sehr anders wie Deut­sche und Polen? Ich weiss, der Ver­gleich hinkt. Auch wenn sich beide Laen­der nach nur drei Wochen Rei­se­zeit nur sehr begrenzt ver­glei­chen las­sen, ver­su­che ich es ein­fach mal.

a) Die Chi­le­nen sind reli­gio­e­ser: Man­gelt es in Bue­nos Aires und Men­doza an wich­ti­gen Kir­chen, sind sie gerade in San­tiago im Stras­sen­bild uebe­r­all sicht­bar — und gut besucht. Kaum ein Chi­lene — jung, alt, Mann, Frau, der nicht das Got­tes­haus per Knicks, Kreuz­zei­chen, Beru­eh­rung der Hei­li­gen oder von Sym­bo­len betritt und so wie­der verlaesst.

b) Die Chi­le­nen tra­gen mehr Son­nen­bril­len: Faellt man in Bue­nos Aires mit einer Son­nen­brille noch fast auf, kom­men Chi­le­nen ohne die­ses Gestell auf der Nase defi­ni­tiv nicht aus. Nicht mal in der dunk­len U-​​Bahn von San­tiago las­sen sie es von der Nase, was ich bis­lang nur von den — coo­len — Ita­lie­nern kannte.

c) Die Chi­le­nen sind spielsu­ech­ti­ger: Es gibt kaum eine Strasse, in der die Chi­le­nen nicht ihrem Hobby nach­ge­hen: Spie­len. Meist ist es ein ein­fa­cher Schuh­kar­ton, in dem 10 bis 20 Spiel­au­to­ma­ten jeg­li­cher Art ste­hen, die rund um die Uhr im Ein­satz sind. Keine Ahnung, woher diese Sucht kommt.

d) Die Argen­ti­nier essen bes­ser: Nichts ist leich­ter als in Argen­ti­nien gut zu essen. Die Fleisch­qua­li­taet ist ueber­ra­gend, die Piz­zaqua­li­taet fast wie in Itlaien. Eigent­lich laesst sich gerade fuer Nicht-​​Vegetarier nix falsch machen — und das schon fuer rela­tiv wenig Geld. Wer in Chile dage­gen rich­tig gut essen will, gibt viel Geld aus, geht um die Mit­tags­zeit essen — oder liebt Fastfood.

e) Die Chi­le­nen haben einen eige­nen Drink: Nau­ter­lich den Pisco — meist mit Zitro­nen­saft und Zucker als Pisco Sour. So steht die­ses leckere Etwas auf jeder Aperitif-​​Karte — und wird zahl­los genos­sen. Von mir auch!

f) Die Argen­ti­nier haben eine eigene Musik: Natu­er­lich den Tango. Und der domi­niert alles. Und in Chile? Einen eige­nen Stil wie in Argen­ti­nien oder auch in Kolum­bien habe ich noch nicht ent­deckt. Eher ein Mix aus allem.

g) Die Chi­le­nen spre­chen schnel­ler: Machen die Argent­nier nur aus dem „ll“-Buchstaben ein mal schaer­fe­res, mal wei­che­res „Sch“, sind die Chi­le­nen die schnel­le­ren, fau­le­ren Spre­cher. Sie ver­schlu­cken genre die Sil­ben, was das Ver­staend­nis nicht ganz ein­fach macht. So nannte unser Gren­zer den Gren­zu­e­ber­gang immer „Liber­dor“. Erst im nach­hin­ein habe ich ver­stan­den, dass er „Liberta­dor“ gemeint hat.

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