Blogboom geht zu Ende. Na und?

Wenn man den Analysten von Gartner glaubt, so erreichen die Blogs in diesem Jahr ihren Höhepunkt. Zumindest was die Anzahl betrifft. Danach würde sich die Zahl der Blogs auf ca. 100 Mio. einpendeln, berichtet die Financial Times Deutschland. Schon heute hätten 200 Mio. Blogger damit aufgehört, Beiträge zu schreiben.

Doch was bedeutet diese Aussage? Ist es wirklich eine negative Meldung, die alle vor Angst um ihre neuen Online-Lieblinge zusammenzucken lässt? Anders gefragt: Haben diese Statistiken über die Entwicklung der Blogzahlen ein konkrete Aussagekraft bzgl. der Blog-Bedeutung? Wenn z.B. laut Technorati jeden Tag 100.000 neue Weblogs kreiert und 1,3 Millionen Beiträge geschrieben werden? Sagen diese rein quantativen Angaben etwas über die Qualität aus? Nein, mit nichten.

Wie viele Blogs sterben denn pro Tag, indem sie nicht mehr bedient werden? Man muss schließlich stets bedenken, dass einmal eröffnete Blogs selten gelöscht sondern stattdessen nicht weiter mit Inhalten gefüttert werden. Und schon heute sind laut Technorati nur noch 55 Prozent der Blogs „aktiv“. Und dies bedeutet bei der ziemlich großzügigen Einschätzung von Technorati, dass das Blog innerhalb der drei Monate aktualisiert wurde. Drei Monate – ist dies wirklich dann noch ein Blog? Ein „aktives“ Blog?

Wenn die vielen nicht mehr genutzten Blogs sterben, dann wird dies niemandem auffallen. Wirklich für Aufmerksamkeit werden künftig nur Blogs sorgen, die regelmäßig mit authentischen und spannenden Inhalten gefüllt sind, die sich auf ein Thema fokussieren, die Kompetenz des Bloggers wiederspiegeln und in denen eine regelmäßige Diskussion stattfindet. Auf die anderen Blogs kann die verehrte Öffentlichkeit aber auch gerne verzichten.

Denn überlegen wir mal: Würden 10.000 Zeitungen im Print-Bereich mehr bringen, als die bisherigen schon bieten bzw. anrichten? Wohl kaum. Sie würden eher mit der Zeit einen sicheren Tod sterben oder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Daher zeugen die Prophezeiungen der Blog-Analysten eigentlich eher davon, was die Normalität langsam auch in dieser Branche angekommen ist. Und das ist auch gut so.