“Freiwillige Ausreise” ist Unwort des Jahres

Zum offizielle Unwort des Jahres wurde der Begriff „Freiwillige Ausreise“ gekürt. Das gab die zuständige Experten-Jury heute in Köthen (Sachsen-Anhalt) bekannt.

Zur Begründung der Entscheidung erklärte die Jury, dass die Freiwilligkeit einer solchen Ausreise von Asylbewerbern aus der Bundesrepublik in vielen Fällen bezweifelt werden könne. Damit stehe das Wort in einem schiefen Verhältnis zur Realität, sagte Jury-Vorsitzender Horst Dieter Schlosser. Wer von der Möglichkeit der „freiwilligen Ausreise“ keinen Gebrauch macht, dem droht oftmals die Abschiebung.

Auf Platz zwei landete „Konsumopfer“ – Wolfgang Joops verbaler Ausrutscher, mit dem er magere Models beschreibt, die zu Lasten ihrer Gesundheit für das Schönheitsideal der Konsumgesellschaft hungern müssten. Rang drei ging an die „Neiddebatte“, die rund um die Millionengehälter von Spitzenmanagern geführt wurde.

Nach Angaben Schlossers waren 2.247 Zuschriften mit insgesamt 1.130 Vorschlägen eingegangen, so viele wie nie zuvor. Darunter befanden sich auch Begriffe wie „Prozessökonomie“ (von vielen favorisiert), „Unterschicht“, „Kleinvoliere“, „Kindgerechte Abschiebung“ oder „Problembär Bruno“.

Letzterer hätte sich über eine „Freiwillige Ausreise“ wahrscheinlich gefreut.