Tageszeitungen und Web 2.0: Passt das?

Eine interessante Untersuchung ist in der neuesten Ausgabe des wie immer spannenden Medium Magazins nachzulesen. So hatten Journalisten die Websites von 105 Tageszeitungen auf ihre Interaktivität untersucht. Ihr Fazit: „Vom virtuellen Gruselkabinett bis zum experimentierfreudigen Regionalblatt ist alles dabei.“ Während 75% der großen überregionalen Tageszeitungen Blogs in ihr Angebot integriert haben, sind es bei den regionalen ganze 21%. Auch wenn viele noch fest in den 90er Jahren steckengeblieben sind, gibt es – so der Bericht – auch lobenswerte Ausnahmen wie beispielsweise die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine.

Weitere Ergebnisse der Studie: Jede zweite Zeitungswebsite hat ein Forum, auch wenn sich mancherorts angesichts veralterter Einträge „schon Spinnweben auf der Site gebildet“ haben. Leserkommentare sind nur in 10% der Fällen möglich, Journalistenblogs mit Kommentarfunktion bieten gerade 19%, Chats 14% und Podcasts 8%. RSS-Feeds zur Abonnierung der Inhalte bzw. einzelner Rubriken waren nur in 43% der Fälle zu entdecken. Dagegen boten immerhin 37% Videos an, auch wenn die bewegten Inhalte nur selten aus Eigenproduktionen stammten.

Gerade wenn man diese Ergebnisse mit den amerikanischen Tageszeitungen vergleicht – wie es die Untersuchung macht – kommt man nur zu einem Fazit: Die deutschen Tageszeitungen haben noch viel zu tun, um wirklich erfolgreich und zielgenau durch das Web 2.0-Zeitalter zu marschieren. Von einer Liebe auf den ersten Blick ist auf jeden Fall nicht zu sprechen.

Wer sich fragt, wie wohl seine eigene Lieblingszeitung abgeschnitten hat, der kann jetzt in diesem Wiki die Ergebnisse nachlesen.