Zeit des Lesens

Die Nachweihnachtszeit ist – und das gilt für die berühmten Tage zwischen den Jahren … woher kommt eigentlich dieser völlig sinnlose Begriff „Zwischen den Jahren“? – genauso wie für die berüchtigten grau-nass-kalten Tage im mitteleuropäischen Januar ist auch die Zeit der Bücher. Wer kennt sie nicht, diese dicken Schinken, die erst festlich geschmückt unter dem Weihnachtsbaum ihr erwartungsfrohes Dasein fristen, voller Ungeduld, aufgerissen und lesegierig verschlungen zu werden. Oder aber das Schicksal vieler erleiden und im nachweihnachtlichen Umtauschwahn in den nächsten Buchladen getragen werden… Kein Wunder also auch, dass Läden wie Dussmann in Berlin jetzt die Nacht zum Tage machen und ab Freitag gar nicht mehr schließen wollen …. und stattdessen ihre Beschäftigten und Besucher zu Bücher- und Musikwürmer umerziehen.

Denn es gibt viele textliche Leckereien für die gierigen Bücherwürmer – wie zum Beispiel auch diesen geheimnisvollen Roman: Wenn auch schon über ein Jahr alt, so kommt dieser vorsichtig abgehangene und jetzt lecker verzehrbare Schinken Marke Jamón Serrano aus dem spanischen Barcelona. „Der Schatten des Windes“ heißt dieses wunderbare Textwerk des jungen – darf man doch bei gut 40 noch sagen? – Carlos Ruiz Zafón. 563 Seiten, die nicht nur unseren Ex-Regierungs-Außenminister Joschka Fischer schwärmen ließ – „Sie werden alles liegen lassen und die Nacht durchlesen“, sondern auch jedem noch so trägen Leser die Tränen in die Augen treiben werden, wenn die letzten Seiten angebrochen sind und sich über den „Friedhof der Vergessenen Bücher“ endgültig – was für eine Erfindung? Wenn es ihn nicht literarisch bereits geben würde, müsste man ihn real erfinden – der Grabmahl-Deckel leider endgültig legt.

Doch es gibt doch noch viel mehr textliche Perlen…

Ein Gedanke zu „Zeit des Lesens“

  1. Hui, mein zweiter Kommentar und schon werde ich hier namentlich begrüßt *freu*.

    Ja, mein zweiter Kommentar – und ich finde der muss sein. Weil „Der Schatten des Windes“ ein wirklich tolles Buch ist. Ich habe es im Januar 2006 von einer Freundin geschenkt bekommen und bis September 2006 stand es eigentlich nur im Regal rum. Böser Fehler, wie ich hinterher gemerkt habe. Denn obwohl der gute Joschka auf dem Rücktitel zitiert wird, ist dieses Buch wirklich einfach nur gut!

    So!

    Simone

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