Willy und der World Press Foto Award

Eigentlich heißt diese Rubrik ja „Ich hab’s gelesen“. Dabei würde dieser Tipp eher unter „Ich hab’s gesehen“, „Ich hab’s bewundert“ oder frei nach Manni Breuckmann „Ich bin begeistert“ passen, denn ich bin es wirklich. Die Rede ist von einer tief beeindruckenden Ausstellung im Berliner Willy-Brandt-Haus, die auch Nicht-Willianer in ihren Bann ziehen wird: Die Präsentation der Gewinner des diesjährigen World Press Foto Award.

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Leider nur noch bis zum 24. Juni sind beeindruckende und tiefgehende, faszinierende wie erschreckende Fotos aus Sport, Tierwelt und Krieg dort zu erleben, die lange nachwirken. Gerade angesichts des dokumentierten menschlichen Elends wird vielen nicht nur einmal der Satz durch den Kopf huschen, wie Menschen zu solchen Grausamkeiten überhaupt fähig sind. Aber auch, wie Fotografen diese Bilder machen konnten – angesichts dieses Leids und der Zerstörung, des Kriegs in Afrika wie im Nahen Osten, der verhungerten Körper ob angeschwemmt auf den Kanaren oder halb verendet im afrikanischen Heimatland, der ermordeten oder am Elend langsam zugrunde gehenden Kinder. Damit meine ich weniger die Erlaubnis zum fotografischen Schuss, sondern vielmehr die innere Stärke, bei so viel Leiden, Trauer, Brutalität auf den Knopf zu drücken. Da gehen die vielen schön-leichten Momente dieser Ausstellung schon fast etwas verloren – auch wenn sie dies nicht verdient haben.

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Ich selbst habe im sicheren Willy-Haus von den Fotos ein paar Bilder per Handy geschossen – aber richtig wirken sie nur vor Ort. Daher: Hingehen! Ach ja: Es sind die Bilder von Pressefotografen plus – sehr guter – Begleittexte. Also passt es doch wiederum ganz gut in unsere Rubrik hier.