FDP – von der Partei zum Medium?

Zu den noch immer besten Rubriken im Spiegel zählt zweifellos der „Hohlspiegel“. Es gibt wohl kaum einen Leser, der sich am Spiegel-Montag nicht zuerst diesem Sammelsurium an skurrilen Eskapaden aus der Welt der Print-Publikationen widmet. Bei uns im texterblog heißt diese Rubrik, in der solche Entdeckungen gemacht werden könnten, ganz profan „Fundtext“. Doch die folgende texterblog-Entdeckung hätte sicherlich gute Chance, auch einen Eintrag im „Hohlspiegel“ zu gewinnen.

Wir nehmen das unter Journalisten bekannte Medienmagazin „journalist„: Nach sanftem Relaunch befindet es sich heute wirklich auf einem guten Wege, nicht mehr nur noch über sich selbst und einen kleinen Kreis an Interessenten zu berichten. Aber das ist ein anderes Thema. Wie in jedem anderen Medium wird in der Dezember-Ausgabe auf die wichtigsten Mediengeschehnisse des ausgehenden Jahres 2007 zurückgeblickt.

Medienparter FDP

Und was entdecken wir dort: In die recht spannende Aufstellung hat sich plötzlich ein neues Medium eingeschlichen, das zumindest ich bislang als „Medium“ nicht unbedingt wahrgenommen habe: Die FDP. Nicht anders ist dieser Absatz zu verstehen, dass das das Videoportal YouTubeals Medienpartner unter anderem das ZDF und die FDP gewonnen“ hat.

Wenn Guido morgen sein berühmtes Guidomobil von 2002 wieder zurückkaufen würde, hätte dies sicherlich großen, wenn auch zweifelhaften Medienwert. Aber dass man seiner Partei dann gleich die Rolle eines Medienpartners zustehen sollte, das wäre wohl auch diesem Medienprofi sicherlich etwas zu viel.

2 Gedanken zu „FDP – von der Partei zum Medium?“

  1. Interessant. Steht da auch, wie diese „Medienpartnerschaft“ aussehen soll? FDP-Wahlspots, egal wonach man gesucht hat? Das ist doch wieder so eine Blödsinnsidee aus irgend einem Partei-Brainstorming. „Wir müssen wieder jugendlicher werden. Irgend jemand ne Idee?“

  2. leider nein. Mehr als diese kurze Notiz habe auch ich nicht gefunden – weder in dem Artikel noch sonst wo. Auch sonderbar, oder? Aber du hast recht: Wahrscheinlich kam man zum Schluss, dass diese gelbe Partei im ganzen Großen-Koalitions-Medienhyperpräsenz untergeht und hat sich ein paar ganz tolle Ideen ausgedacht, um wieder „voll in den Medien“ zu sein. Naja. Wir werden es verfolgen. Wie schrieb einst ein Journalist über Boris Becker, als er im Jahr nach seinem 1. Wimbledon-Triumpf gleich in der 1. Rolle seine Tennis-Koffer packen durfte: „Er stieg auf wie ein Adler und endete als Suppenhuhn.“ Viel anders wird es dieser Idee auch nicht ergehen. Schöne Weihnachten!

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