Falls Werber zu amüsanten Textern werden …

Nein, die Werber-Zeitschrift werben&verkaufen war nie wirklich berühmt für besonders originäre oder etwa locker geschriebene Texte. Eher etwas dröger Einheitsbrei war ihr online wie print zu entlocken, den man als höchsten der Genüsse vielleicht als „mehrheitsfähige Information“ titulieren könnte. So war es bislang. Und nun das:

Als heute morgen eine w&v Morgenpost mal wieder ungefragt in meinem E-Mail-Postfach landete, wollte ich sie eigentlich nur kurz überfliegen und dann mit dem Lösch-Button für immer entsorgen. Doch schon die erste Überschrift stoppte dieses Vorhaben für einige Minuten: „Mc Donald’s will Starbucks abkochen. Clash der Ess-Kulturen.“ Neugierig über dieses hohe Maß an nicht erwarteter Kreativität las ich weiter. Und mit wachsendem Genuss. Plötzlich wurde hier locker von der Bullettenbräterei McDonald’s geschrieben und von der „Kaffeehauskette Starbucks (Coffee to go – Kaffee zum Davonlaufen)„, die aneinander geraten.

Bullettenbräterei„? „Kaffee zum Davonlaufen„? Yo, man, voll richtig. Selten geschrieben und auf jeden Fall hier nie gelesen. Ein paar Zeilen später wird vom Starbucks-Chef Jim Donald geschrieben, der seinen Job verloren hat und bei dem Namen „ohnehin besser beim Klops-Konzern“ arbeiten sollte. „Klops-Konzern„? Was ist das plötzlich für eine lockere Sprache – und ohne Rücksicht bzgl. eventueller Anzeigenkunden.

Ob dies wohl eine Ausnahme gewesen ist? Oder hat die w&v die Lust am Texten entdeckt? Im texterblog werden wir auf jeden Fall gespannt beobachten, ob man von einer neuen Entwicklung, der spezifischen „w&v-Morgenpost“-Sprache oder einer amüsanten, aber leider nur kurz zappelnden Einmalfliege sprechen darf.

Ach ja: Online klang das Ganze dann doch gleich viele w&v-iger. Also doch nur Einmal-Fliege? Wirklich schade!