Die Bahn und der Kurzhaarschnitt

Die Bahn setzt ja immer sehr viel Wert auf ihren Kundenservice. Und auf ihre Modernität. Ja, wirklich. Zumindest wenn man ihrer Werbung und ihren Medien folgt. Und in Realität? Gestern durfte ich dies auf dem Weg von Berlin nach Frankfurt am Main mal wieder live testen. Und wie bei meinem früheren Bahn-Abenteuer ging es negativ aus: Für die Bahn und für mich.

Es begann schon am Bahnsteig: Jeder kennt doch diese blechern-knatschenden Stimmen, die die glücklichen Reisenden immer mit wirklich wichtigen Audio-Tipps versorgen. ZUmindest mit den wichtigen Tipps. Aber dass der Zug dieses Mal falsch rum reinkommt und alle Waggons an der Spitze jetzt am Ende hängen und umgekehrt, hatte die freundliche Quätschstimme wohl vergessen. Das Ergebnis: Ein Chaos. Wenige Minuten weiter: Endlich habe ich mein Abteil gefunden, ich sitze bequem, mache das Laptop an, denke „ach ja, ich wollte doch noch E-Mails runterladen“.

Kommt die freundliche Kurzhaarschnitt-Tante von der Bahn zufällig vorbei. Prima denke ich, wie praktisch und nett. Also frage ich sie ganz frohgemut: „Wie bekomme ich denn hier eine Online-Verbindung, so was wie einen Wireless LAN Zugang?“ „Was für LAN? Hammer nicht, kenne ich nicht.“ „Und wer könnte das wissen?“ „Kann ich Ihnen nicht sagen. Ich auf jeden Fall nicht.“ Und schon war der Kurzhaarschnitt wieder weg – und mit ihm meine Hoffnung, die Begriffe Modernität und Bahn irgendwann doch noch in Zusammenhang zu bringen. Heute auf jeden Fall nicht mehr.

3 Gedanken zu „Die Bahn und der Kurzhaarschnitt“

  1. Tja, bei der Bahn ist der Kunde eben noch König und als solcher darf er in seiner royalen Ruhe nicht gestört werden. :D

  2. @thomas: Royale Runde finde ich dafür einen ganz wundervollen Ausdruck: Kaiser Mehdorn mit Kaiserin Sukale und Knecht Schell am königlichen Büffet in der Lobby und beobachten in gemütlicher Diskussions-Runde, wie draußen die Kunden mal wieder warten müssen ….

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