Schutz von geistigem Eigentum

Wer kennt dies nicht: Nach einer Präsentation bei einem Kunden – und der anschließenden bedauernden Absage -, findet man sein Konzept plötzlich etwas variiert von diesem umgesetzt. Nach dem Entwurf einer Hompage wird das Web-Design doch lieber so selbst umgesetzt. Nach der Präsentation eines Songs holt den Musik-Oskar doch jemand anders ab. Bei all diesen Beispielen bleibt der Urheber meist mit knurrendem Magen und zornigem Geist zurück. Und spätestens dann fragt man sich: Was tun? Wie lassen sich Ideen, Konzepte, Texte so schützen, dass dies zumindest beim nächsten Mal nicht nochmals passiert?

Genau an dieser Stelle setzt die Firma PriorMart an. Und sorgt mit einem Verfahren dafür, dass die eigene Idee recht sicher ist. Die Vorgehensweise ist einfach: Als Urheber registrieren, das Werk hochladen, PriorMart trägt es ins Urheberregister ein und sichert es juristisch durch notarielle Hinterlegung. Sofort kann man sich ein individuelles Schutzsiegel runterladen, in das Werk legen und es so erstmal für 5 Jahre lang vor fremdem Klau sichern.

Ach ja – zwei Anmerkungen dazu noch: Der Service ist natürlich nicht ganz kostenfrei, wenn auch ab 49 Euro pro Werk durchaus finanzierbar. Und was bei einem leicht variierten Konzept, einer etwas veränderten Idee mit dem Schutz dann passiert, darüber müssen sich im Zweifelsfall dann doch die Anwälte streiten.

6 Gedanken zu „Schutz von geistigem Eigentum“

  1. Es geht noch einfacher: Das Urheberrecht, in Form der Urheberpersönlichkeitsrechte und der Verwertungsrechte (nur die letzteren sind überhaupt übertragbar) ist ja per se immer bei ausreichend individueller und geistiger Schöpfungshöhe gegeben – ohne jedes Register. Man muss also einfach vor dem Pitch den ganzen Vortrag samt Inhalten mit einer laufenden Kamera jemandem vortragen, der zu Beginn das Datum und den Sinn der Aufzeichnung erklärt.

    Noch besser ist es, man erklärt alles vorher mehr Leuten, als beim Pitch anwesend sein werden. In jedem Fall genügt mindestens ein Zeuge, der neutral genug ist und wissend genug ist, um nachher das Plagiat erkennen zu können. Ein Urheberregister scheint mir bei der aktuellen Rechtslage eher eine Geldschneiderei zu sein, den etwas mit einer derart schwachen geistigen Höhe wie ein Titel, der des Schutzes über ein Register bedarf wird ja wohl von wenigen Textern im PR-Bereich oder bei der Werbung produziert. Und seit neuestem ist ja sogar der Titelschutz Teil des UrhG.

    Wer genug Geld hat, dem empfehle ich folgendes Vorgehen: Alle Inhalte vor dem ersten Vortrag bzw. der ersten Vorstellung beim glaubwürdigen Zeugen Ihres Vertrauens für ein schönes Mittagessen mit Datum und Uhrzeit hinterlegen. Wie gesagt, es bedarf nur der ausreichenden Schöpfungshöhe und des Zeugen, das ist alles…

  2. @Jörg: Generell folge ich deiner Argumentation. Diese hat nur einen kräftigen Haken: Was ist, wenn er Zeuge später davon gar nichts mehr weiß oder wissen will? Muss ich also doch die immer treue Mama mitbringen, die mich immer verteidigen will? Und außerdem bin ich bei komplizierteren Sachverhalten gespannt, ob es überhaupt möglich ist, dass beide exakt dieselbe Argumentationslinie auch Monate später noch weitergeben können. Denn wie viel hat man bis dahin noch vergessen?

    Ansonsten hakt die ganze Geschichte noch an etwas anderes: Zum Schluss entscheiden doch die Gerichte, was Plagiat ist oder was nicht. Und wenn ich daran denke, dass die Gerichte gerade bei Online-Rechtsfragen noch im vergangenen Jahrhundert leben, kommen hier die kräftigsten Probleme auf einen zu – unabhängig von irgendwelchem Titelschutz oder netten Zeugen.

  3. Da sind wir dann wieder bei der grundsätzlichen Frage, wieviel Information gibt man einem Kunden, BEVOR Geld geflossen ist. Denn zwischen Beratungsresistenz und dem Aufschnappen von allerlei Ideen in der Presales-Phase liegt ein weites Feld. Ich habe mal bei einem Weltkonzern der Beratungsbranche eine tolle Masche gelernt: Verhandle nie über Inhalte! Es geht immer nur um Zeitverträge. Ideelle Inhalte wie patenfähiges oder urheberrechtlich Schützbares verbleiben immer im Eigentum des Anbieters. Wer das erwerben will, muss sehr derb bluten. Kleine Kunden verstehen das selten, große wollen nie zahlen. Webssites sind übrigens selten schutzfähig nach UrhG, oder was meinst Du mit online?

  4. Wie wahr: Ich kann mich noch gut an ein Konzept von einem Kollegen von mir erinnern, das er bei einem der großen TV-Sender vorgeschlagen hat – und ohne Inhalte gehen solche Präsentationen leider nicht! -, es natürlich abgelehnt wurde – und er dasselbe Konzept unter anderem Namen später am demselben Sender wiederentdecken durfte. Nett, nicht wahr?

    U.a. meine ich zum Beispiel das Urteil, dass die Gestaltung einer Website als Handwerk per Gericht beschlossen wurde – übrigens nur in Deutschland – und damit als nicht schutzwürdig – wie du oben schon schreibst – beurteilt wurde. Begründung: Jeder könnte sich so ein Programm kaufen und es selbst erstellen. Wundervoll: Wie war das mit Malern und käuflichen Farbkästen? Seitdem darf jeder bei einem geplanten Website-Relaunch oder -Launch durchs Internet surfen, das passende Design sich suchen, quick & dirty sein Logo drauf pressen – und fertig ist die Website. Schon sonderbar, dass dies möglich ist? Aber von diesen Gesetzen gibt’s noch deutlich mehr! Zum Beispiel das Urteil, dass ein Newsletter ein eigenes Impressum benötigt und man nicht von dort auf das Impressum der Website verlinken dürfte, da man nicht annehmen könnte, dass jeder nach dem Empfang eines Newsletters auch online ist ….. wie war das mit moderner Welt?

  5. Ja. Erinnert mich an ein Gespräch im Hause $$$. Dort kam nach ein paar Minuten Geplänkel mit der Marketingchefin der Vorstandsvorsitzende rein, klappte seine Mappe mit den ausgedruckten E-Mails auf und legte los. Er hat aus Sicherheitsgründen keinen Rechner im Büro und lässt nur E-mails schreiben, die vorher von einer Security/Legal-Assistentin (RAin !) freigegeben und vorformuliert sind…

    Zusätzlich fällt mir immer mehr auf, dass die Online-Präsenz mit dem durchschnittlichen Tagessalär antiproportional ist.

    OK, das schöne an Konzepten ist, dass man sie gerne – so tue ich es mittlerweile – beim Kunden (mit dessen IP!!!) per Internet von meinem Server lädt. Damit habe ich auf meinen Logdateien einen herrlichen Timestamp. Sollte dann natürlich ein stabiles Linux-OS sein…bzw. daily backup…

    Aber Du hast schon Recht: Man braucht einen guten Anwalt und eine fähige Rechtschutzversicherung, die solche Urheberrechtsstreitigkeiten begleitet. Bei TV ist das ganze ja eh erst ab dem Treatment geschützt und das Konzept, was du oben ansprichst erlangte wahrscheinlich gerade mal den Exposee-Status.Speziell bei TV und Film empfehle ich das Buch „Filmrecht“ von Patrick Jacobshagen. Und für den Rest den Frank Fechner(UTB): Medienrecht, vor allem der Band Fälle und Lösungen…und zusätzlich:
    Europäisches und Internationales Medienrecht aus dem Verlag C.F.Müller.

    Oft reicht es, wenn man merkt, dass sie abgekupfert haben, wenn man eine einstweilige Verfügung an den Sender schickt, wenn man die Serie etc sieht oder noch besser, wenn man von der Produktion hört. Denn wenn es irgendwie dem vorgestellten Konzept ähnlich ist, und jenes unverwechselbar neu ist, dann kann in punkto Urheberprsönlichkietsrecht auf noch ein Strafverfahren drohen und das mögen sie meist noch weniger als das Abtreten der Gewinne…

  6. Alles richtig, Jörg. Nur vor einstweiligen Verfügungen würde ich warnen. Ein Bekannter von mir hat eine einstweilige Verfügung an einen TV-Sender wegen solch einer Sache geschickt. Von diesem Moment an bekam er von keiner deutschen TV-Anstalt mehr einen Auftrag. Diese sind doch besser vernetzt, als wir alle denken, und haben ihre schwarzen Listen, auch wenn in Wirklichkeit der Personen der schwarzen Liste die guten Sind.

    Danke auch für die Buch-Tipps: Einen habe ich auch noch: Der große Humboldt-Ratgeber von Dr. Ricke – samt http://www.lawguide.de. Da macht selbst für Nicht-Juristen Recht richtig Spaß!

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