Porsche ohne Online Kommunikation

Es ist ja vollkommen richtig, dass der Zuffenhauser Autobauer wirklich wunderschöne Fahrzeuge produziert. Und ich gebe es auch gerne zu: Ich bin ein absoluter Fan davon – und hätte wirklich nichts dagegen, zumindest eines dieser Wunderwerke bei mir vor’m Haus zu parken. Vor allem die alten Modelle …. einfach traumhaft … Aber das kann ja noch kommen, irgendwann.

Was diese Autobauer aber auf keinen Fall können, ist mir Journalisten zu kommunizieren. Jeder wird schweitern, wenn er sich auf www.porsche.de oder www.porsche.com o.ä. auf die Suche nach Bildern, Hintergrundmaterialien, aktuellen Daten und Zahlen oder auch ganz einfach nach einem Ansprechpartner begibt. Er wird scheitern. Zu 100 Prozent. Denn mehr als ein paar ältere Pressemitteilungen ist dort nicht zu finden. Wie Porsche sich die Kommunikation mit Journalisten vorstellt, erinnert eher an das Vor-Internet-Zeitalter – und ich meine damit nicht etwa das Vor-Web 2.0-Zeitalter – wenn ich diese vor mir liegende Anzeige so betrachte.

Porsche im Journalist

In ihrer Anzeige im „journalist“ schreibt Porsche noch sehr passend: „Die wichtigste Kommunikationsform ist immer noch die zwischenmenschliche.“ Alles richtig. Und dann: „In unserer Porsche Presse-Datenbank erfahren Sie mehr. Bitte akkreditieren Sie sich vorab unter Telefon 0711-…..“ Hääää? Bitte was? Sieht wirklich so „Öffentlichkeitsarbeit und Presse à la Porsche“ – wie es in der Anzeige noch so schön heißt – aus? Eher Öffentlichkeitsarbeit aus dem letzten Jahrhundert – denn viel umständlicher und userunfreundlicher im Google-Zeitalter geht es nunmal wirklich nicht.

Aber wahrscheinlich steckt dahinter die Arroganz, dass die „wichtigen“ Journalisten so oder so einen Zugang haben und das Unternehmen auf die anderen „nicht so wichtigen bzw. neuen“ doch gerne verzichten kann. Zumindest ist dies das Image, das solch eine Anzeige und so ein wenig moderner Internet-Auftritt verströmt. Schade um die verpassten Online Relations. Das muss ich zumindest jedes Mal auch meinen Studenten erklären, wenn sie mich danach fragen. Nun ja: Porsche scheint diese Online-Kommunikation einfach nicht nötig zu haben. Zumindest derzeit.