Begegnungen: Frankie, der Guide

Frankie Tayrona-Guide 

Er nennt sich Frankie el Abuelo. Und „Abuelo“, Opa, wird er wirklich von allen gerufen, denen wir begegnen werden. Ob er wirklich ein Grossvater mit Enkelkindern ist, kann ich nicht sagen. Zumindest ist er der aelteste Guide in Santa Marta, der durch den Tayrona Nationalpark fuehrt. „Es war genau im Jahre 1958 als ich zum ersten Mal hierher kam“, erzaehlt der grauhaarige kleinere Herr, dessen Augen unter der blauen Schirmmuetze ununterbrochen zu blitzen scheinen.

Schon in dem klapprigen, mit 10 Personen voll gepropften Minibus hatte er vom Park gesprochen: Von den Anfaengen in den 70er Jahren, von der teils einmaligen Flora und Fauna, warum die UNESCO dieses Gebiet im Norden Kolumbiens zur Schutzzone erklaert hat, von den Voelkern, die dieses Gebiet einst besiedelten und heute noch in der Sierra Nevada de Santa Marta leben.

Frankie der Abuelo scheint wirklich alles zu wissen: Wie die Pflanzen heissen, welche seltene Tiere hier leben, welche heruntergefallenen Kokosnuesse essbar sind, wie viele Esel auf diesem nur per Fuss zugaenglichen Pfad taeglich Lebensmittel und andere Utensilien zu den verstreuten Huetten und den Zelt- und Haengemattenplaetzen der Traveller bringen. Denn Frankie der Abuelo ist hier seit 37 Jahren Guide – und heute unser Guide.

Und so bleibt es auch ihm ueberlassen, am traumhaften Endstrand mit dem weissen Sand und dem aufgewuehlten warmen Meer zu verkuenden, dass wir nur zwei Stunden bleiben duerfen, da weitere 1,5 Stunden Rueckmarsch noch auf uns warten. Aber das ist die einzige schlechte Nachricht an diesem Tag.