Reisenotizen: Bogota, eine ganz normale Stadt

Candelaria-ViertelDa heute meine Zeit in Bogota ablaeuft und es in den heissen Sueden nach Cali weitergeht, habe ich mich mal gefragt, was Bogota eigentlich fuer eine Stadt ist. Bogota ist sicherlich keine Stadt, die dich mit offenen Armen empfaengt und dich warm hegt und pflegt. Bogota ist eine Stadt, die jeder sich selbst erobern muss, die rauh und laut ist, die gut riecht und auch mal stinkt, die dich fordert, um entdeckt zu werden, die deine Augen in La Candelaria (siehe Bild oben) auch mal umschmeichelt und dann wieder aufschreckt.Bogota ist kein Buenos Aires, mit seinen alten Kaffeehaeusern, seinen eleganten Vierteln, dem lieblichen Boca und dem venezianischen Tigre, kein Mexiko-City mit seinem atmosphaerisch dichten Zocalo, der alles andere ueberragt. Bogota hat zwar seine Highlights wie dem edlen Gold- und dem spannenden Botero-Museum mit seinen schoenen Patios, den zentralen Plaza de Bolivar, das gemuetliche La Candelaria-Viertel oder den 3200 Meter hohen Montserrate mit seiner kitschigen Kapelle, von wo einem die Stadt zu Fuessen liegt, wenn man den steilen Weg per Zahnradbahn oder Gondel ueberlebt hat.Bogota ist aber ansonsten eine ganz normale Stadt, die gelebt werden will, um erlebt zu werden.  Doch genau diese Brueche machen sie fuer mich so spannend, dass ich jeden Tag von neuem als Plattfussindianer durch die Strassen laufe.