Reisenotizen: Kolumbianische Kommunikation

Wenn man die Kolumbianer beobachtet und ihnen zuhoert, dann fallen zwei Dinge auf, die sie doch sehr von Deutschen oder anderen Europaeern unterscheiden.

1) Con mucho Gusto: Kolumbianer sind freundiche Menschen. Vor allem beim Service. So wird auf jedes „Danke“ also „Gracias“ oder noch besser „Muchas gracias“ nicht wie bei uns mit einem gekuerzten – wenn ueberhaupt – „bitte“ oder wie in den USA „please“ oder in Spanien „de nada“ oder in Argentinien schon etwas foermlicher „no hay de que“ reagiert, sondern mit einem viel eleganteren und freundlicheren „Con mucho gusto“, frei uebersetzt „mit grossem Vergnuegen oder Gefallen“. Und solche Reaktionen tun wirklich gut. Vielleicht auch eine kleine Anregung an unsere oft nicht gerade von ausufernder Freundlichkeit gepraegtes Servicepersonal?

Mobiltelefonanbieter 

2) Mobile Telefonate: Sie sind einfach unuebersehbar und unueberhoerbar, die Anbieter von mobilen Telefongespraechen, die ich ganz am Anfang meiner Reise schon einmal erwaehnt habe. „Llamas“, „Llamadas“ – also anrufen/Anrufe – quaekt es aus allen Stimmbaendern, ob alt oder jung, Mann oder Frau, ob in Grossstaedten oder in Doerfern, direkt auf der Strasse oder aus kleinen Wir-haben-alles-Shops. Dazu halten sie Telefone und Schilder in die Hoehe, auf denen steht „minutos celular“, „minutos 15o pesos“, „200 pesos“, „250 pesos“ je nach Stadt- und damit Preislage. An manchen Orten wie in der Zona Rosa von Bogota bilden sich sogar richtige Trauben, die alle mit dem Telefon an der Kette um den „Anbieter“ herum telefonieren. Natuerlich geht das nur hier, da die bei uns allgegenwaertige Handy-Phobie noch nicht so ausgepraegt ist. Und das ist uebrigens verdammt angenehm.