Reisenotizen: Kopfgeld

Klein-Bus in Kolumbien 

Jetzt verstehe ich den Unterschied zwischen direkten und nicht-direkten Bussen. Nehmen wir an, wir wollen vom Nordbahnhof Bogotas nach Zipaquira fahren. Der Hinweg geht per Direktbus ziemlich schnell – wenn man den richtigen Bus entdeckt hat …: Einfach in den Bus einsteigen, der sofort direkt zum Endziel faehrt, dort dann einfach schreien, wenn man rauswill. Wer nicht schreit, landet an der Endstation – so wie ich.

Faehrst du aber mit einem nicht direkten Bus zurueck, so wirst du dich neidisch an den Hinweg erinnern. Diese fahren naemlich erstmal durch fast alle groesseren Strassen des Ortes. Waehrend der Fahrer sein Steuer rumreisst, um zumindest 50 Prozent der Schlagloecher zu entkommen, schreit der zweite Mann unaufhoerlich „Bogota, Bogota“ durch die offene Seitentuer oder stuermt laut rufend durch Seitenstrassen und Cafes, um moeglichst viele Weggefaehrten aufzusammeln. Diese Zuckeltour kann sich natuerlich auch im naechsten Ort wiederholen. Denn klar: Pro Fahrgast gibt es mehr Kohle – also muss der Bus moeglichst voll werden. Und das kann dauern!