Reisenotizen: Pharma + Kartell = Preisbrecher

La Rebaja Drogeriekette in Kolumbien 

Heute zur Abwechslung eine kleine journalistische Story aus der boesen Welt von Drogen und Pharmaindustrie. Und zwar geschah folgendes: In ganz Kolumbien gibt es eine bekannte Drogerie-Kette „Drogas la Rebaja“ – so etwas wie bei uns Schlecker. Vor ein paar Jahren – o.k., sind schon locker 15 Jahre her – kam diese Kette ziemlich ins Gerade: Ploetzlich konnte sie Produkte zu absoluten Dumpingpreisen anbieten, bei denen die Konkurrenz nicht mehr mithalten konnte. Irgendwann stellte sich heraus wie das funktionierte: Und zwar fungierte die Kette als Geldwaschanlage fuer das Drogenkartell in Cali – und ein Teil des Geldes floss – richtig geraten – als finanzielle „Foerderung“ in das Rebaja-Sortiment. So einfach war das also.

Und die Moral der Geschichte: Der Rebaja-Kette hat es nicht geschadet. Sie lebt und gedeiht weiterhin praechtig mit wunderbaren Sonderangeboten in ganz Kolumbien – und das sogar ohne den finanziellen Support des Kartells. Denn das hat Ende der 90er Jahre gluecklicherweise „schliessen“ muessen.

Uebrigens: Drogas heisst auf spanisch uebersetzt Medikamente. Aber die Doppeldeutigkeit ist hier schon ziemlich passend, oder?