Reisenotizen: Weihnachten in Kolumbien

Weihnachtsbaum in Bogota 

Heute ist der 24. Dezember, Heiligabend. Also wuensche ich allen erstmal schoene Weihnachten, stimmlich einwandfreie Gesaenge unter dem Baum – ich will keine Klagen hoeren -, natuerlich ein Berg an Geschenken – nein, am 27.12. wird dieses Jahr nix umgetauscht -, einen huebsch geschmueckten, bitte nicht brennenden Baum – ja, Elektrokerzen sehen trotzdem bloed aus -, harmonische Verwandten-Treffen – es ist meistens doch nur fuer 1 mal pro Jahr! -, besinnliche Gespraeche und natuerlich eine nicht zu fette Gans, die uebrigens auch dann schwer im Magen liegt, wenn man sie mit Bordeaux-Chateaus, Rose-Champagner oder einem bunten Grappa-Whisky-Kirsch-Fernet-Kopfweh-Mix spuelt.

Hier in Kolumbien ist alles ganz anders. Heute morgen lag ich noch im Meer und habe unter einer Papaya-Palme gefruehstueckt, bevor ich meine Insel Tierradentro gen Cartagena-Stadt wieder verlassen musste. Vieles ist schon deshalb anders, da der wichtigste Tag erst morgen kommt, den ich uebrigens dann ganz feierlich im Flugzeug verbringen werden – schniefheulweinaergerfluchbaldwiederkomme.

Trotzdem ist schon der 24. 12. ein Erlebnis: Denn waehrend der 25. 12. ein reiner Familientag ist, ist heute den ganzen Tag ueber die Hoelle los. Ueber die unglaublichen Weihnachtsbeleuchtungen, die mir alles bekannte um ein Zehnfaches ueberbietet – habe ich ja schon u.a. hier geschrieben. Ganz wunderschoen sind fuer Besucher die stimmungsvollen Messen, die den ganzen Tag in allen Kirchen mehr oder weniger parallel abgehalten werden. In den Geschaeften haeufen sich die Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsbraten, Weihnachtssuessigkeiten und Weihnachtsangebote, die man dann brav bei einem mit einer huebschen Weihnachtszipfelmuetze gekroenten Kassierer abgeben darf. Die armen Schwitzkoepfe – und das bei draussen lockeren 35 Grad!

Es ist wirklich lustig, welche Bilder sich dem Europa-Touristen einpraegen. Ja, auch diese werde ich vermissen – wie auch die vielen anderen Seiten dieses Landes mit seinen vielen netten Menschen, wenn ich morgen in der Flieger steige, um wieder abzuduesen. Aber ich komme wieder, keine Frage.