Google als ganzheitlicher Werberiese?

Irgendwie verstehe ich die Strategie von Google derzeit nicht so ganz. Eigentlich hat sich das Unternehmen auf die Fahnen geschrieben, sich auf den Online-Markt zu konzentrieren, um im Netz für User alles abzudecken. Und das macht Google ja auch bereits: Suchmaschine, Bildersuche, Videosuche, Produktshopping, Mail and more, Blog-Suche, Feedreader, Text und Tabellen, Werbung etc. etc.

Dabei konzentrierte sich der Riese bislang ganz auf den Online-Markt, um Kunden für ihre Programme und Werbeschaltungen zu gewinnen. Und jetzt? Heute landete ein ganz normales Print-Massen-Mailing in meinem Briefkasten, um mir die „4 Google Adwords-Prinzipien“ zu erklären und mich zum werben mit Google zu motivieren – verbunden mit einem hundsgemeinen 50 Euro-Werbegutschein. Da frage ich mich natürlich: Versucht Google jetzt den Verlagen u.ä. auch im realen Leben Konkurrenz zu machen? Oder anders gesagt: Will Google doch irgendwann zum ganzheitlichen Print-Online-Werbedominator aufsteigen?

Ach ja: Gute Offline-Kooperationspartner im Adress-Handling könnte Google durchaus noch benötigen. Denn unsere Agenturanschrift war so was von falsch, dass hier gleich mehrere Pfuscher am Werk gewesen sein müssen.

Google Printmailing

6 Gedanken zu „Google als ganzheitlicher Werberiese?“

  1. Cold-Call Schreiben im Print-Format versendet Google schon seit über 2 Jahren nach dem Gießkannen-Prinzip. Ich selbst habe schon mehrere bekommen – obwohl ich seit über 4 Jahren bereits „Google AdWords Professional“ bin ;-)

  2. @Mac. Danke für den Hinweis. Ist ja interessant: Da ich erst seit zwei Jahren Google AdWords Profi bin: Auch wenn es absurd klingt: Könnte da eine Verbindung bestehen? Ach ja: Stimmte deine Adresse? Ich frage mich nämlich gerade, woher Google seine Adressbestände zieht …

  3. Glaubst du immer noch der angeblichen Google-Firmenphilosophie „don’t be evil“? Wer viel Geld hat, will immer mehr. Das sollte ja auch das Ziel eines jeden Unternehmens sein: (möglichst viel) Geld zu verdienen.

    Ich würde die Frage „Will Google doch irgendwann zum ganzheitlichen Print-Online-Werbedominator aufsteigen?“ einmal hinterfragen: Wieso sollte Google das nicht wollen? Ein zweites Standbein aufbauen, unabhängiger von Online-Werbung zu werden: das ist sicher, clever und lukrativ.

    Zur Info: Nicht nur Print und Online, auch Handy und TV sollen erobert werden. Im Radio-Geschäft sind sie auch schon. Sprich: überall. Keinen stört’s – wie schön. Vieles ist in Gerald Reischls „Google-Falle“ nachzulesen. Wem das zu subjektiv und einseitig ist: Die Fakten stimmen dennoch, die Interpretation ist halt verschieden. (Z.B. dass Google Satelliten kauf, Rundfunklizensen ersteigern will, … und gerade da stimmen DNA-Unternehmen und Co. einem dann doch bedenklich – was bitte hat Google da denn vor?)

  4. @JUICEDaniel: Mit dem zweiten Standbein stimme ich dir auf jeden Fall zu. Nur: Ursprünglich war dies mal geplant in Kooperation mit Verlegern u.ä., da Google diese nicht unbedingt als Dauerzweifler behalten wollte. Zumindest habe ich dies mal vor längerer Zeit gelesen. Aber vielleicht ist der „evil“ doch stärker!

    Und zur „Google-Falle“: Ich habe dieses Buch letztes Jahr in einer halben Stunde bei Dussmann quer gelesen. Viel neues habe ich nicht gefunden. Denn dass Google mit aller Kraft (und Geldern) der zentrale Informationsvermarkter (Text, Video, Foto etc.) werden will, ist schon seit langem bekannt – daher auch die Satellitenkooperationen. Ein Beispiel: Die deutsche Autoindustrie (u.a. von VW weiß ich es) analysiert gerade mögliche Kooperationen mit Google, um ihre Boardcomputer künftig mit von Google gelieferten Infos zu bestücken.

    Ich bin auch keiner, der vor Google warnt, sondern eher jeden daran erinnert, mit Google bewusst und mit seinen Daten vorsichtig umzugehen. Aber die ist leider ein lautes Rufen im Walde …

  5. Zu letzterem stimme ich dir voll und ganz zu, wobei mein „Erinnern“ die meisten eher an ein „Warnen“ erinnert. Ich wunder mich immer wieder über die Sorglosigkeit und Unachtsamkeit, wie die Leute im Netz – vor allem bei Google & allen dazugehörigen Diensten – mit ihren Daten umgehen. Und wie wenig die meisten doch tatsächlich über Google wissen… (Dafür weiß Google umso mehr über sie – und ich finde, genau DAS sollten sie schon wissen!)

    Fazit (etwas überspitzt, um es zu verdeutlichen): Google macht aus seiner Sicht alles richtig, wir aus Googles Sicht auch. Aber aus meiner Sicht (fast) alles falsch. Die meisten jedenfalls. Stichwort „Medienkompetenz“!

  6. Dieses Mal stimme ich dir 100% zu. Vor allem bei deinem Stichwort „Medienkompetenz“ – denn genau hier herrscht der große Mangel. Nur so kann Google auch sein Geschäftsmodell auch so einfach durchziehen. Google hat ein klares Ziel samt Strategie und die meisten erfüllen dies ohne Wiederrede und naiv. Und ohne wirkliche Medienkompetenz wird dies immer weiter gehen und auf die Dauer durch die Vielzahl an gewonnenen Daten immer gefährlicher werden. Und ob man mit seinen eigenen Denkanstößen wirkliche Medienkompetenz in der Breite vermitteln kann – das wird auf jeden Fall noch richtig lange dauern. Wieder Glück für Google!

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