Das Hin und Her um Ariels 10%. Heute: Die Stiftung Warentest hat eingekauft.

Gerade mal gut vier Wochen ist die „10%-mehr-(oder weniger)“-Story alt – Sie erinnern sich? Da kursierte im Internet eine Präsentation, die Ariels Künste der Mathematik beschrieb, wie aus 1 1/2 Litern Packungsinhalt 1,4 wurden, und das Ganze als 10% mehr sein sollten. texterblog.de berichtete, Ariel kommentierte, wir stellten richtig – und ganz Deutschland war zufrieden und glücklich.

Ganz Deutschland? Fast – denn wäre da nicht diese schier uneinnehmbare Bastion am Berliner Lützowplatz, gemeinhin auch Stiftung Warentest genannt. Die hat sich nämlich des Themas angenommen und ist einkaufen gegangen. Und das liest sich wie folgt:

„Ende Juli kaufte die Stiftung Warentest am selben Tag drei Flaschen des Flüssigwaschmittels Ariel Klassik ein. Dies war der einfache Teil. Doch dann kam Verwirrung auf: Die Flaschen sind alle gleich groß. Sie unterscheiden sich nur geringfügig durch die Etiketten auf der Vorderseite.“

Doch nicht nur die Etiketten sollten unterschiedlich sein, sondern auch – man lese und staune – der Packungsinhalt: „Alle drei enthalten unterschiedliche Mengen an Flüssigwaschmittel. Dies bestätigt die Inhaltsangabe auf der Rückseite der Produkte. Eine Flasche enthält 1,26 Liter, die anderen 1,4 beziehungsweise sogar 1,5 Liter flüssiges Vollwaschmittel.“

Hatte Ariel nicht gesagt, es handle sich bei dem Vergleich aus der Präsentation um eine Flasche des Jahrgangs 2005, die gar nicht mehr im Handel erhältlich sei? Und hatten die Schwalbacher nicht mit Vehemenz auf die aktuell gültige Packungsgröße von 1,26 Litern hingewiesen?

Ich zitiere an dieser Stelle noch mal die Warentester: „Komisch nur, dass die Stiftung Warentest auf ihrer Einkaufstour eine neugeformte 1,5-Liter-Flasche in den Regalen fand, die auf den ersten Blick nicht von den anderen Flaschen zu unterscheiden ist.“

Wir sind gespannt, was der Presseabteilung aus dem Hause Procter & Gamble zu dieser Geschichte einfällt. Ich vermute, dass mit einem einfachen „Der Verfasser hat sich zwischenzeitlich von seiner Präsentation distanziert“ die Sache diesmal nicht aus der Welt geschaffen sein wird. Denn jetzt hat die Stiftung Warentest gemeckert – und nicht nur „irgendein Blogger“.

Nun scheint gute Krisen-PR von Nöten, wenn P&G die Sache halbwegs ohne Image-Schaden überstehen will. Und darauf warten wir bislang noch, redet die aktuelle Sprechweise aus dem Hause Ariel doch immer noch von einer Falschmeldung.