Weihnachtslichter über Medellin

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen eisiger, die Nächte düsterer, die Klamotten dicker, die Laune schlechter und die Vorweihnachtsstimmung sichtbarer.  Zumindest in den Kaufhäusern. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Weihnachtsbeleuchtung in unseren Straßen. Dass diese im Vergleich zu vielen Ländern jedes Jahr eher kümmerlich ausfällt, macht ein Besuch im kolumbianischen Medellin deutlich. Jedes Jahr vom 7. Dezember bis zum 6. Januar feiern dort die Bewohner ihr großes Lichterfest: „Los Alumbrados„.

Vergesst unser Weihnachten, vergesst New York by Night – reist nach Medellin! Die wichtigen Straßen, die zentralen Plätze, die größten Bäume – alles verwandeln die Bewohner in Kunstwerke aus Millionen von Lichterketten, die nachts leuchten und tags kurzfristig erblassen. Entlang des Flusses begegnen einem so kilometerlang leuchtende Figuren, Tiere, Pflanzen, Gebäude, Fuhrwerke, Fantasiegestalten, mit denen die Kolumbianer gemeinsam eine lange Nacht verbringen.

Faszinierend schön und romantisch zugleich – und allein schon ein Argument für einen Besuch in der einstigen Drogenstadt und Heimat von Pablo Escobar (über 15 Jahre bereits tot!), die sich ansonsten ganz dem großen Fernando Botero – Bildhauer, Maler und Skulpteur – verschrieben hat. Nirgendwo wird man die Skulpturen und bronzenen Figuren des hiesigen Weltbummlers präsenter erleben als hier – in der Lichterstadt Medellin.

Eine Frage bleibt aber: Wo haben die Kolumbianer nur all diese Millionen von Lichterketten her?