Depression im Profisport: Robert Enke ist kein Einzelfall

Depression im Profisport: Robert Enke ist kein Einzelfall
Der Freitod des Nationaltorwartes löst in Deutschland eine Diskussion um eine weit verbreite-te, aber kaum wahrgenommene Krankheit aus. Mit etwa 4 Mio. Betroffenen gehören Depres-sionen zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Auch andere internationale Spitzensportler, wie Skispringer Sven Hannawald, der italienische Nationaltorwart Gianluigi Buf-fon und der belgische Radprofi Dimitri De Fauw, litten unter den Symptomen.
Fußballdeutschland hat mit Robert Enke einen großen Sportler verloren. Was treibt einen erfolgreichen Menschen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?
Selbstmord – letzter Ausweg?
Der Begriff „Depression“ wird heute fast inflationär verwendet. Doch nicht hinter jeder Verstimmung, jeder Traurigkeit verbirgt sich auch wirklich eine Depression. Depressionen stellen eine Erkrankung des seelischen Zustandes und des Gehirns dar. Nur wenn sie länger anhält oder saisonbedingt wiederkommt, spricht man von einer ernstzunehmenden Erkrankung. Medizinisch ist die Krankheit schwer diagnostizierbar und sehr unspezifisch, weshalb sie oftmals nicht erkannt wird und den Opfern nicht geholfen werden kann.
Die häufigsten Merkmale einer Depression (http://www.depression.de):
Antriebslosigkeit
Innere Unruhe und Schlafstörungen
Fehlende Lebensfreude
Innere Leere und Traurigkeit
Vermindertes Selbstwertgefühl
Schwindendes Interesse
Konzentrationsschwäche
Unentschlossenheit
Schuldgefühle, Selbstanklagen
Gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
Gedanken an Selbstmord
Körperliche Beschwerden und Missbefinden
Enkes Krankheit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit und demJugendamt zog er die ambulante einer stationären Behandlung vor. Ein Fehler wie wir jetzt wissen. Wie im Fall Enke sind Selbstmordgedanken typisch für das Krankheitsbild. Tatsäch-lich nehmen sich rund 3-4 Prozent der Erkrankten das Leben, wobei der Anteil der Männer mit 70 Prozent deutlich höher ist als der der Frauen. Der belgische Radprofi Dimitri de Fauw litt ebenfalls an Depressionen, in Folge dessen er sich das Leben nahm. Auslöser war ein Radunfall beim Sechstagerennen 2006 in Gent. Nach einer schweren Kollision starb sein Radsportkollege damals an den Folgen seiner Verletzungen.
„Ich war todunglücklich.“
Das Krankheitsbild Depression kann jeden treffen. Meist führen mehrere Faktoren zum Ausbruch, sowohl körperliche als auch psychische. Durch die Gesellschaft formulierte Attribute wie beruflicher Erfolg, finanzielle Absicherung und Gesundheit sind kein Schutz vor demAusbruch der Krankheit. Das zeigt sich auch am Beispiel des Ex-Fußball-Nationalspielers Sebastian Deisler: «In Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht mehr glücklich gemacht… Ich war todunglücklich.» so Deisler in seiner Biografie „Zurück ins Leben“. Deisler begab sich in eine Klinik und konnte geheilt werden. Ebenso Skispringer Sven Hannawald, Sieger der Vier-Schanzen-Tournee 2002, litt an Depressionen im Anfangsstadium. Er beendete seine Karriere 2005 und ist heute unter anderemals Experte im ZDF tätig.
Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon, die deutsche Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und der brasilianische Fußballstar Adriano sind weitere prominente Fälle. Es ist zu anzunehmen, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist.
Nützliche Links:
Selbsttest: http://www.depression.de/fragebogen/frs
Selbsthilfe: http://www.hilfe-gegen-depressuionen.de
Forum: www.depressionen-depressione.net/forum

Der Freitod des Nationaltorwartes löst in Deutschland eine Diskussion um eine weit verbreitete, aber kaum wahrgenommene Krankheit aus. Mit etwa 4 Mio. Betroffenen gehören Depressionen zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Auch andere internationale Spitzensportler, wie Skispringer Sven Hannawald, der italienische Nationaltorwart Gianluigi Buffon und der belgische Radprofi Dimitri De Fauw, litten unter den Symptomen.

Fußballdeutschland hat mit Robert Enke einen großen Sportler verloren. Was treibt einen erfolgreichen Menschen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?

Selbstmord – letzter Ausweg?

Der Begriff „Depression“ wird heute fast inflationär verwendet. Doch nicht hinter jeder Verstimmung, jeder Traurigkeit verbirgt sich auch wirklich eine Depression. Depressionen stellen eine Erkrankung des seelischen Zustandes und des Gehirns dar. Nur wenn sie länger anhält oder saisonbedingt wiederkommt, spricht man von einer ernstzunehmenden Erkrankung. Medizinisch ist die Krankheit schwer diagnostizierbar und sehr unspezifisch, weshalb sie oftmals nicht erkannt wird und den Opfern nicht geholfen werden kann.

Die häufigsten Merkmale einer Depression:

  • Antriebslosigkeit
  • Innere Unruhe und Schlafstörungen
  • Fehlende Lebensfreude
  • Innere Leere und Traurigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schwindendes Interesse
  • Konzentrationsschwäche
  • Unentschlossenheit
  • Schuldgefühle, Selbstanklagen
  • Gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
  • Gedanken an Selbstmord
  • Körperliche Beschwerden und Missbefinden

Enkes Krankheit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit und demJugendamt zog er die ambulante einer stationären Behandlung vor. Ein Fehler wie wir jetzt wissen. Wie im Fall Enke sind Selbstmordgedanken typisch für das Krankheitsbild. Tatsächlich nehmen sich rund 3-4 Prozent der Erkrankten das Leben, wobei der Anteil der Männer mit 70 Prozent deutlich höher ist als der der Frauen. Der belgische Radprofi Dimitri de Fauw litt ebenfalls an Depressionen, in Folge dessen er sich das Leben nahm. Auslöser war ein Radunfall beim Sechstagerennen 2006 in Gent. Nach einer schweren Kollision starb sein Radsport-Kollege damals an den Folgen seiner Verletzungen.

„Ich war todunglücklich.“

Das Krankheitsbild Depression kann jeden treffen. Meist führen mehrere Faktoren zum Ausbruch, sowohl körperliche als auch psychische. Durch die Gesellschaft formulierte Attribute wie beruflicher Erfolg, finanzielle Absicherung und Gesundheit sind kein Schutz vor dem Ausbruch der Krankheit. Das zeigt sich auch am Beispiel des Ex-Fußball-Nationalspielers Sebastian Deisler: «In Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht mehr glücklich gemacht… Ich war todunglücklich.» so Deisler in seiner Biografie „Zurück ins Leben“. Deisler begab sich in eine Klinik und konnte geheilt werden. Ebenso Skispringer Sven Hannawald, Sieger der Vier-Schanzen-Tournee 2002, litt an Depressionen im Anfangsstadium. Er beendete seine Karriere 2005 und ist heute unter anderemals Experte im ZDF tätig.

Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon, die deutsche Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und der brasilianische Fußballstar Adriano sind weitere prominente Fälle. Es ist zu anzunehmen, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist.

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