Literatur auf dem Busbahnhof

Heute war ich zum ersten Mal in Lateinamerika. Zumindest auf dieser Reise. Denn Buenos Aires hat mit Lateinamerika in etwa soviel zu tun wie winterliches Berlin und die hiesigen Temperaturen von 30 Grad. Aber heute geschah es: Un zwar auf dem Busbahnhof.

Der ist in Buenos Aires nicht anders als auf meiner Kolumbien-Tour oder auf Mexiko-Reisen: Chaotisch, laut, 3-stoeckig, lebendig, aufregend – einfach super. Laute Stimmen quaeken die naechsten Abfahrten, an den ca. 150 Busschaltern draengen sich die Massen, Kinder schreien, Leuchtkugeln in den Geschaeften blinken, die Hotdog-Mayo laeuft ueber die Finger, der Schweiss rinnt und rinnt. „Willst du ein Auto gewinnen?“, fragt der eine. Nein, will ich nicht. Aber doch ein Rubbellos. Nein, auch das nicht.

Ein Ort der Ruhe? Fehlanzeige. Stopp: Ganz am Ende der Schalter hat sich etwas versteckt, was ich noch nie erlebt habe: Ein Raum des Lesens – samt eigener Buecherei. Was fuer eine wundervolle Institution gerade in Zeiten der digitalen Welten!