Romantisch zerfallen – Zu Gast in Valparaiso

Ist das eine besondere Stadt! Sie war eines der Kernziele meiner Reise. Und jetzt weiss ich auch, warum ich immer schon hierher wollte. Valparaiso ist eine alte zerfallene Schoenheit, die man nicht auf neu getrimmt hat und nicht mehr wachkuessen kann, sondern die ihren Charme genau aus dieser Unfaehigkeit zieht.

Ein altes, normales Hafenviertel, mit kleinen, etwas duesteren Gassen, kleinen Geschaeften, Fischhaendlern, einfachen Restos, die abends geschlossen fuer eine merkwuerdige Unheimlichkeit in diesem Quartier sorgen. Dazwischen verlassene Palaeste, deren Tueren man aufstossen und die verfallende Atmosphaere des 19. Jahrhunderts wieder entdecken kann. Alles sehr einfach, menschlich, normal, 100 Prozent untouristisch.

Auf der einen Seite des Viertels das Meer, aus dem dieser zweitwichtigste Hafen des Landes seine Macht und Kraft zieht. Auf der anderen Seite 30 „Bergdoerfer“, zu denen heute noch funktionierende Aufzuege (ja, ich stelle noch ein Video online!) fuehren. Oben angekommen: Ein anderes Bild: Bunte Haeuschen, mal zerfallen, mal frisch gestrichen, mal neu gemacht, mal zum Verkauf, auf jeden Fall bunt, ineinander verschachtelt, steil sich die Berge hoch- und entlangziehend, charmant, die Besucher ohne Unterlass auf den Ausloeser ihrer Kameras druecken lassen, auch wenn alle Fotoergebnisse ein voellig enttaeuschendes Nichts gegenueber dieser eigenen Begegnung sein werden.

Wer Valparaiso sehen kann, wird selbst diese glueckseligen Momenten mit den eigenen Augen, der eigenen Nase entdecken, geniessen und ganz allein fuer sich behalten – und zwar fest in seinem Herzen.

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