Anne Will will keine Kommentare

Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens hatten in den vergangenen Tagen eine nette Aktions-Idee: Ein „Flashmob“ auf der Internetseite von Anne Will zum Thema Grundeinkommen. Hintergrund war die letzte Sendung der Talkmasterin zum Thema Hartz-Reform.

Die Aktion lief auf Hochtouren, doch dann machte die ARD mobil: Die Kommentarseite auf Anne-Wills Online-Seite wurde abgeschaltet und die Nutzer bekamen folgende Mitteilung zu lesen: „Bitte sehen Sie davon ab, aufgrund der Flashmob-Initiative unseren Blog mit Kommentaren zum Grundeinkommen zu überfluten. Die Beiträge werden nicht freigeschaltet.“ Die Aktivisten reagierten prompt und richteten einen Blog für die abgelehnten Kommentare der Grundeinkommensbefürworter unter http://grundeinkommenbeiannewill.blogspot.com/ ein. Ein Fall von Zensur?

Anne Wiest, Initiatorin der Grundeinkommens-Petition im Bundestag, nahm via Facebook zu dem ARD-Verfahren wie folgt Stellung: „Ich erlebe zum ersten Mal in meinem Leben öffentlich rechtliche Zensur. Das dort nicht alles zum Besten steht habe ich schon manchmal befürchtet. Aber es so direkt zu erleben, hier bei uns, in unsrem selbstbezahlten öffentlich rechtlichen Sender, der ARD, das haut mich dann doch um. Es zeigt sich ein kaltes Gesicht hinter der lächelnden Maske.“

3 Gedanken zu „Anne Will will keine Kommentare“

  1. Hm, da verabreden sich online einige/mehrere/viele Menschen um eine Seite mit Kommentaren zu überfluten. Der Seitenbetreiber bekommt es mit und schaltet die Kommentarfunktion ab, weil er es doof und wahrscheinlich auch zu anstrengend findet. Und plötzlich schreien alle Zensur?

    Naja, ich weiß ja nicht …

  2. @Thomas: Die Einen schreien Zensur, die Zweiten fragen sich zumindest nach der ARD-Onlinekompetenz. Und die ist in diesem Fall auf jeden Fall nicht vorhanden gewesen. Denn man hätte dieses Thema auch textlich und thematisch anders aufgreifen können. Aber das hätte Planung und Ideen erfordert.

  3. Zensur ist ja ein großes Wort, bei dem ich auch etwas vorsichtig bin. Aber der Fall zeigt ähnlich wie beim ZDF-Launch des neuen Nachrichtenstudios die Unsicherheit im Umgang mit Protesten, Negativ-Reaktionen und bewussten Themen-Setting durch Online-Aktivisten. Abschalten ist dabei oft ein Zeichen von Hilflosigkeit und Überforderung. Und die grundsätzliche Frage in diesem Fall könnte ja lauten: „Gibt es Demonstrationsfreiheit im Internet?“

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